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Thema: Volatile Anästhetika auf der ITS

  1. #41
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    Standard AW: Volatile Anästhetika auf der ITS

    und: ....Lieber Gott,
    vergiss bitte nicht, mir ab Morgen meine tägliche Dosis Isoflurane zu geben!

    Stoßgebet eines Anästhesisten, der einen Tag außerhalb der Anästhesie arbeiten muss....

    Viele liebe Grüße
    fridolin

    Es gibt keine verrückten Geschichten.
    Sie werden nur erlebt und gelebt.
    immer gelegentlich manchmal
    Wahlspruch: Dormicum macht den dicksten Bären stumm...

  2. #42
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    Standard AW: Volatile Anästhetika auf der ITS

    Zitat Zitat von Sören Lösche
    Der Patient ist aber nicht alles. Ich würde dann auf Messungen der Raumluftkonzentration bestehen. Da gibt es Grenzwerte. Am längsten dürfte im Mehrbettzimmer der Bettnachbar mit dem Gas konfrontiert werden.
    Sören
    Da muß ich noch was zum Thema Luftaustauschrate eines klimatisierten Intensivzimmers haben, in Relation zu dem 10%, die durch die Anaconda in die Exspirationsluft gehen.
    Irgendwie hab ich dazu schon mal was gelesen...

    ...grad gefunden:
    http://forum.zwai.net/showpost.php?p=16505&postcount=7

    Dissertation zur Arbeitplatzbelastung bei Anaconda:
    http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokser...=990862313.pdf

    Servus,
    Monty
    Kein Puls, kein Ton, wir kommen schon!

  3. #43
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    Standard AW: Volatile Anästhetika auf der ITS

    Sehr geehrte zwai Leser,
    ich bin von einem zwai Leser/AnaConDa Anwender auf neue Beiträge zum Thema AnaConDa im Forum-zwai angesprochen worden. Die offenen Fragen diesbezüglich möchte ich gerne beantworten.
    Zur Frage AnaConDa Platzierung: AnaConDa gehört auch nach IFU zwischen Patient und Y-Stück/Beatmungsschlauchsystem. Nur so speichert und reflektiert AnaConDa das ausgeatmete Narkosegas. Eine Konnektion nur in der Inspiration hat zur Ursache, dass man im sog. „offenen System“ unglaublich große Mengen Narkosegas benötigt, um die Sedierung aufrecht zu erhalten. Eine Narkosegaseliminierung (vor allem Passiv über Filter) wäre dann kaum noch möglich.

    Nun wird AnaConDa seit einiger Zeit in der Neonatologie und Pädiatrie eingesetzt. Dort kann AnaConDa nicht wie beim Erwachsenen (patientennah) eingesetzt werden. Der Totraum beträgt 100ml und AnaConDa ist erst ab einem Tidalvolumen von 350ml zugelassen.
    Bei Kinder wird weniger Narkosegas benötigt => kleines Tidalvolumen. Pädiater setzen das AnaConDa System als „reinen Verdampfer“ im Inspirationsschenkel ein und nutzen nur diese Funktion. Dabei werden auch bei kleinen Kindern oftmals Laufraten von 6-13ml/Isoflurane benötigt. Mit Sevo entsprechend 2fache Menge Narkosegas.

    Raumluftbelastung: Im Rahmen von Studien, Dissertationen und Arbeitssicherheitsuntersuchungen in Kliniken, wurden eine Vielzahl von Raumluftmessungen zu AnaConDa vorgenommen. Alle diese Messungen ergaben kaum oder keine Belastungen der Raumluft. Die Belastungen sind sogar geringer als die Konzentrationen die durch das Abatmen (über 8 Std. nach OP Ende) von frisch operierten Patienten (Narkose mit Anästhesiegas) auf Intensivstationen entstanden sind.
    Werden z.B passive Narkosegaseliminierungssysteme eingesetzt und deren Wechselintervall eingehalten, wurden keine Raumluftkontaminierungen festgestellt.

    Zur Eingestellten Dr. Arbeit muß ich feststellen, dass zum Zeitpunkt der Anfertigung der Dr. Arbeit keine der genannten Kliniken mit AnaConDa gearbeitet hat. Auch die Authorin hat unseres Wissens nicht mit AnaConDa gearbeitet. Der Versuchsaufbau enthält den Fehler, dass bei der Messung kein Patient das volatile Anästhetikum erhalten hat (angeschlossen war eine Testlunge). Der Versuchsaufbau erfolgte in einem Labor. Da scheinbar das Wissen über die Funktionsweise der AnaConDa fehlte wurde statt eines Restgasfilters eine AnaConDa am Expirationsventil zur Narkoseleminierung angebaut => dies ist dann natürlich keine Restgaselimnierung (Passive Filter sind derzeit Aldasorber Shirley UK, NovaSorb NovaMed Düsseldorf, Contrafluran Zeosys Berlin).
    Uns liegt u.a. eine Studie aus UK 2009 vor, die als Statement hat, dass AnaConDa auch gefahrlos auf Intensivstationen ohne Restgaseliminierung eingesetzt werden könnte. Wir empfehlen dennoch den Einsatz von aktiven oder Passiven Restgaseliminierungssystemen um jegliche Raumluftkontamination zu vermeiden.

    Ich hoffe hiermit geholfen zu haben.
    Viele Grüsse
    Robert vom Dorp
    Sedana Medical AB
    the AnaConDa technology people

  4. #44
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    Standard AW: Volatile Anästhetika auf der ITS

    erst mal Danke für die Antworten...

    es lässt allerdings ein paar Fragen offen:
    Welche Studien belegen die geringe Raumbelastung...

    War die Dr. Arbeit eine Arbeit like KTG oder ist es die Kritik des "Betroffenen" da in der Dissertation eindeutig erwähnt wird, dass es sich um eine experimentelle Studie handelt und dann ist es kein Fehler wenn der Patient fehlt! Es ist höchstens die frage erlaubt, ob das Experiment auf den Patient übertragbar ist...
    so long arnold

  5. #45
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    Standard AW: Volatile Anästhetika auf der ITS

    Sehr geehrter Herr Kaltwasser,
    derzeit liegen uns eine Vielzahl von Studienn vor, anbei eine Liste:
    2005 Sackey Room polution study Karolinska
    2007 ACD Evaluation of Safety Volatile Anesthetic Conserving Technology, Computing, and Simulation
    2008 L'Her RespCare RESPIRATORY CARE • OCTOBER 2008 VOL 53 NO 10
    2008 Der Anaesthesist Kompardt Soukup Anaesthesist 2008
    DOI 10.1007/s00101-008-1450-7 © Springer Medizin Verlag 20082009 Migliari ICM AnaConDa Intensive Care Med DOI 10.1007/s00134-009-1414-7
    2009 Active gasscavenging UK Volume 10, Number 1, January 2009 JICS
    und weitere ....

    Raumluftmessungen liegen vor aus Kliniken mit jeweils Meßergebnissen 0,0-1,2 ppm (1,2ppm ohne Einsatz von jeglicher Restgaselimnierung):
    2005 Raumluftmessung in der Universitätsklinik Würzburg Massenspektrometrie;Infrarotgasmessung; Passivdosimeter
    DIPL. PHYS. ING. JÖRG GÜNTER INGHAUSEN
    2005 Studie zu Raumluftbelastung unter AnaConDa Einsatz Karolinska Uniklinik Schweden Dr. Peter Sackey; Dr. Peter Radell
    2007 Raumluftmessung Massenspektrometer Asklepios Klinik Hamburg Altona
    Amt für Arbeitssicherheit der Hansestadt Hamburg
    2008-2009 Raumluftmessungen Massenspektrometer Uniklinik Halle
    Durchgeführt von Fa. Zeosys und OA Dr. J. Soukup
    2008 Raumluftmessung Städtisches Klinikum Ludwigshafen
    2009 Raumluftmessung im Städtischen Klinikum Karlsruhe
    2010 Raumluftmessung Bundeswehrkrankenhaus Berlin; Durchgeführt durch die Gefahrstoffmessstelle Nord der Bundeswehr
    Weitere Messungen und Arbeiten zu Raumluftkontaminationen:
    Messung im Malteser Krankenhaus St. Anna Duisburg
    Messung Uniklinik Lübeck zusammen mit dem Südklinikum Rostock

    Bei der Dr. Arbeit stelle ich nur fest, dass die enthaltene Schlußfolgerung für die Praxis (AnaConDa darf nur mit Narkosegasableitung auf ITS eingesetzt werden) falsch ist.
    Auch wurde das Prinzip der AnaConDa selbst falsch beurteilt.
    Es wurde ein AnaConDa System richtig zwischen Y Stück und Testlunge angebaut. Evtl. anfallendes Restgas, wollte man durch ein zusätzliches AnaConDa System am Respiratorauslass eliminieren. Das kann die AnaConDa nicht, es fehlen der AnaConDa einfach die Eigenschaften um ein Restgasabsorber zu sein.

    Mit freundlichem Gruss
    Robert vom Dorp
    Sedana Medical AB

  6. #46
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    PC AW: Volatile Anästhetika auf der ITS

    Die Therorie ist immer so schön. Wir haben keine Raumluft techniche Anlage, die über 24 Stunden gemonitort wird. Es hängt davon ab, ob alle Türen geschlossen sind und und und. Für den Mitarbeiter ist i.V. immer die bessere Lösung. Eine Vakuumabsaugung wäre schon wichtig aus oben genannten Gründen.

    Sören
    wat mut dat mut

  7. #47
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    Standard AW: Volatile Anästhetika auf der ITS

    Vielen Dank Hr. vom Dorp für die zahlreichen Informationen.

    Da muß man sich erst mal durchkämpfen.

    MfG,
    Monty
    Kein Puls, kein Ton, wir kommen schon!

  8. #48
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    Standard AW: Volatile Anästhetika auf der ITS

    Hallo Herr vom Dorp,
    vielen Dank einstweilen....
    um das Suchen zu vereinfachen mache ich hier mal den Anfang:
    http://www.rcjournal.com/contents/10.08/10.08.1295.pdf
    freue mich auf Hilfe von den Menschen die das System anwenden bzw. sich dafür interessieren....
    so long arnold
    PS hat die Firma nicht eh alle links?

  9. #49
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    Standard AW: Volatile Anästhetika auf der ITS

    Halli Hallo,
    ich mache meine Facharbeit über volantile Analgosedierung. Nun wollte ich mal wissen warum gerade Iso- und Sevofluran verwendet werden, kann aber niergends so richtig was darüber finden. Ich habe auch etwas über eine Desflurananalgosedierung über ein spezielles Beatmungsgerät gelesen, jedoch stand dort nichts genaueres. Weiß da vielleicht auch jemand mehr? Des weiteren hab ich gefunden, dass Isofluran für 48h und Sevofluran sogar ohne zeitliche Begrenzung zur Sedierung eingesetzt werden darf. Weiß jemand was darüber, weil es ja eigentlich off-label- use ist... .

    Danke

  10. #50
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    Standard AW: Volatile Anästhetika auf der ITS

    Hallo,

    ich habe meine Facharbeit und ein Case report auch über das Thema geschrieben. Hierbei habe ich die inhalative Sedierung mit volatilen Anästhetika via AnaConDa, mit der herkömmlichen intravenösen Sedierung auf der Intensivstation verglichen.
    Iso- und Sevofluran sind die optimalen Substanzen für dieses Konzept (Pharmakokinetik/-dynamik, Metabolisierung, chemische Eigenschaften).
    Die Anwendung von Desfluran ist aufgrund des Siedepunktes bei Raumtemperatur (22,5°C) nicht möglich.
    Iso- und Sevofluran sind ausschließlich für die Dauer einer OP zugelassen. In der Langzeitanwendung sind beide Substanzen weiterhin off - lable - use.
    Die Applikation von Desfluran ist nur mit einem Narkosegerät, mit speziellem Verdampfer, möglich.
    Bei der Langzeitanwendung beider Substanzen ist das Isofluran im Vorteil, da es eine erheblich geringere Metabolisierungsrate aufweist (max. 0,2%). Sevofluran wird zu 3- 5% hepatisch metabolisiert, wobei als Endprodukt anorganisches Fluorid anfällt. Das Fluorid hat sich in Tierversuchen als nephrotoxisch erwiesen, ist aber in der Humanmedizin wahrscheinlich unbedenklich. Empfehlungen hierzu findet man in den aktuellen S3 - Leitlinien( Jan. 2010).
    Viel Erfolg bei der Arbeit. Würdest Du mir diese nach Fertigstellung mal zuschicken????

    Gruß Uwe Veismann

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