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Thema: Vogelgrippe - H5N1

  1. #11
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    Pfeil AW: Vogelgrippe - H5N1

    Zitat Zitat von Groha
    Was nützt mir wenn ich weiß wie es übertragen wird, ich mich aber nicht ausreichend schützen kann!
    Derzeit gibt es ja zahlreiche Veröffentlichungen und Empfehlungen zum 'Schutz der Beschäftigten' vom RKI und anderen Organisationen, wie z.B. des Ausschusses für biologische Arbeitsstoffe' (ABAS).

    Wenn es dann dort um richtig grobe Schutzanzüge und Masken geht, gelten diese Richtlinien in aller Regel für Beschäftige, die direkten Kontakt mit erkranktem Federvieh haben:

    Zitat Zitat von RKI
    Menschen können sich sehr selten und normalerweise nur nach engem Kontakt zu infiziertem Geflügel anstecken.
    Einschätzung der aktuellen Situation der Vogelgrippe (aviäre Influenza)


    Zitat Zitat von Beschluss 608 des Ausschusses für Biologische Arbeitstoffe
    Direkter Kontakt mit Erregern der Geflügelpest ist gegeben,

    1. bei Tätigkeiten mit erkrankten oder krankheitsverdächtigen Tieren,

    2. bei Tätigkeiten mit Menschen (Untersuchung, Behandlung, Pflege, Transport), die als Verdachtsfall, wahrscheinlicher oder bestätigter Fall von Geflügelpest gelten,sofern die Möglichkeit der Übertragung von Mensch zu Mensch bestätigt wird, oder

    3. bei Tätigkeiten mit Kontakt zu Körperflüssigkeiten und -ausscheidungen der Tiere oder Menschen nach Nummer 1 und 2 sowie mit kontaminierter Schutzkleidung oder ähnlichen Materialien (z.B. Handschuhe).

    "Empfehlung spezieller Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten vor Infektionen durch hochpathogene aviäre Influenzaviren (Klassische Geflügelpest, Vogelgrippe)" (PDF-Datei, 29 KB)
    Für unsere Berufsgruppe wird das ganze erst interessant, wenn ein infizierter bzw. unter Infektionsverdacht stehender Patient aufgenommen wird.

    Der ABAS beurteilt die Infektionsgefährdung im Moment so:

    Zitat Zitat von Beschluss 608 des Ausschusses für Biologische Arbeitstoffe
    Das Risiko einer Infektion kann für den gesunden Menschen im Allgemeinen als gering angesehen werden.

    Eine Gefährdung stellt allerdings der direkte Kontakt mit infizierten oder an Geflügelpest verendeten Tieren und ihren Ausscheidungen sowie mit kontaminierten Produkten und Materialien dar. Tätigkeiten mit einem möglichen direkten Kontakt zu dem Erreger sind möglich:

    - in der Geflügelhaltung
    - in der Veterinärmedizin einschließlich der Sektion erkrankter oder krankheitsverdächtiger Tiere
    - bei der Tötung von Geflügel einschließlich der Tätigkeiten in mobilen Einheiten zur Tötung und Entsorgung
    - bei der Tierkörperbeseitigung
    - bei Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten in kontaminierten Bereichen
    - in der Forschung.
    Solange man also nicht im Hühnerstall arbeitet, ist das Risiko recht gering.

    Sollte man dennoch in der Klinik mit einem menschlichen Fall konfrontiert werden, empfiehlt der ABAS:

    Zitat Zitat von Beschluss 608 des Ausschusses für Biologische Arbeitstoffe
    Für die Versorgung von Patienten, bei denen der Verdacht auf eine Erkrankung durch hochpathogene aviäre Influenzaviren besteht, bzw. die durch diese erkrankt sind, ist auf die Einhaltung der in der TRBA 250 “Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege” und im ABAS-Beschluss 609 „Arbeitsschutz beim Auftreten von Influenza unter besonderer Berücksichtigung des Atemschutzes" beschriebenen Maßnahmen zu achten.
    Im besagten Beschluss Nummer 609 ist zu lesen:

    Die wichtigsten individualhygienischen Maßnahmen für medizinisches Personal sind das Tragen eines dicht anliegenden Mund-Nasen-Schutzes (MNS), der Anforderungen einer FFP1-Maske erfüllt [...] sowie die Händedesinfektion.
    Hier gibt es den Beschluss im Volltext:

    Beschluss 609 "Arbeitsschutz beim Auftreten von Influenza unter besonderer Berücksichtigung des Atemschutzes" (PDF-Datei, 80 KB)

    Unterm Strich ist die Vogelgrippe aus hygienischer Sicht also eine Influenza wie jede andere auch. Alle erforderlichen Maßnahmen - das sind wie gesagt in erster Linie FFP1-Mundschutz, Händedesinfektion und Isolierung - sind in jedem Krankenhaus schnell und einfach umzusetzen.

    Vor allem darf man sich aber nicht verrückt machen (lassen).

    Die gesammelten, aktuellen Informationen und Empfehlungen zum Thema gibt es auf den Vogelgrippeseiten des RKI.

    Schönen Abend,

    hhe

  2. #12
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    Standard AW: Vogelgrippe - H5N1

    Zitat Zitat von Hanno H. Endres

    Vor allem darf man sich aber nicht verrückt machen (lassen).
    Der Meinung bin ich auch! Aber das machen die Medien ja ausreichend.
    Dann kann man nach dem RKI einen Infizierten Patienten in einem Isolierzimmer auf einer Normalstation behandeln?

    Groha
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.


  3. #13
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    Standard AW: Vogelgrippe - H5N1

    Die Vogelgrippe ist nicht neu bei uns im Ländle, möglicherweise gab es auch im vor-vor-vor und Vor-Jahr Fälle, die nie untersucht wurden (Hypothese). Ich teile die Ansicht, es hat keinen Sinn sich verrückt zu machen bzw. machen zu lassen - z.B. Tamiflu-Sammler zu werden

    Nicht-desto-trotzig, finde ich es gut, wenn möglichst viele Menschen - bes. im Gesundheitswesen - sich darüber informieren und wissen, was die Verantwortlichen vorzuschlagen haben - d.h. planen, sollte es zu einer Pandemie kommen. Siehe z.B. die Grippe Pandemie anfangs des letzten Jahrhunderts. Die Folgen sind für mich gar nicht so recht vorstellbar - wenn z.B. jeder 3. Bürger erkranken würde....Nichts ginge mehr, dagegen würde ein Streik wie 2 Peanuts im großen Sandkasten aussehen


    Aus HHE's Link vom RKI:

    "Das Robert Koch-Institut weist ebenso wie die Welttiergesundheitsorganisation darauf hin, dass das Pandemierisiko derzeit so hoch ist wie seit Jahrzehnten nicht (siehe Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Influenzapandemieplan). Die effiziente Übertragung von Mensch zu Mensch ist H5N1 bislang noch nicht gelungen. Das Virus könne aber durch ständige Änderungen seines Erbguts oder – schlagartig – durch den Austausch ganzer Gene mit humanen Influenzaviren die Fähigkeit erlangen, effektiver als bisher Menschen zu infizieren und vor allem effizient von Mensch zu Mensch übertragen zu werden. Ein solcher Erbgutaustausch könnte in einem Menschen geschehen, der gleichzeitig infiziert ist mit einem Vogelgrippevirus und einem an den Menschen bereits angepassten, jeden Winter zirkulierenden, Grippevirus. Daher bedeutet jeder neue Vogelgrippefall beim Menschen ein gewisses Risiko, falls gleichzeitig die "üblichen" Grippeviren zirkulieren.

    Die aktuelle Entwicklung unterstreicht die Notwendigkeit, die gemeinsamen Vorbereitungen auf eine Pandemie auf nationaler und internationaler Ebene weiter rasch voranzubringen (Informationen zur Pandemieplanung, darunter Antworten auf häufig gestellte Fragen, sind abrufbar unter www.rki.de > Infektionskrankheiten A - Z > Influenza > Influenzapandemieplanung)." Stand: 21.02.2006

    WomBat
    Bin dagegen, Organismus der Mutation H08N15 zu werden

    Bin dafür, das die Pflege streikt

  4. #14
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    Standard AW: Vogelgrippe - H5N1

    Grübel....


    Was heißt eigentlich "Grippe" und woher kommt das Wort? Wieso sagen wir "Grippe" und Engländer sagen "Flu"? (von Influenza, aber was heißt das?)

    WomBat, Wo ist der Etymologe bzw. die Etymologin?

    PC Cracks - nein, "Log in" ist nicht gemeint!

  5. #15
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    Standard AW: Vogelgrippe - H5N1

    Zitat Zitat von WomBat
    Was heißt eigentlich "Grippe" und woher kommt das Wort? Wieso sagen wir "Grippe" und Engländer sagen "Flu"? (von Influenza, aber was heißt das?)
    Here we go:


    Zitat Zitat von BERTELSMANN Wörterbuch
    Grip|pe [f. 11] akute, fieberhafte Virus–Infektion vorwiegend mit Entzündung der Atemwege; Syn. Influenza [frz., zu gripper ”fassen“, letztlich zu fränk. *gripan ”greifen“]

    Zitat Zitat von http://de.wikipedia.org/wiki/Grippe
    Der Name „Influenza“ (von ital. influenza: Einflüsse der Gestirne, der Kälte) leitet sich von der bis ins Mittelalter vorherrschenden medizinisch-astrologischen Vorstellung ab, alle Krankheiten seien durch bestimmte Planetenstellungen beeinflusst. Erst seit dem 15. Jahrhundert bleibt der Name der "echten Grippe" vorbehalten, einer oft tödlichen Virusinfektion.

  6. #16
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    Standard AW: Vogelgrippe - H5N1

    Hallo,
    :guck mal http://www.etymologie.info/~e/d_/de-medizi.html
    geht auf die frz. "grippe" = "Laune" zurück und soll auf die Unberechenbarkeit der Viruserkrankung hinweisen. Das frz. Verb "gripper" = "(er)greifen" passt allerdings auch ganz gut.
    Übrigens hängt damit auch der "Grips", "das (intensive) greifen" zusammen.
    Gruß aus dem -enden Erlangen
    morgenmuffel

  7. #17
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    Standard AW: Vogelgrippe - H5N1

    Zitat Zitat von WomBat


    ...Es besteht aber die Befürchtung, dass sich das
    Vogelgrippevirus H5N1 mit einem humanen Grippevirus (z.B. H1N1 oder H3N2) rekombinieren und auf diese Weise ein Virus entstehen könnte, das für Menschen kontagiös und hochpathogen wäre (Pandemievirus). Ein solches Virus könnte in einer Personen entstehen, die in der gleichen Woche von einem Vogelgrippevirus und einem "gewöhnlichen" saisonalen Grippevirus befallen wird. Aus diesem Grund sind Personen mit beruflichem Kontakt zu
    Geflügel und Wildvögeln aufgefordert, sich gegen die saisonale Grippe impfen zu lassen...


    WomBat
    Lieber Wombat,
    warum sollte deshalb die Grippeimpfung irgend einen Schutz gegen die Vogelgrippe bieten ?
    Ich halte es damit, Vitamine essen und halbwegs gesund leben. Und keine Vögelchen anfassen.
    Otto

  8. #18
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    Standard AW: Vogelgrippe - H5N1

    Hallo Otto!

    Zitat Zitat von Otto
    warum sollte deshalb die Grippeimpfung irgend einen Schutz gegen die Vogelgrippe bieten ?
    Das behauptet der pelzige Australier gar nicht, sondern erklärt lediglich:
    Zitat Zitat von WomBat
    Bin dagegen, Organismus der Mutation H08N15 zu werden
    Weil sein Immunsystem durch Impfung geschult ist, mit den drei Impfstämmen umzugehen, die für die aktuelle Saison als am hilfreichsten angenommen worden sind, kann in ihm nicht die heraufbeschworene ungute Verbrüderung von Human-Influenza und Flattertier-Influenza stattfinden. Soweit die Theorie.

    Sobald es zu der befürchteten Mutation gekommen ist, nützen die bisher entwickelten Impfstoffe wenig bis gar nicht. Dann muß ein neuer her, was bedauerlicherweise nicht von jetzt auf gleich zu vollbringen sein wird.

    Freundliche Grüße,
    Fenchurch

  9. #19
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    Standard AW: Vogelgrippe - H5N1

    Zitat Zitat von Fenny Fenchurch
    Hallo Otto!



    Weil sein Immunsystem durch Impfung geschult ist, mit den drei Impfstämmen umzugehen, die für die aktuelle Saison als am hilfreichsten angenommen worden sind, kann in ihm nicht die heraufbeschworene ungute Verbrüderung von Human-Influenza und Flattertier-Influenza stattfinden. Soweit die Theorie.

    Fenchurch
    Hallo Fenny Fenchuch,

    Nach meinen Kenntnisstand ist durch nichts bewiesen, daß eine Grippeimpfung
    vor Vogelgrippe schützen soll. Die oben zitierte Theorie ist weit hergeholt.
    H5 N1 wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen.
    Auch Tamiflu etc. hilft nicht gegen Vogelgrippe. Es wird viel Geld ausgegeben um Medikamente zu horten, die einen zweifelhaften nutzen haben.
    Medikamente die keine gesicherte Wirkung haben, werden von der Gesundheitspolitik sonst strenger auf den Prüfstand gestellt.
    Ich denke, daß zur Zeit viel Aktionismus an den Tag gelegt wird.
    Kommt mir bekannt vor- Stichwort :BSE -redet kaum einer davon, die Bedrohung ist aber noch gegenwärtig.

    Otto

  10. #20
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    Standard AW: Vogelgrippe - H5N1

    Hallo Otto!

    Stimmt! Tamiflu hilft nicht gegen Vogelgrippe und bisher auch sonst nix anderes.
    Die Grippeschutzimpfung soll aber vor den "normalen" Grippeviren schützen um eine Superinfektion zu verhindern.

    Gruß aus Filderstadt von Rainer.
    ...not sleeping...but relaxed...

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