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Thema: EuGH - Urteil / Umsetzung

  1. #11
    Markus ist offline registrierter Benutzer
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    Daumen hoch AW: EuGH-Urteil/Umsetzung

    Hallo

    Auch wenn der Bundesrat letzte Woche die letztmalige Verlängerung auf den 31.12.2006 beschlossen hat, wird an unserer Klinik von Bereitschaft- auf Schichtdienst umgestellt. Zum 1.12.05. .

    D.h. die Anästhesie und der OP arbeitet ähnlich wie in den Intensivabteilungen, also Früh- Spät- und Nachtdienst. Einziger Unterschied: Am Wochenende wird im 2-Schichtsystem gearbeitet.
    Von den Kolleginnen wird das sehr unterschiedlich bewertet. Zum einen haben endlich diese Horrorbereitschaftsdienste eine Ende, wo man mittlerweile i.d.R. 24h durchgearbeitet hat. Zum Anderen befürchtet ein Teil finanzielle Verluste, da gerade in diesen Abteilungen die Netto-Bezüge eine große Spannbreite aufwiesen, je nachdem wann und wieviele Dienste geleistet wurden.

    Parallel dazu wird auch die reguläre OP-Laufzeit ausgeweitet, d.h. elektive Eingriffe finden durchaus gegen 18:oo oder 20.oo statt.

    Ich persönlich habe sowohl im Schicht- als auch mal im Bereitschaftsdienst gearbeitet. Toll ist natürlich beides nicht, aber ich würde das Schichtsystem immer vorziehen. Ausserdem sehen die meisten Kollegen ihr Bereitschaftszimmer so gut wie gar nicht mehr. Nach den elektiven Eingriffen geht es munter weiter mit Notfällen, oder was dann so zum Notfall gemacht wird.


    Das ganze ist eine Testphase, so dass man zum 1.1.2007 flexibel reagieren kann.
    Nebenbei: es wird zusätzliches (Fach)Personal eingestellt.

    Markus

  2. #12
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    Unglücklich AW: EuGH-Urteil/Umsetzung

    wenn die übergangsfrist verlängert werden soll müssen unsere politiker in die gänge kommen
    ob das im sinne der patienten ist
    so long arnold

  3. #13
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    Standard AW: EuGH-Urteil/Umsetzung

    Liebe Kollegen!

    Bei uns heißt es von Seiten der Personalabteilung mittlerweile, man möchte noch mit der Umsetzung warten, wahrscheinlich bis Mitte 2006.

    Es sind aber zum 1.1. schon 2 neue Kollegen eingestellt worden.

    Im Namen meiner Kollegen hier am Hause wünsche ich mir eine rasche Umsetzung, da inzwischen nur noch 2 von 10 Diensthabenden die "alte Regelung" besser finden, d.h. die Kohle der Freizeit vorziehen.

    Auch meine Frau und meine Kinder freuen sich schon seit Monaten darauf (seit es diese Mitteilungen gibt) daß ich nicht mehr bis zu 33 Stunden am Stück in der Klinik bin - von mir ganz zu schweigen.

    Schöne Grüße aus Schwaben von Rainer.
    ...not sleeping...but relaxed...

  4. #14
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    Standard AW: EuGH-Urteil/Umsetzung

    @rainer: habt ihr schon durchgerechnet, und habt ihr es vllt. sogar hinbekommen, den finanziellen verlust in grenzen zu halten?

    trotz allem was dafür spricht, glaube ich immer noch, dass der mehrheit der pflegenden und ärzten die regelung
    arbeitstag + bereitschaftsdienst und dann ab nach hause
    ausreichen würde. aber der drop ist wohl gelutscht...

    wir beginnen jetzt erst mit der ideenfindung....

    gruss vom rhein, madi
    Die Absicht bestimmt die Sicht.

  5. #15
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    Standard AW: EuGH-Urteil/Umsetzung

    Hallo Madison!

    Nee, der Drop ist nicht gelutscht.
    Es ist immer noch möglich, an einen Arbeitstag einen BD dranzuhängen, nur darf die maximale tägliche Arbeitszeit ( 13 Stunden bei Stufe C + D, 16 bei A + B, dabei maximal 10 Stunden Vollarbeitszeit) nicht überschritten werden.
    Der finanzielle Verlust läßt sich einigermaßen dadurch in Grenzen halten, daß man eben Nachtdienst-, Feiertags-, Wochenend-, Schichtzulage sowie eine geringere Anzahl BD- Zulage erhält.
    Aber den, der bisher viele Dienst machte und der auf das Geld angewiesen ist wird wohl nicht umhin kommen, sich einen lukrativen Nebenjob zu suchen (soviel zum Thema Erholungswert). Da beißt sich die Schlange in den eigenen Schwanz.

    Schöne Grüße aus Schwaben von Rainer.
    ...not sleeping...but relaxed...

  6. #16
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    Standard AW: EuGH-Urteil/Umsetzung

    Die Umstelungen werden für alle schwierig. Der finanzielle Verlust ist nicht zu unterschätzen. Mit dem Geld müssen im wesentlichen auch die/der neue Mitarbeiter finanziert werden. Seitens der Kostenträger gibt es erstmal nix. Aber in Bezug auf Nebentätigkeit habe ich gerade einen interessanten Aspekt zu Nachdenken:
    "Übt ein Beschäftigter eine zusätzliche Nebentätigkeit aus, muss er die Bestimmungen des Arbeitszeitgesetzes einhalten. So muss unter anderem zwischen dem Arbeitsende der Nebentätigkeit und dem Beginn des Hauptarbeitsverhältnisses die vorgeschriebene Ruhezeit von mindestens elf Stunden eigehalten werden. Darüber hinaus darf wöchentlich insgesamt nicht länger als 48 Stunden gearbeitet werden.
    Nicht zulässig ist außerdem, die Nebentätigkeit während des Erholungsurlaubs des Hauptberufs zu leisten. Wenn sonntags gearbeitet wird, muss es einen Ersatzruhetag geben. Wenn der "nebenjobbende" Mitarbeiter diese Voraussetzungen nicht einhält, darf der Chef ihm die Nebentätigkeit verbieten. In einem aktuellen Urteil entschied das Bundesarbeitsgericht in Erfurt, dass ein Arbeitgeber, für den ein Mitarbeiter Sonntagsarbeit leistet, diesem kündigen darf, wenn der Beschäftigte keinen Ersatzruhetag gewährleisten kann."(Az.:AZR 211/04) ddp
    Das macht deutlich, dass die Thematik sehr schwierig ist. Im übrigen glaube ich, dass kaum Wege an einer Umstellung auf eine Jahresarbeitszeit vorbei führen.
    Gruß aus dem Hannöverschen
    Sören

  7. #17
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    Standard AW: EuGH-Urteil/Umsetzung

    Liebe Kollegen!

    Ich denke, daß eine Nebentätigkeit in der Anästhesie durchaus möglich ist.

    Hat man z.B. Sonntags Nachtdienst und geht Montag nach Hause hat man den Ausgleichstag schon.
    Kommt eben auch darauf an, wieviele BD's man im Monat machen muß.
    Einen oder 2 Samstage kann sicher auch jeder mal arbeiten - vorausgesetzt (wie Sören gesagt hat) es wird die wöchentliche Stundenarbeitszeit nicht überschritten.

    Mit der Jahresarbeitszeit gehe ich konform, für die Leitungen macht es die Planung natürlich nicht eben leichter.

    Gruß, Rainer.
    ...not sleeping...but relaxed...

  8. #18
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    Standard AW: EuGH-Urteil/Umsetzung

    MoinMoin
    Jetzt "muß" ich auch mal mitmischen.
    Also ich habe meine deutlichen moralischen Probleme mit einer Nebentätigkeit bei einem Hunderprozent Job.
    Ich kann durchaus verstehen, dass einen der finanzielle Verlust sehr hart trifft und bin eh der Meinung, das Krankenpflege seit Jahren nicht leistungsgerecht bezahlt wird, bzw. noch nie bezahlt wurde.
    Jetzt das dicke ABER:
    Das die Umstellung erfolgt, ist seit dem Jahr 2000 bekannt.Es kann also niemanden in diesem Bereich arbeitenden plötzlich treffen und man hatte immerhin schon 5- 6 Jahre Zeit sich finanziell darauf vorzubereiten.
    Wer seine finanzielle Planung nach dem Jahr 2000 mit Bereitschaftsgeld gemacht hat, muß sich schon fragen lassen, ob das besonders pfiffig war.
    Ich kann ja auch kein Haus im Jahr 2000 planen, dieses im Jahr 2006 bauen wollen und dann die Eigenheimzulage mit einkalkulieren, obwohl seit Jahren bekannt ist, das diese gestrichen werden soll.
    Das soll keinesfalls ketzerisch klingen.
    Mir ist wie oben schon beschrieben die finanzielle Situation durchaus bewußt, trifft uns ja irgendwie alle.
    Eine Nebentätigkeit anzunehmen hätte meines Erachtens aber viele negative Folgen:
    1. Es würde ein Zeichen gesetzt, das wir durchaus noch leistungsfähiger wären, wenn nur das Geld stimmt.Als Verwaltungsdirektor würde ich mich dann doch sehr freuen und Beschwerden über zu hohe Arbeitsbelastung sofort damit abwiegeln, dass ich auf die Nebentätigkeit und den damit verlorenen Erholungswert hinweisen würde.
    2. Meine Eltern haben noch sehr hart für die Einführung der 40 Stunden- Woche gekämpft.
    Auch dieses würde kontrakariert werden.
    3. Gesellschaftpolitisch würde ein Zeichen gesetzt, mit dem man als Arbeitnehmer nicht einverstanden sein kann.Gewerkschaften plädieren seit Jahren-und kämpfen hart dafür-, dass das Leben nicht nur aus Arbeit, sondern auch aus Erholung besteht.Wenn wir nachweisen, dass wir "nur" das Geld brauchen, nicht aber die Erholung, dann werden die nächsten Verhandlungen sehr schwer werden und wahrscheinlich mit finanziellen Einbußen verbunden sein.Heißt: Mehr Arbeit, trotzdem weniger Geld.
    4. Es ging doch bei der Umsetzung des Urteils auch um Patientenschutz.(Arzt arbeitet 500000 Stunden am Stück und muß dann noch operieren.Dat geht nich gut.
    Auch hier würde das Gegenteil erreicht und der Sinn des Urteils in Frage gestellt.

    Eine Lösung des Problems(weniger Geld) habe ich auch nicht parat, aber ich glaube, das wir uns mit zusätzlicher Arbeit nur noch mehr Probleme bereiten und dann wirklich bald amerikanische Verhältnisse haben, wo viele Leute 2 Job´s haben, nur um einigermaßen über die Runden zu kommen.

    Der Fred
    P.S.: wenn ich die Leute bei mir auf der ITS, die ja schon immer im 5 Tage Schichtdienst arbeiten, fragen würde, ob sie noch zusätzlich,außerhalb der Klinik arbeiten würden, bekäme ich wahrscheinlich ein Problem.
    Geändert von fredokus (01.12.2005 um 18:00 Uhr) Grund: Wat vergessen

  9. #19
    bearly ist offline registrierter Benutzer
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    Standard AW: EuGH-Urteil/Umsetzung

    hinzu kommen demnächst die tvöd-bedingten einbussen, die die pflege insgesamt wird hinnehmen müssen und nicht zu vergessen der zirkus, den der marburger-bund veranstaltet mit 30% lohnerhöhungs-forderung.....eine lohnerhöhung im krankenhaus-dienstarzt-bereich würde mit an sicherheit grenzender wahrscheinlickeit zum grossen teil auf die pflege umgelegt (in diesem zusammenhang sehr interessant ein aktuelles interview mit dem gf des dbfk f. wagner in pflege aktuell)......

  10. #20
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    Standard AW: EuGH-Urteil/Umsetzung

    Hallo Fred!

    Du hats sicher mit allem recht, was Du hier geschrieben hast.

    Es gibt jedoch einige "ABER'S":

    - bis jetzt ist noch nicht bekannt, wie hoch die finanzielle Einschränkung bei jedem Einzelnen sein wird
    -bis jetzt ist noch nicht bekannt, wie und in welchem Ausmaß bzw. wann die Umsetzung des EuGH-Urteils überhaupt kommen wird
    -mich selbst betrifft es weniger.Aber es gibt auch in meiner Abteilung Kollegen, die vor 2000 ein Haus bzw. eine Wohnung gekauft und mit dem BD-Geld gerechnet haben - Kredite auf einen Hausbau machst Du normalerweise über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren.
    -viele haben mit einer Besitzstandswahrung gerechnet. Aber daß jetzt die Anästhesiepflegenden evtl. weniger bekommen sollen als die Kollegen auf der Station (nicht nur Intensivstation) scheint mir ungerecht. Hoffentlich haben die einzelnen KH's ein Einsehen, sonst befüchte ich für die Zukunft der Funktionsdienste Schlimmes - denn wer tut sich schon den täglichen Streß im OP an + den Streß alleine im BD mit Notfällen zu sein + Minusstunden nach einem evtl. sehr arbeitsintensiven BD + 2jährige Zusatzqualifikation und dies alles für einen Mindestlohn?

    Da würden sicher einige sagen: wozu soll ich mir das antun???

    Sicher gibt es für einige Kollegen keine andere Möglichkeit, als ihren finanziellen Verlust durch eine Nebentätigkeit auszugleichen - es hängen (bei zum Teil 6-800 € pro Monat) schließlich auch Existenzen dran.

    Grüß Dich- Rainer.
    ...not sleeping...but relaxed...

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