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Thema: Pflege an die Hochschule und dann ans Bett

  1. #11
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    Standard AW: Pflege an die Hochschule und dann ans Bett

    Liebe Rettungsmaus, nur Häuptlinge geht auch nicht gut. ABER

    Es gibt die Krankenpflegehelfer Ausbildung
    http://www.kbg-ge.de/PDF/Ausbildungs...legehelfer.pdf
    mit der Eingangsvoraussetzung “Hauptschule”, dazu gibt es auch diverse Pflegeassistenten Kurse.

    Nach erfolgreicher Prüfung ist es nach wie vor möglich in die 3-jährige Ausbildung einzusteigen. Weshalb will die Politik (einige), dass die Voraussetzungen auf einen Hauptschulabschluss gesenkt werden? Es geht doch schon. Schelm, wer dabei Böses denkt. Ich meine Schelm, wer Böses über Politiker denkt.

    Ich habe einige sehr, sehr gute Krankenpflegehelfer/innen kennengelernt. Ich finde es nur Schade, dass für die meisten ein weiterer Weg z.B. für eine bessere Entlohnung und mehr berufliche “challenges”, erschwert ist. Das Leben halt. Sie sind dann viele Jahre in der Pflege, dann kommen Ehe, Kinder, vielleicht ein Häuschen. Bis sie selbst ihr Potenzial realisieren, fühlen sie sich zu alt um weiter zu machen, oder der Weg für einen besseren Schulabschluss ist zu weit, um dorthin zu kommen, wo sie hingehören. Mit anderen Voraussetzungen (anderer Bildungsabschluss) wären sie wahrscheinlich “viel weiter” gekommen. Nicht nur für sich selbst, sondern auch für den Beruf. Verlorenes Potenzial.

    Somit erscheint mir es immer sinnvoll, für eine gute bis sehr gute allgemeine Bildung für möglich viele Menschen zu sorgen, dann sind die Wege kürzer, billiger und eher angenehmer für alle Beteiligten. Umgekehrt geht auch, ist langwieriger. Evtl. wird Zeit verschwendet. Im schlimmsten Fall, bleiben sie dort hängen.

    Ich bin absolut Deiner Meinung, Sören. Bei entsprechenden Möglichkeiten und eine Atmosphäre die Menschen fördert, könnten viel mehr Menschen in Deutschland eine bessere Bildung haben. Vielleicht ändern sich die Zeiten und selbst die härtesten Gegner von Chancengleichheit in Sachen Bildung raffen es?

    WomBat, die, die an am Bett pflegen, brauchen genauso viel Bildung wie die, die managen oder sonstiges tun.
    Pflegefachkräfte sind nicht teuer, sie sind unbezahlbar!

  2. #12
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    Standard AW: Pflege an die Hochschule und dann ans Bett

    Ich gebe euch natürlich vollkommen Recht, wenn wir darüber reden (schreiben), dass es über viele Wege (Pflegeassistenten/Pflegehelfer ect.) am Schluss auch für Hauptschüler der Klasse 10a möglich ist, die dreijährige Ausbildung zu erlangen.
    Genauso wie WomBat es beschreibt, kenne ich es auch. Wenn man sich die Schüler auf der Hauptschule so ansieht, weiß man bei einigen, dass sie nach der Schule wahrscheinlich kaum noch Gelegenheit haben, einen höheren Bildungsabschluß zu erlangen. Ich glaube auch, dass wir diese potentionellen Kollegen verloren haben bevor sie eine Chance bekommen. Meine Tochter kommt auch von der Hauptschule und hat es nun bis in die Oberstufe auf einer Gesamtschule geschafft und wird ihr Abitur machen. Dies aber nur, weil wir voll und ganz hinter ihr stehen und sie in ihren Möglichkeiten unterstützen. Dieses Privileg haben aber eben nicht viele.
    Ich glaube, man sollte sich mal die Voraussetzungen für die Krankenpflege ansehen und überlegen, ob die Kriterien noch richtig liegen wonach die zukünftigen Schüler ausgesucht werden. Sollten es immer nur die Noten sein? Ist nicht auch eine gewisse soziale Kompetenz wichtig? Hauptschüler haben gerade in der Empathie großes Potential. Auf jeden Fall mehr Potential als in ihrem Notendurchschnitt!
    Wird darauf bei den Auswahlkriterien wirklich geschaut?
    Ich gebe euch, wie schon geschrieben, Recht. Man kann auch auf dem wesentlich längeren Weg dreijähriges Examen machen aber ich denke auch , dass wir bis dahin viele gute Leute verlieren und ich denke auch , dass wir uns das in zukunft nicht mehr erlauben können.

    Gruß
    Heike
    Wer zuletzt lacht stirbt fröhlich

  3. #13
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    Standard AW: Pflege an die Hochschule und dann ans Bett

    Liebe Rettungsmaus,
    die mit der hohen sozialen Kompetenz auf der Hauptschule, machen meistens einen guten Abschluss. Aber ein Hauptschüler mit einem 4er Schnitt, wird es nicht schaffen den Anforderungen in der Pflege gerecht zu werden.
    Mein Mann ist Berufsschullehrer und unterrichtet die Klientel in den Berufseinstiegsklassen oder sogar in den Ausbildungen zu anderen Handwerksberufen. Lesen und Schreiben korrekt geht vielleicht noch, aber Mathe ist schon schwer. Leider geht es über Zensuren, doch auch in der Krankenpflegeausbildung. Bei uns tun sich die, die von der Hauptschule kommen und dann die Sozialpflegeschule gemacht haben, sehr schwer, den Stoff zu schaffen. Mein Mann sagt, den wurde der Hauptschulabschluss oft geschenkt, gerade in der Krankenpflege kommt es auf Disziplin und Korrektheit an, was oft nicht vorhanden ist, auch bei Abiturienten.

    LG Anke

  4. #14
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    Standard AW: Pflege an die Hochschule und dann ans Bett

    Hallo Anke,

    dein Mann wird vermutlich Recht haben. Ich denke auch nicht an die "Verweigerer", die im Grunde zu keiner Schulform Lust haben. Natürlich möchte ich auch solche Leute niemals in der Pflege sehen. Ganz klar!

    Ich kenne halt aus der Klasse meiner Tochter viele Jugendliche, die leider keine Chance gehabt haben weil sich niemand wirklich kümmert. Da waren einige super nette Leute bei. Na ja, die Krankenpflege sollte natürlich auch nicht das soziale Auffangbecken von allen möglichen sein! Ein Umdenken wäre trotzdem nicht schlecht. Vieleicht mit Mentoren oder so etwas.(ältere Krankenpflegekräfte, die eine Beschäftigung brauchen aber körperlich nicht mehr in der Lage sind, jeden Tag "am Bett" zu stehen) Ich hoffe einfach, dass die Jugendlichen, die von der Hauptschule kommen (und die sich noch nicht ganz aufgegeben haben) eine faire Chance bekommen ohne gleich abgeschrieben zu werden oder einen Weg beschreiten müssen den sie niemals zu Ende gehen. (weil ihnen zwischen zeitlich die Puste ausgeht oder weil sie einfach Geld verdienen wollen/müssen)

    Ich denke allerdings, dass es (wie schon einige hier erwähnt haben) ein generelles Problem, (Gesellschaft, Bildung, soziales Engagement ect.) ist.
    Es wird sich noch viel bewegen müssen. Ob wir das noch erleben.....?

    Gruß
    Heike
    Wer zuletzt lacht stirbt fröhlich

  5. #15
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    Standard AW: Pflege an die Hochschule und dann ans Bett

    Für mich ist es klar, Hauptschulabsolventen haben schlechte Chancen. Das sollte geändert werden.

    Gleichzeitig denke ich nicht, dass unser Beruf dafür zuständig ist, ein anhaltendes gesellschaftliches Problem zu lösen. Die PolitkerInnen, die das propagiert haben (Hauptschüler in die Pflege – und zwar die 3jährige, staatlich examinerte), machen es sich denkbar leicht. Nach dem Motto: “Simple solution für schwerwiegende Probleme”. Problem dabei ist nur, das sie simpel dachten. So wie die Oma auf dem Motorrad ohne Lenker ohne Licht.

    WomBat
    Pflegefachkräfte sind nicht teuer, sie sind unbezahlbar!

  6. #16
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    Standard AW: Pflege an die Hochschule und dann ans Bett

    Genauso ist es Wombat, auch die die Pflege steht vor einem großen Crash.

    Schönes WE Anke

  7. #17
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    Standard AW: Pflege an die Hochschule und dann ans Bett

    Der größte Irrtum ist Gesundheits.- u. Krankepflege mit Altenpflege gleichzusetzen. Im Krankehaus bleiben die Pat. immer kürzer und brauchen immer professionellere Behandlung. Der Bedarf an Altenpflege wird immens wachsen. Somit muß man die Anforderungen trennen und auf unterschiedliche Niveaus stellen. Es wird nur in unsereren Reihen das Problem nicht dauerhaft lösen, denn entweder sind die Leute zu blöd für die Anforderungen oder sie sind clever und entwickeln sich langfristig aus der Pflege heraus. Die Bedingungen für professionell Pflegende werden immer schlechter, also gehen die Leute in andere Berufe. Politisch möchte man aus ganz bestimmten Gründen nicht gegensteuern. Das Niveau wird also sinken. Das gleiche Problem haben manche Handwerke auch jetzt schon.

    Sören
    wat mut dat mut

  8. #18
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    Standard AW: Pflege an die Hochschule und dann ans Bett

    Lieber Sören,
    @all
    Dein Satz
    Ein "guter" Schulabschluss war auch noch nie ein Zeichen von Intelligenz.
    hat gerade in Bezug auf das Gesundheitswesen viel Wahres.
    Siehe die Ärzteschaft....

    Aber nun zum Thema:

    Wir brauchen in der Pflege durchaus auch KollegInnen mit einem Studienabschluss, aber gleich nach der Schule zu studieren um dann in unseren praktischen Beruf vor Ort (=auf den Stationen) zu arbeiten, halte ich für den falschen Ansatz.
    Mein Ansatz wäre, dass die Studienvoraussetzung grundsätzlich ein Abschlus in GuK ist.
    Was wir noch an anders bzw. kürzer und einfacher als z.B. die Krankenpfegehilfe an Berufen benötigen, ist glaube ich, mit Hauptschulabschluss zu schaffen und kann sich m.E. nach nur auf Bereiche wie Naterialwirtschaft (= betsellen und einräumen von med. Verbrauchsmaterial) sowie Aufreäum- Nachfülltätigkeiten beschränken. Hierfür werden kaum qualifizierte Ausbildungswege benötigt.
    Der Weg, den wir auch immer gehen werden, ist immer der richtige Weg oder auch immer falsche Weg; der Weg ist eben das Ziel.

    Viele liebe Grüße
    fridolin
    immer gelegentlich manchmal
    Wahlspruch: Dormicum macht den dicksten Bären stumm...

  9. #19
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    Standard AW: Pflege an die Hochschule und dann ans Bett

    @fridolin
    Ich denke auch, das eine Voraussetzung zumindestens, ein Vorpraktikum oder das Abitur Gesundheit und Pflege sein muss, ansonsten sind die Pflegeakademiker nachher blind, was Abäufe und Pflegeprozesse angeht.

    Anke F.

  10. #20
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    Standard AW: Pflege an die Hochschule und dann ans Bett

    “Die Schweiz ist weltweit eines der letzten Länder, das die Grundausbildung zur Pflegefachperson im Jahr 2006 auf Fachhochschulebene (BSc) angesiedelt hat. Während im angelsächsischen Ausland bereits seit mehr als fünfzig Jahren konsekutive Masterstudiengänge für Pflegefachpersonen durchgeführt werden, gibt es solche in der Schweiz noch nicht auf Fachhochschulebene und es besteht zurzeit nur ein universitärer Studiengang in Basel. Um die internationale Anschlussfähigkeit und Mobilität, die Wettbewerbsfähigkeit sowie den steigenden Bedarf an hoch qualifizierten Pflegefachpersonen im Gesundheitssystem der Schweiz gewährleisten zu können, braucht es konsekutive Masterstudiengänge für Pflege in der Schweiz.” Quelle Schweiz: nachfolgender Link Seite 1 http://www.gesundheit.zhaw.ch/filead...o_20080702.pdf



    “Die Zulassungsvoraussetzungen in Deutschland sind momentan EU-weit das Schlusslicht. Hier sollte hinterfragt werden, warum die deutsche Politik es für notwendig hält, die Voraussetzungen so “flach” zu halten. Was steckt dahinter? Niedriglohn-Arbeiterinnen, die nicht autonom über ihren Beruf entscheiden können? Warum ist keine Pflegekammer in Deutschland vorhanden? Und warum wird die Entwicklung der Pflegeprofession in Deutschland fremdbestimmt, und die Weiterentwicklung und der Professionalisierungsprozess sogar von berufsfremden Menschen gehemmt? Quelle: Deutschland, nachfolgender Link, Seite 7

    http://www.dnapn.de/wp-content/uploa...onen-Final.pdf

    WomBat
    Geändert von WomBat (11.09.2012 um 21:41 Uhr)
    Pflegefachkräfte sind nicht teuer, sie sind unbezahlbar!

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