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Thema: Verdienen Pflegende zu wenig? (Kommentar von Prof. Ostermann)

  1. #81
    Sebb ist offline registrierter Benutzer
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    Standard AW: Verdienen Pflegende zu wenig? (Kommentar von Prof. Ostermann)

    Zitat Zitat von Pierre70
    Derzeitige Kosten

    Die Verdi-Forderung nach einem Mindest-Stundenlohn von 8 bzw. 9 € auf 12,50 € würde eine Steigerung von 56% (bei 8 €) bzw. 38% (bei 9 €) auf den Durchschnittslohn bedeuten. Um die Rechnung zu vereinfachen, bilden wir aus beiden Verdiensten den Mittelwert. Für 8,50 € betrüge die Steigerung 47%. Damit würde sich der Durchschnittslohn 2.410 € auf 3.542,70 € erhöhen.Nun gibt es zwei mögliche Szenarien.
    Vielleicht bin ich zu später Stunde auch nicht mehr voll anwesend, aber für mich sieht das so aus: Er redet erst von 8€ bzw. 9€ Mindestlohn, welcher auf 12,50€ angehoben werden soll und dann rechnet er anhand dessen eine Gehaltssteigerung aus, die er dann auf den Durchschnittslohn anwendet?!

    Meine Rechnung:
    12,50€ * 39,5 Std./Woche = 493,75€/Woche
    365(Tage):12(Monate):7(Tage/Woche)= 4,345 Wochen pro Monat im Schnitt

    493,75 * 4,345= 2145,34€*Mindestlohn pro Monat bei einer 39,5h Woche

    Die Annahme, dass bei einer Anhebung des Mindestlohns alle Löhne um denselben Prozentsatz steigen würden, halte ich für nicht nachvollziehbar.

  2. #82
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    Standard AW: Verdienen Pflegende zu wenig? (Kommentar von Prof. Ostermann)

    Vielen Dank für deine Antwort. Genau das selbe ist mir auch sauer aufgestoßen...
    Für einen Mindestlohn von 12:50 würde ich kündigen. Wer tatsächlich weniger verdient, hätte eine Lohnerhöhung mehr als verdient.

    Gruß pflegerli

  3. #83
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    Standard AW: Verdienen Pflegende zu wenig? (Kommentar von Prof. Ostermann)

    Bei all Euren Berechnungen zur Entlohnung (oder soll ich besser sagen: "Belohnung zum bei der Stange bleiben"? ) gebe ich zu bedenken, dass hier nur der Brutto-Lohn gemeint ist.
    Beim Herunterrechnen der Abgaben an die Gemeinschaft (Steuer, Sozialabgaben) bleibt nicht mehr viel übrig...

    Das ist auch die Krux des Mindestlohnes...

    Viele liebe Grüße
    der nicht gerade preisgünstig zu habende
    fridolin
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  4. #84
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    Standard AW: Verdienen Pflegende zu wenig? (Kommentar von Prof. Ostermann)

    Moin,
    die Uniklinik Mainz schloss einen neuen Haustarifvertrag ab, u.a. ist dort enthalten, dass examinierte Pflegekräfte am Bett einen monatlichen Treuebonus von 300 € erhalten sollen.
    Mehr unter: https://www.aerztezeitung.de/politik...FD24141824FYI4
    Das finde ich jedenfalls besser, als wenn Prämien bei einem Arbeitsbeginn von einigen tausend Euros bezahlt werden oder "Werberprämien".
    Gruß

  5. #85
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    Standard AW: Verdienen Pflegende zu wenig? (Kommentar von Prof. Ostermann)

    Ihr Lieben,
    besser als mehr Geld wären doch noch bessere Arbeitsbedingungen.
    Das würde noch mehr motivieren als nur mehr Geld.
    Natürlich benötigen wir alle Geld zum Leben und mehr Geld ist immer gut - nur was nützt es, wenn der Arbeitstress so groß wird, dass die ArbeitnehmerInnen entweder frühzeitig den Beruf verlassen oder zwangsweise die "Brocken hinschmeissen" müssen, wobei die extremste Form, das frühzeitige Ableben, hier nur nebenbei beachtet werden soll.

    Wenn eine Pflegekraft in der Regel 15 Patienten betreuen soll und auf Intensivstationen 3 - 4 kritisch kranke, so ist etwas an den Arbeitsbedingungen in erhebliche Schieflage geraten.

    Gute Arbeitsbedingen enthalten vielmehr als nur monetäre Aspekte.

    Ich zähle hier einmal einige, aus meiner Sicht wichtige Aspekte auf:
    - Anzahl der zu betreuenden Pat. (max. 6, bei PKMS max. 3; für die ITS 1:1 rund um die Uhr), entsprechende Schichtbesetzung
    - Arbeitszeiten flexibel nach Wunsch des Pflegenden
    - Abeitsbeginn möglichst spät, d.h. der Frühdienst beginnt nicht vor 07:00 h
    - die Wochenarbeitszeit wird auf max. 35 Stunden begrenzt, natürlich bei vollem Lohnausgleich
    - keine Schichtlänge unter 4 Stunden, keine Schichtlänge über 10 Stunden inklusive Pause
    - bei Krankheitsausfällen sofortige Schließung von Betten mit der Folge, evtl. Pat. an andere Kliniken abgeben zu müssen
    - Beteiligung aller Pflegenden an der Konzeptentwicklung der jeweiligen Station
    - Belohnung bei der Übernahme von Sonderaufgaben
    etc.
    Diese Auflistung ist von Euch allen zu ergänzen.
    Viele liebe Grüße
    fridolin
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  6. #86
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    Standard AW: Verdienen Pflegende zu wenig? (Kommentar von Prof. Ostermann)

    Moin,

    @fridolin
    ja, bessere Arbeitsbedingungen und -umfeld wären noch besser.

    Deine Aufzählung kann ich z.T. unterstützen und es ist ja auch möglich; wie z.B. die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich in den Frankfurter-Rotkreuz-Kliniken oder flexiblere Arbeitszeiten in einigen Kliniken.
    Wobei ich das mit flexiblen Arbeitszeiten etwas kritisch sehe. Ich arbeite jetzt auf einer 8-Betten-Intensivstation in einem Haus der Grundversorgung, da wird es schwierig werden, Arbeitszeiten individuell anzubieten; wobei ich von einer ehemaligen Kollegin weis, die in einem Haus der Maximalversorung beschäftigt ist, dass dort durchaus Möglichkeiten bestehen, den Mitarbeitern Flexibilität zu ermöglichen.
    Ich würde mich schon um einige Planstellen mehr freuen, fällt bei uns auf Station ein Mitarbeiter aus, beginnt die Suche nach einem Ersatz, da in der Regel der Dienstplan so eng geschrieben ist, dass kein "Puffer" vorhanden ist.
    Zum Thema Arbeitsbeginn morgens bin ich auch einwenig zwiegespalten: gerne erst ein Arbeitsbeginn um 7 Uhr zum Frühdienst, habe ich aber Nachtdienst möchte ich nicht unbedingt bis halb acht Uhr arbeiten.

    Liebe Grüße,
    ostfriesland

    Ich würde es toll finden, wenn auch einige der "Gäste" sich registrieren würden und ihre Meinung äußern würden; Mitleser gibt es ja genügend!

  7. #87
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    Standard AW: Verdienen Pflegende zu wenig? (Kommentar von Prof. Ostermann)

    Ich würde es toll finden, wenn auch einige der "Gäste" sich registrieren würden und ihre Meinung äußern würden; Mitleser gibt es ja genügend!
    Lieber ostfriesland,
    ich unterstütze Deine Aussage hier voll und ganz! Mehr Diskussionen = bessere Positionsfindung! Mehr Diskutanten = weniger vorgefasste Meinungen, die realitätsfern sind.

    Meine Aufzählung ist durchaus ernst gemeint und unvollständig.

    Der spätere Beginn des Frühdienstes hätte zunächst einmal eine Verschiebung aller Dienste "nach Hinten", d.h. in den Abend zur Folge. Es geht nicht darum, den Nachtdienst zu verlängern.
    Im zweiten Zug muss natürlich überlegt werden, wie der Tagesablauf in einem Klinikum neu strukturiert (inklusive neuer Arbeitszeitmodelle für alle Berufsgruppen außer der reinen Verwaltungstätigkeit) angepasst werden kann.
    Ich glaube, dass die Belastungen für Mitarbeiter und Patienten (ich möchte nicht um 06:00 h früh geweckt werden!!!) deutlich gesenkt werden können und der Arbeitsplatz dadurch auch deutlich an Atrakktivität gewinnt.

    Viele liebe Grüße
    fridolin, der lieber spät aufstehende...
    immer gelegentlich manchmal
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  8. #88
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    Standard AW: Verdienen Pflegende zu wenig? (Kommentar von Prof. Ostermann)

    Moin,

    @fridolin,
    bin bei meiner Aussage zwecks Schichtbeginn morgens um 7 Uhr auch nicht davon ausgegangen, dass die Arbeitsstunden des Nachtdienstes verlängern werden sollen (ist bei uns z.B. gar nicht möglich, da wir schon 10 Stunden machen), sondern dass ich mir nicht vorstellen kann, im Nachtdienst bis halb acht Uhr morgens in der Klinik zu sein.
    In den letzten Monaten haben wir einige Arbeitszeiten ausprobiert, u.a. auch 'mal Nachtdienst bis halb sieben und die viertel Stunde länger fanden, alle die Nachtdienst machen, nicht so toll. Wir wollten auch weiterhin die Möglichkeit haben zu "schaukeln", deswegen auch die 10 Stunden im Nachtdienst (und auch wegen dem längeren Nachtwachenfrei).

    Deine Aufzählung habe ich auch ernst genommen!

    LG,
    ostfriesland

  9. #89
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    Standard AW: Verdienen Pflegende zu wenig? (Kommentar von Prof. Ostermann)

    @all,
    "Schaukeldienst" (früh-spät-früh-spät-...) ist nebem dem Nachtdienst die belastende Dienstform, die es gibt.
    Aus Sicht der Arbeitsmediziner (und auch aus meiner Sicht) sollte es nur sog. vorwärts rollierende Dienstplanmodelle geben, d.h. Beginn mit einer Frühdienstsequenz, dann Sprung in den Spätdienst (oder Kern- bzw. Regeldienst mit folgendem Spätdienst) und danach die Nachtdienstsequenz. Das Ende ist natürlich das Frei.

    Der Körper kann aich nur so halbwegs richtig umstellen.

    Und bitte nicht meine, dass "Frühdienstsequenz" gelichbedeutend mit 1 Woche Frühdienst ist...
    Dies können z.B. 3 -4 Frühdienste sein, 5 Spätdienste und 3 NAchtdienst.

    Viele liebe grüße

    fridolin
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  10. #90
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    Standard AW: Verdienen Pflegende zu wenig? (Kommentar von Prof. Ostermann)

    Moin,
    ja, ich weiß, Schaukeldienste und Nachtdienst sind nicht gesund; möchte aber trotzdem gern die Möglichkeit haben, 'mal einen Dienst zu tauschen, um z.B. einen Termin wahrnehmen zu können oder auch 'mal einen Kurs an der VHS machen zu können. Unsere Stationsleitung plant in der Regel mehrere Früh- bzw. Spätdienste, also schon ein Schritt in die Richtung, aber wir haben immer noch die Möglichkeit zu tauschen bzw. auch Wünsche zu äußern, die meistens auch erfüllt werden.
    LG, ostfriesland

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