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Thema: Eine gute Idee?

  1. #1
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    Standard Eine gute Idee?

    Hallo,
    heute mal etwas für mich neues. Ich bräuchte mal euren Rat bzw. eure Erfahrung. Unsere PDL für Funktionsbereiche hat die Idee einen Bettplatz der Intensivstation für die postoperative Überwachung im Bereitschaftsdienst, von der Anästhesiebereitschaft überwachen zu lassen. Das Bedeutet im Klartext, nach 8 Std. Regeldienst und einer Zeit X im Bereitschaftsdienst, ist der letzte im Bereitschaftsdienst operierte Patient, im letzten Bett der Intensivstation , vom Anästhesiebereitschaftsdienst zu überwachen.
    Einen Aufwachraum gibt es bei uns nur bis 18 Uhr. 30 Jahre wurden alle operierten Patienten nach 18 Uhr von der Intensivpflege betreut. Jetzt hat sich die Station für überlastet erklärt.
    Nach Auskunft unserer PDL- Funktionsbereiche gibt es mehrere Krankenhäuser in denen bereits so gearbeitet wird.
    Hat jemand da Erfahrungen?
    Gruß
    Johannes

  2. #2
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    Standard AW: Eine gute Idee?

    Bei uns ist festgelegt worden, daß die Anästhesiepflege die Aufwacher auf der ITS betreut, wenn dort eine akute Überlastung besteht. Routinemäßig machen wir das nicht. Ich habe keine Zahlen, aber es kommt sehr selten vor.

  3. #3
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    Standard AW: Eine gute Idee?

    Zitat Zitat von Frogger
    Bei uns ist festgelegt worden, daß die Anästhesiepflege die Aufwacher auf der ITS betreut, wenn dort eine akute Überlastung besteht. Routinemäßig machen wir das nicht. Ich habe keine Zahlen, aber es kommt sehr selten vor.
    Ich danke für die schnelle Antwort. Wer legt bei euch fest, und nach welchen Kriterien, wann der Bereitschaftsdienst zum Einsatz kommt? Und was passiert wenn der B-dienst zum Einsatz gerufen wird? Eine weitere Frage ist ob das mit dem "Sinn" des B-Dienstes vereinbar ist?
    Gruß
    Johannes

  4. #4
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    Standard AW: Eine gute Idee?

    Es ist dann Aufgabe der ITS-Schichtleitung, die Unterstützung der Anästhesiepflege anzufordern. Wenn noch eine dringende OP oder PDK-Anlage im Kreißsaal ansteht, entscheidet aber wohl letztlich der Anästhesist, was jetzt Vorrang hat. Kommt eine Notsectio dazwischen, muß natürlich die ITS-Pflege den Aufwacher übernehmen.

    Ich war bisher vielleicht zwei Mal in der Situation, Pat. auf der ITS nachbetreuen zu müssen. Da ich selbst auch auf der ITS arbeite, habe ich das kollegial hingenommen und nicht weiter hinterfragt.
    Ich weiß aber, daß das Anästhesie-Stammpersonal da deutlich kritischer ist.

  5. #5
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    Standard AW: Eine gute Idee?

    Zitat Zitat von Frogger
    Es ist dann Aufgabe der ITS-Schichtleitung, die Unterstützung der Anästhesiepflege anzufordern. Wenn noch eine dringende OP oder PDK-Anlage im Kreißsaal ansteht, entscheidet aber wohl letztlich der Anästhesist, was jetzt Vorrang hat. Kommt eine Notsectio dazwischen, muß natürlich die ITS-Pflege den Aufwacher übernehmen.

    Ich war bisher vielleicht zwei Mal in der Situation, Pat. auf der ITS nachbetreuen zu müssen. Da ich selbst auch auf der ITS arbeite, habe ich das kollegial hingenommen und nicht weiter hinterfragt.
    Ich weiß aber, daß das Anästhesie-Stammpersonal da deutlich kritischer ist.
    Nochmals vielen Dank. Ich bin auch Anästhesie-Stammpersonal. Auch ich sehe diese Sache skeptisch. Hier wird eine Tür aufgestossen. Wann immer durch Personalplanung , gewollt oder ungewollt, Engpässe entstehen, ist die Anästhesiepflege eine "billige" Ausgleichskraft. So etwas kann, bei Gewöhnung, zum Dauerzustand werden. Der Charakter des Bereitschaftsdienstes, wird auch von Ämtern für Arbeitsschutz, auf die Bereitschaft zur Arbeit gelegt. Nicht auf Arbeit. Überdies ist diese billige Personalrekrutierung juristisch fragwürdig.

  6. #6
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    Standard AW: Eine gute Idee?

    Bei uns haben wir folgende Regelung getroffen.
    Wenn OP´s im Bereitschaftdienst laufen, ist bis 19:00 Uhr der AWR zuständig. Danach erfolgt eine Triage bei uns, sprich es wird geschaut, welcher Patient verlegt werden kann. Wir haben auch immer wieder mal IMC Patienten und somit verlegungsfähige Patienten. Wenn denn ein Bett freigemacht werden kann wird der "Aufwachpatient" 1-2 Stunden von uns (ITS) überwacht und wir haben ein "freies" Bett
    Wenn kein Patient verlegungsfähig ist, wird ein "Notbett" auf dem Flur eröffnet und die Anästhesiepflege muß die postoperative Überwachung übernehmen. Das hat den einfachen Grund, dass wir eine Überwachung eines zusätzlichen Patienten abgelehnt haben (wir haben keine zusätzliche Stelle bzw. anteilige Stelle bekommen). Schnell wird aus diesem "Überwachungsbett" ein reguläres Bett und wir können zusehen wie wir die Patienten versorgt bekommen.
    Auch unsere Anästhsiepflege ist nicht wirklich begeistert!! Im Notfall (Sectio, Schockraum ect.) wird die Anästhesiepflege allerdings durch uns ersetzt. Ist bis heute noch nicht einmal vorgekommen. Wir sehen dann zu, dass der Patient zügig auf die "Normalstation" kommt....

    Gruß
    Heike
    Wer zuletzt lacht stirbt fröhlich

  7. #7
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    Standard AW: Eine gute Idee?

    Wo liegt das "eigentliche" Problem? Muss man darüber nachdenken, dass die Intensiv(betten)kapazität immer knapper wird?

    Na sowas. Ganz neuer Gedanke.

    WomBat, beobachtet Ähnliches - immer mehr Intensivpatienten auf den Fluren (und hie und da geht das "in die Hose" - locker ausgedrückt, aber gar nicht "locker" gemeint. TodErnst.)
    Pflegefachkräfte sind nicht teuer, sie sind unbezahlbar!

  8. #8
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    Standard AW: Eine gute Idee?

    Zitat Zitat von WomBat
    Wo liegt das "eigentliche" Problem? Muss man darüber nachdenken, dass die Intensiv(betten)kapazität immer knapper wird?

    Na sowas. Ganz neuer Gedanke.

    WomBat, beobachtet Ähnliches - immer mehr Intensivpatienten auf den Fluren (und hie und da geht das "in die Hose" - locker ausgedrückt, aber gar nicht "locker" gemeint. TodErnst.)
    Hallo,
    und vielen Dank. Das eigentliche Problem ist vielleicht zu komplex um es hier zu erörtern. Das Problem für uns ist die Belastung. Wir arbeiten im opt. out Modus. Fast täglich wird der Bereitschaftsdienst für Restregelprogramm eingesetzt, dazu kommen die Nachmeldungen und jetzt auch noch Einsatz auf der ITS. Aber warum das Ganze? Die Op Zahlen sollen wachsen, die Zahl der ärztlichen Mitarbeiter wächst, nur die Stellen in der Pflege sollen abgebaut werden. Da bietet sich doch die "qualifizierte" Billiglösung an, 60 % bezahlen und 100 % Arbeit bekommen. Und das alles zu Lasten der Gesundheit der Mitarbeiter.
    Ich habe diesem Beitrag ins Forum gestellt, in der Hoffnung, dass es vielleicht Kollegen gibt, die sich erfolgreich gegen diese Form des Lohndumping zur Wehr gesetzt haben. Aber wie scheint wird diese Kröte allgemein geschluckt.

  9. #9
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    Standard AW: Eine gute Idee?

    Einen Teil des Problemes würde ich in der forensischen Entwicklung sehen. Früher wurden die Patienten aus der Narkose wach. Vieleicht wurden sie dann noch im AWR überwacht ansonsten ging es zügig auf die Station. Heute muß jede Sectio von der Anästhesie überwacht werden. Eine Hebamme reicht nicht mehr aus....
    Die Angst der Chefärzte vor Zwischenfälle ist enorm gewachsen. Vieleicht wird es seine Begründung haben. Ich bin auch nicht gegen bestmöglichste Überwachung aber wenn die OP Zahlen steigen, muß auch dafür gesorgt werden, dass dementsprechend mehr Personal für die postoperative Überwachung zur Verfügung gestellt wird. Bei uns reden wir mittlerweile von einem 24 Stunden AWR. (weil sich die Pflegekräfte gegen die gängige Praxis gewehrt haben)

    Gruß
    Heike
    Wer zuletzt lacht stirbt fröhlich

  10. #10
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    Standard AW: Eine gute Idee?

    Ich denke, wir kommen der Sache ein wenig näher. Das alte Problem: Wie viele Pflegende sind nötig für Wie Viel Pflege (und in welcher Qualität)? Dabei ist leider immer noch nicht ganz klar, für was Pflege zuständig ist und was geleistet wird. Ich gebe Dir absolut Recht, Johannes, das eigentlich Problem ist komplex, die Lösungen der Arbeitgeber gehen auf Kosten der Patienten und des Pflegepersonals. Auch Heikes Aspekt (forensiches) ist sicher ein Teil davon. Klar, wir müssen das alleine durchstehen, ich finde es trotzdem ärgerlich, dass die Docs schon Bescheid wissen, jedoch tun deren Funktionäre ALLES, damit wir “klein” bleiben.
    Ob wir es wollen (oder können) oder nicht, wir sind fast immer diejenigen, die dafür sogar (auch) noch Lösungen suchen. Macht das Sinn?

    Noch ein kleines Zitat von Prof. Bernd Reuschenbach: “Was die Finanzierungslage angeht, ist Pflege immer noch benachteiligt. In den begrenzten Fonds für die Gesundheitsausgaben greifen bestimmte Berufsgruppen wie die Ärzte immer noch viel zu viel ab. Die Versorgungsleistung wird aber nicht besser. Wenn man vom Bruttosozialprodukt ausgeht, sind wir europaweit bei den Ausgaben für die Pflege Schlusslicht, bei den Ausgaben für die Medizin hingegen Weltmeister.” (Die Rheinpfalz 1.3.12)

    WomBat, grüßt das Forum
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