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Thema: Pflegenotstand

  1. #21
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    Standard AW: Pflegenotstand

    Zitat Zitat von Elisabeth
    ...
    Das KH besteht bekanntlich nicht nur aus der Intensivstation. Der Beruf Pflege umfasst bekanntlich nicht nur die klinische Pflege. Und vieltausendfach wird im Lande tagtäglich bewiesen, dass der Laie in der Häuslichkeit durchaus eine akzeptable Pflegeleistung erbringen kann. ...
    Sparen würde man in meinen Augen, wenn man endlich mal anfängt, bedarfsgerecht auszubilden und entsprechend einzusetzen.

    Zur Besetzung: ich liebe diese Verallgemeinerungen mit 36 Betten und einer Pflegekraft. Schaust da intensiver hin, relativiert sich das bei ca. 85% der Beispiele.
    Wenn ich argumentieren will, dann muss ich net die Bettenzahl mit den Pflegekräften vergleichen sondern den Arbeitsaufwand detailliert abbilden. Und wenn du das hast, dann kannst schauen, welche Tätigkeiten welche Kompetenz brauchen. Und wenn es ganz dumm läuft, könnte sich herausstellen, dass bei deinem Beispiel die Besetzung durchaus akzeptabel war.

    Elisabeth

  2. #22
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    Standard AW: Pflegenotstand

    Hallo Elisabeth,

    war keine Verallgemeinerung, sondern nur ein Spätdienst vor ca. 20 Jahren, der mir noch in Erinnerung geblieben ist... Da war der Arbeitsaufwand nicht gerade wenig um es mal euphemistisch auszudrücken.
    Du hast Recht, den Arbeitsaufwand muss man auch berücksichtigen und nicht nur Pflegekraft:Bett.
    Nur hast Du mir jetzt immer noch nicht die Frage beantwortet, wie man mit einer Pflegekammer Kosten einsparen kann.

    Schönes Wochenende,
    Pierre

  3. #23
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    Standard AW: Pflegenotstand

    Zitat Zitat von Elisabeth
    Sparen würde man in meinen Augen, wenn man endlich mal anfängt, bedarfsgerecht auszubilden und entsprechend einzusetzen.

    Elisabeth
    Entschuldigung! Den Satz habe ich überlesen.
    Nur, was verstehst Du darunter "bedarfsgerecht ausbilden"? Entsprechend einsetzen? Z. B. kostengünstigere Rettungsassistenten auf der Notfallstation?

    Viele Grüsse,
    Pierre

  4. #24
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    Standard AW: Pflegenotstand

    Na ja, die Frage wird sein, was machen wir mit den ganzen neuen Berufsbildern die zur Zeit so überall entstehen. Da braucht man keine "Grundausbildung" mehr sondern kann mit 2 Jahresausbildungen die gleichen Arbeiten übernehmen wie mit einer 5 jährigen Ausbildung. Und das senkt natürlich die Kosten erheblich. Die werden dann nämlich in Gehaltsgruppen einsortiert die deutlich unter denen der Fachweitergebildeten liegen bzw.ganz zu schweigen von den Leuten mit Bachelor-Abschluß. Finde ich nun auch nicht so toll (harmlos ausgedrückt!!) aber so ist das Leben....Ich habe so ein wenig Angst vor dem was wir in ein paar Jahren so alles auf den Intensivstationen/Op ect. so alles vorfinden werden. Wenn es eine vernünftige Übertragung von Arbeitsfeldern geben wird kann ich gut damit leben, leider befürchte ich anderes! Bremen läßt grüßen! Gute Vorträge gerade auch zu diesem Thema gehört!

    Die Frage ist eben auch, welcher Arbeit wird in Zukunft von diesen Berufsbildern wie abgedeckt!

    Gruß
    Heike
    Wer zuletzt lacht stirbt fröhlich

  5. #25
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    Standard AW: Pflegenotstand

    Na, ob das mit dem Sparen so stimmt?
    Liebe Rettungsmaus,
    ein Beispiel:
    in unserem Kh werden seit Jahren OTA`s eingestellt und auch (wenn ein Kurs "voll" ist) ausgebildet. Die Eingruppierung erfolgt während der Ausbildung analog der Krankenpflegeausbildung und nach der Ausbildung in TVöD EG 8a. Und damit ist Schluss, Aufstiegsmöglichkeiten gibt es nicht.
    Fachkrankenpflege für den OP-Dienst ist in EG 9a eingruppiert.
    Der Spareffekt ist somit sehr gering und: bei Schwangerschaft sind OTA´s (es betrifft bei uns nur Frauen) nicht in anderen Bereichen (Stationen) des Kh`s einsetzbar.
    Es gibt im Gültigkeitsbereich des TVöD leider noch kein neues Eingruppierungsrecht - es wird immer noch nach den alten BAT-Regeln eingruppiert - und diese Regeln kennen eben weder OTA`s noch Wundmanager oder gar PraxisanleiterInnen.

    Die Eingruppierung der OTA`s in EG 8a ist ein Relikt aus der Anfangszeit der OTA`s, von unserem damaligen Betriebsrat durchgesetzt und selbst heute im Zuge der extremen Krankenhausdefizite wird es so weiter geführt.

    Wenn alle Krankenhäuser auf dieser oder vergleichbarer Basis eingruppieren, bezweifle ich einen großen Spareffekt dadurch. Nun könnte man meinen, die Masse macht es - aber es gibt eben nicht die Masse an OTA´s und Fachkrankenpflege wird weiterhin ausgebildet.

    Viele liebe Grüße
    fridolin
    immer gelegentlich manchmal
    Wahlspruch: Dormicum macht den dicksten Bären stumm...

  6. #26
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    Standard AW: Pflegenotstand

    Das stimmt natürlich aber ich denke, besser befürchte, dass wir vieleicht in einigen Jahren wesentich weniger FWB haben als vielmehr die gesamte Bandbreite an "Ersatzausbildungen", die es dann geben wird. Vieleicht sogar von Krankenhauskonzern zu Krankenhauskonzern unterschiedlich. Mit der Eingrupierung könnte ich mir dann auch vorstellen, dass wir dann nicht bei 8a sind sondern evtl. wesentlich weiter tiefer und dann? Wird leider doch gespart, oder?

    Liebe Grüße
    Heike
    Wer zuletzt lacht stirbt fröhlich

  7. #27
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    Standard AW: Pflegenotstand

    Zitat Zitat von rettungsmaus
    , besser befürchte, dass wir vieleicht in einigen Jahren wesentich weniger FWB haben als vielmehr die gesamte Bandbreite an "Ersatzausbildungen",
    So sehe ich das auch.

    Bei uns ist der Fachpflegeschlüssel trotz jährlich zwei WB-Teilnehmern von
    ca. 40% auf unter 20% gefallen. Das leigt natürlich auch an der Erweiterung
    der Station von 32 auf 40 Betten.

    Ich denke die Fachkrankenpflegekraft AN/INT wird bald eine Rarität in den
    Krankenhäusern sein.
    Glück Auf
    Martin
    Der ITS Opa

    Wird die Birne langsam dumm
    greife schnell zum Gingium

  8. #28
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    Standard AW: Pflegenotstand

    „Da braucht man keine Grundausbildung mehr…“. Mir ist kein Land (aus der 1. Welt) bekannt, welches SO mit dem Pflegeberuf umgeht- und Pflegende, die das „zulassen“. Wie der Floridaner gesagt hat, die „Menschen gehen ins Krankenhaus, weil sie Pflege brauchen“. Ansonsten könnte man was auch immer zwickt, ambulant machen.

    Rettungsmaus, was hat man in Bremen dazu gesagt?

    WomBat
    Pflegefachkräfte sind nicht teuer, sie sind unbezahlbar!

  9. #29
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    Standard AW: Pflegenotstand

    Leute springt nicht mehr ein, lasst Euch nichts gefallen und geht auf die Straße und vorallem macht Euch mobil für die Selbstverwaltung der Pflege.



    Ohne eine Selbstverwaltung werden wir immer ein Entwicklungsland bleiben.

  10. #30
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    Standard AW: Pflegenotstand

    Zitat Zitat von WomBat
    Rettungsmaus, was hat man in Bremen dazu gesagt?
    WomBat
    Taj was wurde da berichtet? Im Grunde war eigentlich allen klar, dass wir in Zukunft sehr viel "Buntes" auf den Intensivstationen (allerdings nicht nur da sondern in allen Funktionsabteilungen) vorfinden werden. Ich kann garnicht alle Abkürzungen hier bringen. Die geläufisten sind die OTA´s, ATA´s, chirugischen Assistenten, intenistische Assistenten bis hin zu den Rettungassistenten. Wollen will das Niemand aber die Ausbildungen finden statt, d.h. dass wir demnächst die "Berufsbilder" (sind NICHT als Berufsbilder, ausser der RA, staatlich anerkannt) als Bewerbungen vorliegen haben bzw. schon haben. Und nun? Die DGF ist sich der Problematik ziemlich bewußt hat aber, so jedenfalls meine Erkenntniss, kein Rezept dagegen. Jeder möchte gerne, dass die Qualität nicht abnimmt (hat sie meiner Meinung nach schon) aber die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Wenn eine Pflegedienstleitung von vorn herein eine "Fachkraft" haben kann und keine FWB mehr bekommt wird sie doch wohl eher eine OTA oder ATA einstellen anstatt eine Frischexaminierte nehmen die sie dann noch auf Kosten des Hauses zwei Jahre in die Fachweiterbildung schickt.
    Als Vorschlag wurde die "Delegation" genannt. Wir überlegen, welche Tätigkeit wir deligieren können und übernehmen dafür ärztliche Tätigkeiten um den Bereich der Fahpflege atraktiv zu halten....kann man jetzt lange drüber diskutieren. Ich verstehe den Ansatz schon! Die Frage ist ob es der richtige Weg ist.

    Fazit:
    Eine klare Aussage konnte ich nicht bekommen. Jeder kennt die Probleme, keiner will die FWB abschaffen aber der Alltag in den Kliniken ist ein anderer. Neue Berufsbilder(felder) entstehen, unkoordiniert und unlenkbar, Nachwuchs fehlt und wird in einigen Jahren noch viel mehr fehlen, die Atraktivität unseres Berufsfeldes nimmt immer mehr ab und wir haben wenig zu ändern weil die finanzielle Lage im Gesundheitswesen eine andere Verteilung (an der Pflege vorbei) vorsieht.

    Sohnemann Rossbruch hat dann versucht zu erklären, was alleine schon durch das neue Ausbildungskonzept in der Krankenpflege für eine Unruhe kommen kann. Es war ein super Vortrag. Wenn es nicht so traurig gewesen wäre hätte wir uns nett auf die Schenkel gehauen und gelacht. So konnte ich einfach nur den Kopf schütteln und den Glauben an die Politik ganz verlieren. Alleine die Vorgaben für die Übernahme ärztlicher Tätigkeiten ("Normalstation" bzw. ambulante Dienste") ist so krotest, dass die Vorgaben keiner erfüllen kann. Leider bekomme ich den Vortrag so ganz genau nicht mehr hin. Wenn ich ihn im NET finden sollte, lege ich den Link an. Allerdings sollte man sich den Vortrag mal live anhören. Die Bemerkungen bzw. die Aussagen, die Sohnemann Roßbruch gemacht hat, gehören unbedingt dazu.

    Gruß
    Heike
    Wer zuletzt lacht stirbt fröhlich

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