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Thema: Pflegenotstand

  1. #191
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    Standard AW: Pflegenotstand

    Risiko Krankenhaus


    http://www.ardmediathek.de/tv/Plusmi...bcastId=432744


    WomBat, ich könnte wenn ich höre, wie besetzt wird. Aha, nachts nur 1 Schwester! ! ! Deutschland, wache auf, das ist schon lange (eigentlich immer) so und wenn es Ausnahmen gibt, dann sind es Ausnahmen
    Pflegefachkräfte sind nicht teuer, sie sind unbezahlbar!

  2. #192
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    Standard AW: Pflegenotstand

    Meldung aus der gelebten Praxis:
    Interdisziplinäre ITS mit 12 Betten internistisch und 10 Betten operativ...

    Internistenbelegung:
    12 Betten von 12 Betten
    Beatmungen: 12!
    Notfallaufnahmen:erfolgen trotzdem

    Schichtbesetzung:
    Früh: 4 Pflegekräfte unterschiedlichster Qualifikation
    Spät: 4 Pflegekräfte unterschiedlichster Qualifikation

    mit Glück: 1 PK im Regeldienst, d.h. von ca. 8:00 h bis 16:00 h

    Nacht: 3 Pflegekräfte unterschiedlichster Qualifikation

    Benötigte PKs für Notfallaufnahmen: in der Regel 2 (z.B. CPR)
    Bedeutung Nachts ist eine Pflegekraft mit 12! beatmeten Patienten alleine.

    Anmerkung: hohe Katecholamingaben sind die Regel...

    Alle Verantwortlichen sind über die Situation informiert.
    Die Belegung der intern. ITS nähert sich der 100% - Marke, wobei die Belegung mit Beatmeten Pat. zwischen 50 und 100 % schwankt.

    Dazu kann man nur sagen: gefährliche Pflege

    Hintergrundwissen:
    Die Ärzteschaft möchte gerne mehr internistische ITS-Betten haben und es werden Pat., die eigenlich ins Weaning könnten, bewußt beatmet gehalten.

    So etwas wird auch als Politik bezeichnet

    Viele liebe Grüße
    fridolin
    der solches Verhalten für zum hält...
    immer gelegentlich manchmal
    Wahlspruch: Dormicum macht den dicksten Bären stumm...

  3. #193
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    Standard AW: Pflegenotstand

    Willkommen im Club Fridolin, bei uns nicht besser.
    Wir werden auch noch schuldig gesprochen, wenn wir nicht mehr können,
    burn out ist bei einigen meiner Kollegen schon angekommen, Krankheitsrate steigt.
    Wir brauchen gar nicht streiken, bei uns sollten alle mal nicht ans Telefon gehen, wenn die Klinik anruft. Dann würde bei uns der Laden zusammenbrechen.
    Auf den Normalstationen werden schon 12 Stundenschichten angeboten, Betten schließen wegen Pflegepersonalmangel, wo kommen wir da hin?

    Viele meiner Kollegen haben schon innerlich gekündigt, das was 37 Grad im ZDF letzte Woche gezeigt hat ist scheinbar in jeder deutschen Klinik Realität.

    Die Erzieher zeigen uns wie es geht, aber dann heulen bei uns nicht die Patienten, sondern die Kollegen, die denken, Patienten leiden darunter.

    Ich habe WE frei
    Anke F.

  4. #194
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    Standard AW: Pflegenotstand

    So ist es Anke F. Hohe Fluktuation ,noch mehr Intensiv-und Ueberwachungsbetten ,unbesetzte Planstellen. Die Überstunden durch permanentes Einspringen steigen ,die Frustration wächst, die Krankheitsrate steigt.Ein Teufelskreis der von Jahr zu Jahr schlimmer wird.
    Glück Auf
    Martin
    Der ITS Opa

    Wird die Birne langsam dumm
    greife schnell zum Gingium

  5. #195
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    Standard AW: Pflegenotstand

    Von wem werdet Ihr schuldig gsprochen, wenn Ihr nicht mehr könnt?

  6. #196
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    2.129

    Standard AW: Pflegenotstand

    Weiblicher Beruf, Unterdrückung über ein Jahrhundert und noch ein paar Megabyte, führt dazu, dass sich Berufsangehörige tatsächlich wie Unterdrückte aufführen. Symptome davon sind z.B. unendliche Unsolidarität und toxisches Verhalten gegenüber der eigenen Berufsgruppe. Dazu kommt Obrigkeitshörigkeit, oder voreiliges Gehorsam ohne Androhung von der Obrigkeit (ergo: richtig internalisiertes, sozialisiertes, leider inzwischen akzeptiertes Untertanverhalten). Die allermeisten „Führungen“ passen (leider) auch in dieses Konzept, mit dem Unterschied, dass sie die Macht haben, toxische Bosse zu sein. Und sie tun es. Toxische Mitläufer sind überall gegenwärtig und immer gerne bereit, der toxischen pflegerischen Führung gedankenlos zu folgen. Und sie tun es sogar oft und gerne. Das war Teil 1.
    Teil 2 ist die momentan beschixxene Lage. Klar, Pflege, aber auch Ärzte können klagen, wie übel mit uns gespielt wird. Es ist auch so. Pflegende haben größtenteils den Mund gehalten (toxische vornerum Schweiger, hintenrumMotzer), während Ärzte auch so lange sie alle noch gut abgesahnt hatte ebenfalls Dicht hielten. Dabei gibt es ein kleines Problem. Wir arbeiten an Menschen. Diese Menschen wollen (!!!) zunehmend (unverschämterweise?) wissen, was die Ärzte so mit ihnen und ihren Körpern so tun – hat ja was mit der Gesundheit zu tun. (bisher fragen sie nur wenig danach, was die Pflege mit ihnen tut, das ist aber auch SO unwichtig, gel). DRG hat das bisschen übrige gebliebene menschliche Ethik einen Tritt gegeben – nur der schnöde Mammon zählt. Dabei werden nicht nur die Pflegenden (wie historisch gewachsen und unterwürfig motzend akzeptiert bei gleichzeitiger Ablehnung jeglicher Akademisierung weil wir ja so toll pflegen und genau wissen was wirkt, da brauchen wir keine Dummfug studierte Schwestern die eh nix können aber alles wissen) veräpplet, zunehmende auch die Ärzte. Aber die, müssen, standesgemäß und auch historisch gewachsen (also traditionell und daher unveränderbar) immer GEGEN die Pflege sein. Und Pflege schlägt zurück, gegen diese verfluchten Akademiker.
    Teil 3. Ach ja, ich wollte über Patienten sprechen. Die sollen brav in die Kasse zahlen, und nehmen, was sie kriegen. Basta.
    Irgendwie, sitzen nun alle gemeinsam in der Scheixxe, wissen aber nicht, was tun? Die Ärzte fühlen sich missbraucht (Überstunden, zu viel Verantwortung, wenig Anleitung, wenig Geld, viele Tritte), die Pflegende fühlend sich missbraucht (Überstunden, zu viel Verantwortung, wenig Anleitung, wenig Geld, viele Tritte), die Patienten leiden unter Komplikationen die keiner bemerkt bis sie entweder glück haben und intensivpflichtig werden oder auf Station den Geist aufgeben – weil keiner da ist, der sie überwachen kann. Die eine Schwester die da ist, tut bestimmt das, was allen Pflegenden immer noch vorgeworfen wird, nämlich Kaffee trinken. Während der Patient verblutet, erstickt – der Dxpp, könnte ja auch klingeln bei der Apnoe, ein bisschen mehr Selbstverantwortung sollen die Krankenkassenzahler schon mal zeigen. Eine Hb von 5 ist keine Indikation, nicht zu klingeln…

    Das ist alles SO Pervers. Alle leiden. Die Ärzte, die Pflegende, die Physios und alle anderen. Am meisten aber die uninformierten und ahnungslosen Patienten, den man immer erzählt, die BRD hätte das beste Gesundheitswesen der Welt. Sie leiden nicht nur unter Behandlungsfehler, Hygiene Patzer, Überwachungslücken, und dem „Keiner da für Sie, tut uns so Leid –nehmen sie eine Aspirin und rufen sie nächste Woche nochmal an“. Sie leiden nicht nur, sie werden kränker, sie gehen mit größeren Schäden nach Hause – oder sie gehen gar nicht mehr nach Hause. Obwohl sie es gekonnt hätten, wäre das System nicht so krank (sick).
    Böse Zungen würden sagen, dass ist kriminell. Wie mit der Gesundheit der Menschen umgegangen wird. Im Gesundheitswesen.
    Und BTW (by the way) die Studien aus fremden Ländern, dass mehr Pflegende nötig sind um Patienten zu schützen, das ist alles HIER nicht bewiesen, nicht übertragbar, nicht anwendbar. (trotzdem wird CocaCola getrunken, Hamburger und Chips und Muffins sind Übertragbar, sogar Heidi kann topmodels machen – ohne Englischkenntnisse der Consumers! Managementmodels werden übernommen, wir brainstormen und think-tanken und kicken-off, Wow! Mehr nurses, so ein Quatsch)
    Viele haben vollkommen versagt. Die wissen, wer sie sind. Trauriges Kapitel für ein reiches Land. Die Wissen schon viele, viele Jahre Bescheid und bewegen sich Null. Eine Schwexxnerei. Die akzeptieren, eine Schwester und eine Schülerin im Spätdienst für 30 Patienten, eine Nachtschwester für….und ich sage jetzt nix über Intensiv. Ein Skandal. Nur keiner traut sich das zu sagen. Und wer es sagt, wird nicht ernst genommen. Es wird Zeit, dass Alle, die nicht zuhören, nicht reagieren, sich mal bewegen. Patienten haben ein Recht auf gute Pflege (das Ausreichend können die sich …..an den …..stecken, diese……Ausreichende. )
    Wombat, Geht zu Bett, genug gemotzt. Habe Fertig. Für Heute
    Pflegefachkräfte sind nicht teuer, sie sind unbezahlbar!

  7. #197
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    Standard AW: Pflegenotstand

    @Anke F.
    Die Erzieher zeigen uns wie es geht, aber dann heulen bei uns nicht die Patienten, sondern die Kollegen, die denken, Patienten leiden darunter.

    Dem ist leider nichts mehr hinzuzufügen.*

    Viele liebe Grüße
    der nicht resignierte
    fridolin

    * Wie kommen wir nur dahin nicht mehr dieses Denken an den Tag zu legen?
    Bitte keine Vorschläge wie "....wir haben eben keine Lobby..."
    immer gelegentlich manchmal
    Wahlspruch: Dormicum macht den dicksten Bären stumm...

  8. #198
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    Standard AW: Pflegenotstand

    Nun, dann unterstützt mal alle schön den bevorstehenden Streik an der Charité:
    Urabstimmung an der Charité

    Bin mal gespannt, wie das endet...

    Gruß vom
    pflegerli

  9. #199
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    108

    Standard AW: Pflegenotstand

    Ah, noch eines zu dem immer wieder aufgebrachten Argument "die Patienten leiden darunter":

    An der Charité gab es beim letzten Streik 2011 eine Notdienstvereinbarung. Hier wurde klar geregelt, dass kein Notfall unbehandelt bleibt. Notwendige Operationen wurden durchgeführt. ABER: alle Routine-OPs wurden bestreikt, und die einzelnen Stationen bekamen eine Rückmeldung, wieviele Kollegen in den Streik treten wollen. Entsprechend dieses Personalengpasses wurde ermittelt wieviele Betten der Station nicht mehr belegbar sind, in den Normalstationsbereichen wurden zT ganze Stationen komplett geschlossen, in den Intensivbereichen teilw. bis zu 50% der Betten unbelegt gelassen.

    Bestreikt wurden also nicht die Patienten, sondern vor allem leere Betten.

    Näheres dazu kann man auch hier nachlesen: Pflegestreik

    Gruß vom
    pflegerli

  10. #200
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    Standard AW: Pflegenotstand

    Na ja, unser Streik in den Uni Kliniken sah so aus: Personal runtergefahren weil gestreikt, OP Programm trotzdem durchgeführt bzw. elektive Aufnahmen trotzdem aufgenommen und versorgt. Da hat niemand irgend wie Rücksicht genommen geschweige nur darüber nachgedacht, wie wir die Arbeit schaffen sollen.....
    Als Leitung steht man auch nur kopfschüttelt da und versucht die Leute so weit es geht zu unterstützen. Immerhin übernehmen einige noch Verantwortung und versuchen im System so zu planen, dass nicht alle aus der Pflege "fliehen". Es gibt sehr gute Ansätze z.B. in der Dienstplangestaltung. Wir müssen alle flexibler werden (vor allen in den Köpfen) Jeden Tag und jeden Tag ein kleines Stückchen mehr in die richtige Richtung gehen und die Köpfe "umkrempeln". Sehr mühsam aber, wenigstens bei uns, teilweise erfolgreich.
    Es gibt viele Wege und diese müssen vielleicht einfach mal von der Pflege ergründet und gepflastert werden.

    Gruß
    Heike
    Wer zuletzt lacht stirbt fröhlich

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