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Thema: Pflegenotstand

  1. #341
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    Standard AW: Pflegenotstand

    ob das wirklich der richtige Weg ist?
    https://www.sueddeutsche.de/wirtscha...beit-1.3987460

    arnold

  2. #342
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    Standard AW: Pflegenotstand

    Eher nicht, Arnold, es ist eine kurzfristige Lösung, nicht mehr nicht weniger. Ich finde es besonders pikant, dass die AG (z.T.) nun (endlich) bereit sind, zu zahlen (ab und zu auch etwas mehr). Ich bleibe dabei, das Geld wäre vorhanden, man will es schlichtweg nicht. Weil Pflegepersonal schon immer „billig“ war und so bleiben sollte. Das bedeutet auch, dass wir es immer noch nicht geschafft haben, den AG, der Politik (usw. usw.) klarzumachen, was Pflege eigentlich ist und was sie leisten kann bzw. könnte.

    Eine langfristige Lösung wäre (nach meiner einer Meinung), eine weitere Akademisierung der Pflegeberufe (10% ist lächerlich) Am Bett. Nicht wegen den Lorbeeren oder sonstigen Träumereien einiger (eher nutzlosen) Opportunisten, sondern um die Pflege der uns anvertrauten Menschen gut, noch besser, am besten zu gewährleisten. Wenn das unser Ziel ist, könnten wir Berge versetzen. Wir wissen inzwischen, dass Überleben davon abhängen kann, aber auch dass die „Outcomes“, d.h. die weitere Gesundheit und Lebensqualität auch von guter Pflege mitunter abhängig ist. Wenn die Stationsroutine wichtiger ist als das, was ein Patient braucht, …nun ja, das ist nicht im Sinne des Patienten. Wenn nach wie vor darüber gestritten, wie Pflegequalität gemessen werden kann oder könnte….Wir haben Kriterien, sie werden leider nicht genutzt, bzw. die Möglichkeit dazu fehlt – auch wegen mangelhafter Führung aus unseren eigenen Reihen. Oder um es noch klarer auszudrücken, wegen Ahnungslosigkeit in der Führung. Wenn Pflegenden in Positionen der Lehre oder Management tätig sind, die sich nur um Dienstpläne, Tarifverträge, Maschinen und Material (Du bist im Bilde was ich sagen will), kümmern: Ja, dann geht es weiter so. Setzen Sechs, Thema verfehlt.
    Pflegefachkräfte sind nicht teuer, sie sind unbezahlbar!

  3. #343
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    Standard AW: Pflegenotstand

    Moin,
    die Frankfurter Rotkreuz-Kliniken führen die 35 Std-Woche bei vollem Lohnausgleich ein; das wäre doch auch 'mal eine Idee für alle anderen Arbeitgeber.
    https://www.kma-online.de/aktuelles/...ch-ein-a-39431
    Gruß

  4. #344
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    Standard AW: Pflegenotstand

    Moin,
    Spahn will "seine Pflegekräfte und Ärzte" z.B. aus der Schweiz zurück: https://bazonline.ch/ausland/europa/...story/14986182
    Gruß

  5. #345
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    Standard AW: Pflegenotstand

    Schön, Herr Spahn! Now DO Something damit die, die hier sind, bleiben (some call it Retention), und damit andere zurückkommen.

    Mit einem Blumenstrauß ist es nicht getan.

    WomBat, nun, habe schon oft bei der Arbeit über Retention gesprochen. Leider dachten einige, es ging um Nieren und Pipi

    PS https://www.medconweb.de/blog/person...in-der-pflege/
    Geändert von WomBat (15.01.2019 um 01:55 Uhr)
    Pflegefachkräfte sind nicht teuer, sie sind unbezahlbar!

  6. #346
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    Standard AW: Pflegenotstand

    Ich bin mir nicht so sicher, ob die Ideen die Herr Spahn hat nicht von Herrn Westerfellhaus stammen???
    Zumindest ist für die Pflege sind die Personaluntergrenzen eher nicht zielführend.
    Es für zu einer zwangsflexibilisierung der Arbeitszeiten um jederzeit mit geringen Pflegepersonal die Untergrenzen erfüllen zu können und nicht zu deutlich mehr personal. Diest ist nur punktuell bei schlecht besetzten Stationen der Fall, sonst wird das vorhandene Personal mehr belastet. Selbst wenn die Arbeitgeber wollten, es gibt nicht ausreichend Personal...

    Viele liebe Grüße
    fridolin
    immer gelegentlich manchmal
    Wahlspruch: Dormicum macht den dicksten Bären stumm...

  7. #347
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    Standard AW: Pflegenotstand

    Moin,
    einer Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin (DGIIN) und des Marburger Bundes (MB) nach wird es in den nächsten Jahren einen "Schwund an Intensivpflegepersonal" geben.
    https://www.aerztezeitung.de/politik...03-11.Pflege.x
    https://www.br.de/nachrichten/deutsc...tropf,RKDXncB/
    Gruß

  8. #348
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    Standard AW: Pflegenotstand

    Es wäre hilfreich,wenn Herr Spahn schon jetzt einsehen könnte, dass seine Pflegepersonaluntergrenzenverordnung (PpUGV) gescheitert ist und in ein System umgewandelt werden muss, bei dem der tatsächliche Bedarf an Pflegekräften in allen Bereichen durch Personalbemessungsinstrumente ermittelt wird.

    Auf unserere ITS gibt es seit Jahren das Inpuls-System zur Bedarfsermittlung. In Personalstellen wird das System aber nicht übersetzt, denn die Zahlen, die dort generiert werden, waren stets derart hoch, dass schon etliche Anpassungen des Systems erfolgt sind, immer mit dem Ziel, die Zahlen zu drücken. Trotzdem erreichen wir nach wie vor so hohe Bedarfszahlen, dass wir tagtäglich mit ca 20-25% unter dem ermittelten Bedarf geplant(!) werden. Jeder Personalausfall führt also zwangsläufig zu chaotischen Zuständen bzw., soweit möglich, zu Bettensperrungen.

    Die PpUGV hat nun dazu geführt, dass 3 neue Stationshilfen angestellt wurden. Das bringt zwar tatsächlich eine kleine Entlastung, weil einige Außenarbeiten nun am Tage für das Pflegepersonal wegfallen. Aber die Stationshilfen besetzen volle Planstellen der Pflege, genügen der PpUGV und sorgen so letztendlich dafür, dass das schlechte Pflege-Patienten-Verhältnis zementiert anstatt verbessert wird.

    Offensichtlich sind wir ja eine aussterbende Spezies. Wann werden wir eigentlich unter Artenschutz gestellt?

    fragt sich
    pflegerli

  9. #349
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    Standard AW: Pflegenotstand

    @pflegerli,
    die Stationshilfen werden doch nur mit 10% gem. PpuGV angerechnet. Wo ist dann die PpuGV bei Euch dadurch erfüllt?
    Auch wenn diese Stationshilfen eine Entlastung für die Pflegenden von bestimmten Tätigkeiten bringen, so zählen sie doch für die Spahn-VO nicht mit und es drohen Strafzahlungen.

    Die PpuGV istgut gemeint, aber falsch ausgeführt. Der Pat.-Pflegepersonalschlüssel muss sich an real aufgestelleten Betten orientiern, die auf einer ITS auch ständig (zumindest für die BErechnung) mit kritisch kranken Pat. belegt sind.

    Ergo: alle Pat. bekommen einen Schlauch in den Hals - egal ob nötig oder nicht...

    Viele liebe Grüße
    fridolin
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  10. #350
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    Standard AW: Pflegenotstand

    Es sind sogar nur 8%,
    sprich: 8% der im Tagdienst beschäftigten Mitarbeiter einer ITS können Stationshilfen sein (der Rest müssen Pflegefachkräfte sein). Es wird aber nicht schichtkonkret gerechnet, sondern nur zw. Tagdienst von 06:00 Uhr bis 22:00 Uhr und Nachtdienst von 22-06 Uhr unterschieden. Da auch die Stationsleitung als anwesende Pflegefachkraft mitgezählt wird und auch andere bettfern eingesetzte, aber als Pflegefachkräfte mitzählende Personen mglw. eingerechnet werden (Atmungstherapeut, Patientenmanagerin, fantasier dich durch...), bleibt man schnell unter den 8%. Es ist also eigentlich nur öfter eine Stationshilfe da, aber eben nicht mehr Pflegepersonal, das am Bett/Patienten arbeitet.

    Gewünschtes Ziel für eine adäquate Besetzung sollte sein, dass geplanterweise für jeweils 2 existierende ITS-Betten eine Pflegekraft vor Ort ist, außerdem soviel zusätzliches Personal darüber hinaus, wie für die notwendigen Positionen (Stationsleitung, Pflegemanagement, MDA, Atmungstherapeut) und Zusatzaufgaben (Reanimationsdienst, Katheteranlagen, Einarbeitung, Studienbetreuung, Schockraumbetreuung...) gebraucht wird.

    Tatsächlich reicht es ja aber der PpUGV, wenn die Kliniken rückblickend und quartalsweise die Quoten für den Tag- und Nachtdienst betrachten und dann nur jene Dienste melden, die der Verordnung widersprechen, soweit sie nicht aus kurzfristigen Ausfällen entstanden sind. Also letzendlich nur diejenigen Tage melden, die schon verordnungswidrig geplant wurden. Das lässt sich mit wenig Aufwand verhindern.

    Ein Rechenbeispiel:
    ITS mit 24 Betten.
    Ziel wäre (und unser Personalbemessungs-Tool gibt das auch her): 12 PK je Schicht plus 1PK als Schichtführung im FD und SD, plus Stationshilfe im FD, plus alle anderen Positionen im FD (Leitung, Pflegemanagerin, MDA, Atmungstherapeut), also 13-13-12 plus Zusatzpersonal
    Damit wäre aber die Tagschicht gemäß PpUGV völlig überbesetzt (FD 17 PK, SD 13 PK), genauso der Nachtdienst (12).
    Laut PpUGV reichen ja 2,5PK/Patient im Tagdienst, macht also bei 24 Betten gerade mal 10PK gesamt, davon noch 8% Stationshilfe, nun kann man natürlich keine Stationshilfe in der Mitte teilen, aber schon wenn man die Leitung dazuzählt, ist sie verordnungskonform.
    Der IST-Zustand bei uns ist momentan bei der Planung meist 12-11-11 bis 11-10-10 (ohne Stationshilfe), erreicht wird meist nur 11-10-10 und gerne auch mal noch darunter.
    Laut PpUGV wäre aber bereits eine Planung von 10-10-8 verordnungskonform, und da ist die Leitung schon mit eingerechnet...

    Am Ende haben wir eben nun keinerlei Verbesserung in der Schichtbesetzung, was das PK/Patienten-Verhältnis angeht, sondern letzendlich sogar eine Verschlechterung...

    Die PpUGV ist eine einzige große Kacke...

    Gruß pflegerli

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