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Thema: Schüler/in verweigert Zusammenarbeit mit PA

  1. #21
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    Standard AW: Schüler/in verweigert Zusammenarbeit mit PA

    Wie du schon sagst- ich kenn den Pat. nicht. Sehr wohl aber kenne ich die Ablehnung der NIV-Maske und die Dankbarkeit von Pat, wenn man sich durchgesetzt hat und die Symptome sich bessern.
    Ich kenne auch die Pat., die kaum noch Luft bekommend, das absaugen ablehnen. Auch hier warte ich nicht bis er gar keine Luft mehr bekommt, sondern setze mich über die Ablehnung drüber weg.

    Meine Erfahrung: es ist nicht einfach mit Kindern und bei Erwachsenen ist es net anders.

    Elisabeth

  2. #22
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    Standard AW: Schüler/in verweigert Zusammenarbeit mit PA

    Hi
    Auch ich erlebe immer wieder ähnliche Grenzsituationen in denen der Wille des Patienten in Frage gestellt wird. Aber man sollte gerade als Intensivpflegekraft sich in seiner Situation mit dem Patienten immer wieder selbst reflektieren und erkennen, dass ich es mit Menschen zu tun habe, die ihre eigenen Ängste,Emotionen und Wünsche haben und man ihnen nicht mit einer " härteren Gangart" begegnen sollte. Schnell ist mal ne Ampulle Propofol angesteckt und man muss nicht mehr viel diskutieren. Auch ich habe mich schon dem Patientenwillen wiedersetzt ,aber wissen wir wirklich immer besser was der Pat. will oder was gut für Ihn ist. Ich glaube das kann man nie wirklich lernen.

    Gruß Tobi

  3. #23
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    Standard AW: Schüler/in verweigert Zusammenarbeit mit PA

    @all,
    mir stellt sich bei aller Diskussion die Frage wie eine Prüfung auf Intensiv erfolgen kann, da meines Erachtens ein Schüler auf einer Intensivstation nicht SELBSTSTÄNDIG arbeiten kann...
    Oder muss z.B. der Schüler bei jeder Tätigkeit seinen PA fragen oder denArzt... also kein selbständiges arbeiten
    Hier würde mich auch die Meinung der Schulleitung interessieren...
    so long arnold

  4. #24
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    Standard AW: Schüler/in verweigert Zusammenarbeit mit PA

    Hi, @all,
    1. Zur Diskussion um den Sachverhalt: Ich habe bereits beschrieben, dass es sich um einen der berühmten "Chaos-Tage" gehandelt hat (sie dürften jedem ITS`ler bekannt sein) in dem die Kommunikation mit der SchülerIn (leider) sich auf das aller notwendigste beschränkte. Dadurch bedingt war mein Plan, das Geschehen in einem Gespräch nach der Schicht mit der SchülerIn aufzuarbeiten.

    2. Ich verwahre mich gegen das hier entstandene falsche Bild, dass ich einem Patienten meinen Willen aufzwingen will.
    Vielmehr hat der Pat. seine Einwilligung in die Heimbeatmung mittels Maske bereits gegeben. Außerdem ist von eben diesem Patienten mehrfach geäußert worden, dass die bereits durchgeführten Maskenbeatmungen ihm gut getan haben und er sich danach besser gefühlt habe. An diesem besagten Tag nun hat der Pat. zunächst ablehnt, aber nach dringlicher Überzeugungsarbeit dann doch unmittelbar vorher "ja" gesagt - beim Starten der NIV jedoch kurz wieder "nein - ich kann das nicht -" und dann wieder "ja - gut" gesagt. In Absprache mit dem Pat. betrug die geplante Dauer max. 30 Minuten.

    3. Der Pat. war nicht sediert und nicht fixiert, denn dies wäre in der Tat sehr unmenschlich gewesen. Da er die Arme noch gut bewegen kann, hatte er die Möglichkeit, sich die Maske wieder zu entfernen (was er im Übrigen nach 15 Minuten auch tat).

    4. Jeder der solche Pat. schon betreut hat, kennt das ambivalente Verhalten und weiß, dass er manchmal eben anders als es der Pat. gerade geäußert hat, handeln muss.

    5. Es geht hier weniger um das Verhalten von Pat. und PA sondern eher um das Verhalten der SchülerIn und mögliche Wege der Konfliktlösung damit.
    (Anmerkung: der Konflikt scheint auch durch sofortiges Einschalten der Schule gelöst...)
    Wenn die Diskussion um das Verhalten bei schwerkranken Patienten die Maßnahme, die ihr Leben retten oder Leiden lindern können, anlehnen, so ist dies meines Erachtens nach ein eigenständiger Diskussionsfaden.

    6. @Arnold
    Es kommt vor der Prüfung zu einer differenzierten Patientenauswahl, zuerst durch den PA, dann in Kooperation mit dem Fachprüfer der Krankenpflegeschule. Da Prüfungen im ITS - Bereich juristisch abgesichert möglich sind, wenn die Patientenauswahl passt, bemühen wird uns ganz besonders um die sichere Patientenauswahl. Wie bereits beschrieben, handelt es sich um Überwachungspatienten an denen die SchülerInnen selbständig (bis selbstverständlich i.v. - Injektionen) arbeiten dürfen. Die Überwachungstechnik beschränkt sich in der Regel auf das EKG-Monitoring und den NIBP. An spezieller Pflege dürfen/sollen die SchülerInnen während der Prüfung selbstständig auch z.B. einen ZVK verbinden - dies kann notfalls (=bei Mangel an nicht beatmeten Pat.) an einem beatmeten Patienten geschehen.

    Viele liebe Grüße
    fridolin
    immer gelegentlich manchmal
    Wahlspruch: Dormicum macht den dicksten Bären stumm...

  5. #25
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    PC AW: Schüler/in verweigert Zusammenarbeit mit PA

    Hallo,
    eine Schüler hat generell nicht die Zusammenarbeit zu verweigern, solange Gesetze eingehalten werden. Kommt der Schüler mit seiner PA nicht zurecht, muss er mit guten Argumenten die Schule einschalten. Der Schüler kann sich prinzipiell seine Anleiter nicht aussuchen. Diese werden nach dienstlich planerischen Erwägungen ausgewählt. Auch er muss auf professioneller Ebene mit anderen kooperieren. Man stelle sich diese Situatuion im Handwerk vor. Es wäre vielleicht zu einer Prüfung gar nicht mehr gekommen.
    Sören
    wat mut dat mut

  6. #26
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    Standard AW: Schüler/in verweigert Zusammenarbeit mit PA

    Vielelicht sollte ich das mit der "härteren Gangart" nochmal ausdifferenzieren.

    Ich versteh darunter nicht: alle werfen sich über den Pat. . Obwohl ich auch das erlebt habe bei nicht orientierten Menschen. Das Trauma dürfte dasselbe bleiben dürfte. Solche Sachen haben auch bei desorientierten viel mit Emotionen zu tun. Das Vertrauenverhältnis ist in jedem Falle hin.

    Unter "härtere Gangart" verstehe ich konsequentes Auftreten und vermeiden von emotional geführten Diskussionen auf beiden Seiten. Wenn der Pat. auf seiner Meinung beharrt, dann soll sich der Doc darum kümmern. Er hat die Therapie angesetzt und er ist derjenige, der sie in Absprache mit dem Pat. wieder absetzt. Das manche Ärzte dann selbst aktiv werden in einer Art und Weise, wie viele hier die "härtere Gangart" verstanden haben, ist seine Sache- nicht meine.

    Nähe und Distanz. In solchen Situationen wähle ich die Distanz- vor allem, wenn ich merke, dass Stress mich ev. beeinflussen könnte.

    Ich glaube, hier werden viele Idealbilder aufgezeigt, die wohl jeder in der Realität schon verlassen musste und hinterher mehr als genug dran zu knabbern hatte. Da sollte man nicht noch mit Vorwürfen oben drauf hauen. In diesem Sinne finde ich Tobis Antwort eher als hilfreich. Zeigt er doch, dass man nicht immer nur der Gutmensch ist, der man so gerne sein möchte. Und er gibt Handlungsoptionen mit, wie man so eine Situation vielleicht auch lösen könnte- zu beider Zufriedenheit.

    Elisabeth

    PS Ich habe den Eindruck, dass in dieser Diskussion unbewusst das aktuelle Urteil zur Sterbehilfe mit einfließt. Wir wollen nicht, dass jemand in die Situation eines VS kommt. Aber wo fängt es an und wo hört es auf? Und welcher Wille gilt wann?

  7. #27
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    Standard AW: Schüler/in verweigert Zusammenarbeit mit PA

    Vllt sollte man bei solchen Entscheidungen auch miteinfließen lassen dass ein hypoxischer Patient eventuell schon verwirrt ist und keine Entscheidung treffen kann. Wie oft reißen sich Patienten mit Atemnot die O²-Maske vom Gesicht?

  8. #28
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    Standard AW: Schüler/in verweigert Zusammenarbeit mit PA

    @all:
    Nachtrag:
    letzte Woche hat besagte SchülerIn die Prüfung bestanden. Hätte besser sein können, war im mittleren Bereich.
    Die Kommunikation (seitens der Schülerin) beschränkt sich auf das Notwendigste...
    Viele liebe Grüße
    fridolin
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  9. #29
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    Standard AW: Schüler/in verweigert Zusammenarbeit mit PA

    Herzlichen Glückwunsch zu dieser, deiner Leistung, als PA.

    Elisabeth

  10. #30
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    Standard AW: Schüler/in verweigert Zusammenarbeit mit PA

    Danke, liebe Elisabeth.
    Viele liebe Grüße
    fridolin
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