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Thema: MRSA in aller Munde

  1. #21
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    Daumen hoch Mrsa

    Hallo Prometheus,

    wie wahr, wie wahr !

    Aber genau so habe ich unser Krankenhaussystem und leider auch viele unserer Standesvertreter immer wieder kennen gelernt.

    Grüße

    Michael

  2. #22
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    Standard

    Was soll ich dazu noch sagen?...
    Das es mal soweit kommt, dass "man" sich so ziemlich alles "bieten lassen muss" und dann noch froh sein muss, überhaupt einen Job zu haben....
    Als ich angefangen habe, konnte ich meinen Arbeitsplatz frei wählen und heute mache ich immer öfter "die Faust in der Tasche". Das Jeder zu ersetzen ist, bekommt man unterschwellig immer mal wieder zu spüren. Und dann soll man auch noch versuchen die "Dinge zu ändern".
    Das zermürbt einen langsam, aber sicher...

    Gruß Andrea
    -- Anja`s Kids on Ice --
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  3. #23
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    PC Frust

    Hallo Andrea,

    ich habe beides erlebt, den Überhang an Pflegedenden wie auch den sog. "Pflegenotstand" Ende der 80er Jahre.
    Alles schon mal da gewesen.
    Momentan m"machen" sie noch mit dir, was sie wollen; wer aber mal 5-10 Jahre in die Zukunft schaut, sieht, dass der nächste "Notstand" schon vor der Tür steht.
    Dann wird man händeringend die Leute, die man heute raus ekelt, händeringend wieder suchen.

    Grüße

    Michael

  4. #24
    Avatar von PICCOlina
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    Ich weiß, was Du meinst. Ich bin auch seit den 80ern dabei.
    Aber, auch wenn sich das jetzt komisch anhört. Aber manchmal fühle ich mich schon "zu alt für den Sch..."!
    Und ich werde langsam intolerant. Es nervt mich von deutlich jüngeren Ärzten herablassend behandelt zu werden, weil ich ja "nur" Schwester bin. Dann merken sie plötzlich, oh, die hat Erfahrung und schwenken um ins andere Extrem. Mir wird dann immer schlecht.

    Sorry, das gehörte jetzt überhaupt nicht zum Thema, hab`mich hinreißen lassen. Vielleicht habe ich schon zu viele Keime im Hirn!

    Gruß Andrea
    -- Anja`s Kids on Ice --
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  5. #25
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    Standard AW: MRSA in aller Munde

    Ich glaube MRSA- Fälle zu veröffentlichen wäre ein Riesenschwachsinn, da die Patienten ja auch oft "von draussen" mitgebracht werden...
    was machen Fachkliniken, die ständig Patienten aus anderen Häusern zugewiesen bekommen... MRSA- verdächtige Patienten ablehnen, um den guten Ruf zu wahren?

    Ich glaube entscheidender ist doch wie intensiv die Patienten auf MRSA gescreent werden und wie konsequent die Massmahmen sind gegen den Keim...
    Chefarztvisiten mit weissem Kittel im Isolierzimmer sollte auf jeden veröffentlicht werden...

  6. #26
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    Idee Den Keim im Keim ersticken: Prävention von MRSA-Übertragungen

    Eines der ersten Themen der neuen Zeitschrift "Krankenhaushygiene up2date" unseres Partners Georg Thieme ist die Prävention von MRSA-Übertragungen.
    Die Autorin Ines Kappstein betont in ihrem gleichnamigen Artikel die herausragende Bedeutung der Standard-Hygiene:
    "Die strikte räumliche Isolierung ist eine vornehmlich psychologische Maßnahme, um das Verhalten des Personals zu beeinflussen. Die Übertragung von MRSA kommt vorwiegend aufgrund mangelnder Standard-Hygiene zustande. Die strikte räumliche Isolierung von Patienten mit MRSA ist wissenschaftlich nicht substantiiert und soll das Personal dazu anhalten, die an sich bei jedem Patienten erforderlichen Basis-Hygienemaßnahmen einzuhalten."

    Den 15seitigen Artikel von Ines Kappstein bietet Thieme kostenlos "zum Probelesen" im Volltext an. (hhe)

    >>> zum Download (PDF, 394 kb) >>>

  7. #27
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    Standard AW: MRSA in aller Munde

    Die Briten versuchen neue Wege die MRSA-Problematik in den Griff zu kriegen. Antibiotika-Therapie ist das eine, nun wollen sie in einem Versuch mit 300 Patienten und einem neu entwickelten Pyjama, welcher mit Silber beschichtet ist den lieben Keimchen an den Kragen.

    Anti-MRSA silver pyjamas trialled


    Pyjamas and bed linen made with silver cloth are being trialled in a hospital to help combat the MRSA superbug.

    Experts at Barts and The London NHS Trust hope to prove that silver can be used to clear MRSA on the skin and thus protect vulnerable patients. ... mehr
    QUELLE: BBC News www.bbc.co.uk (06.02.2007)

    Gruß der Randbayer
    At a cardiac arrest, the first procedure is to take your own pulse

  8. #28
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    Ausrufezeichen AW: MRSA in aller Munde

    Jetzt meldet sich einmal ein "Urgestein" zu Worte. Erste Pflegeerfahrung 1977 im Altenheim. Dann ab 1978 Krankenhaus.
    Gefährliche Infektionskrankheiten waren damals eher selten. Grund: sie wurden nicht erkannt bzw. verkannt.
    Infektionsprophylaxe? Fehlanzeige.
    Fieber, Husten, Schnupfen, Heiserkeit? Dann Antibiotika, aber massenweise.
    Heute.
    Das Wissen über Infektionskrankheiten hat sich bis in den letzten Winkel vervielfacht. Heute tragen wir häufig Einmalhandschuhe, Mundschutz und Kopfhaube, desinfizieren uns 30.000 mal pro Schicht die Hände und ----> das Ergebnis nennt man MRSA, Clostridien, Novovirus und Co.
    Seriöse Ursachenforschung? Hmmm, wo?
    Natürlich erkennen wir gefährliche Infektionskrankheiten viel besser als 1977 und sie werden auch nicht mehr verkannt.
    Gerade bei MRSA glaube ich, dass ein Screening der gesamten deutschen Bevölkerung eine "Durchseuchung" von 80 bis 100 % ergeben würde. (Seriöse Schätzungen gehen von mindestens 25% aus)
    Die Frage ist doch lediglich, wie können wir verhindern, dass unsere Patienten sich mit deutlichen Krankheitswert infizieren?
    Ist es sinnvoll, von jedem Patienten einen Abstrich zu erstellen?
    Und möchtet Ihr als Personal regelmäßig Eure Abstriche hergeben?
    Es bleibt das Thema spannend bis zum letzten Keim...
    Viele infizierte Grüße
    fridolin
    immer gelegentlich manchmal
    Wahlspruch: Dormicum macht den dicksten Bären stumm...

  9. #29
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    PC AW: MRSA in aller Munde

    zu fridolin: "Seriöse Ursachenforschung? Hmmm, wo?
    Natürlich erkennen wir gefährliche Infektionskrankheiten viel besser als 1977 und sie werden auch nicht mehr verkannt."
    Die Ursachen für MRSA etc. hast Du doch selber gegeben... wesentlich ist doch der früher massenhafte Antibiotika-Einsatz, der Resistenzen gefördert hat (Antibiose nicht nur in der Medizin sondern auch in der Tierhaltung etc.)...

    "Ist es sinnvoll, von jedem Patienten einen Abstrich zu erstellen?"Die Antwort heisst "ja"... Nachbarländer wie die Niederlande machen es vor... hier wird sehr konsequent gescreent und isoliert... mit der Konsequenz, dass diese Länder (ich glaube auch Skandinavien) die niedrigsten MRSA- Infektionen hat.
    Das Problem ist dass es dem einzelnen Haus nicht gedankt wird sondern erst mal nur Kosten verursacht, wenn man hier konsequent handelt... nehme ich jedenfalls an.
    Gruss Volker

  10. #30
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    Standard AW: MRSA in aller Munde

    Hallo !

    Ich kann Volker nur beipflichten. Früher hat man mit Kanonen auf Spatzen geschossen und Resistenzen so provoziert. Das Problem hat sich eigentlich schon in der frühen Antibiotikatherapie, Ende der 40er und Anfang der 50er, beim Klassiker Penicillin abgezeichnet. Nur heute im Zeitalter der "Multi"resistenzen, sollte man gezielter mit der "Wunderwaffe" Antibiotikum umgehen. Was auch immer ein Antibiogramm und die Erregerbestimmung kostet, der gezielte Einsatz dieser Medikamentengruppe und die korrekte hygienische Handhabung sollten die Kosten wieder armortisieren.
    Bei uns werden bei Aufnahme, von jedem Patienten Nasen- und Rachenabstriche gemacht, desweiteren bei jedem der beatmet auf unsere ITS aufgenommen wird, wird endotracheal Sekret in die Mikrobio geschickt. Risikopatienten, die das Profil als Risikopatient der RKI (Empfehlung zur Prävention und Kontrolle von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Stämmen(MRSA) in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen [veröffentlicht in Bundesgesundheitsblatt-Gesundheitsforschung-Gesundheitsschutz; 1999-42; 954-958 im Springer-Verlag], erfüllen werden prophylaktisch gescreent und oftmals sofort isoliert. Die Mehrarbeit hat sich schon einige Male bewährt, zumal wir somit den schwarzen Peter von uns weisen konnten.

    Gruß der Randbayer
    At a cardiac arrest, the first procedure is to take your own pulse

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