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Thema: MRSA in aller Munde

  1. #11
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    Das hatten wir doch schon! Entweder alle oder keinen! Und wenn man sich unser derzeit marodes Gesundheitssysthem vor Augen hält, ist die Antwort - leider - klar! Das allerdings einige Einrichtungen mittlerweile einen Negativnachweis verlangen ist immerhin ein Anfang!

  2. #12
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    Ausrufezeichen MRSA, nicht nur in aller Munde

    Hallo Tempo,
    ich verstehe deine Antwort, auch die Skepsis, die daraus spricht.
    Aber weißt Du, ich "durfte" Ende der 90er Jahre erleben, wie in einem sehr renommierten (Name möchte ich nicht öffentlich machen) 600-Betten-Klinikum im Südwesten Deutschlands die komplette neurochirurgische mit 12 Planbetten und Teile der anästhesiologischen IPS für mehr als eine Woche geschlossen werden mußte. Seit dem bin ich ein gebranntes Kind, glaube mir nur.
    Damals mußten einige Patienten verlegt werden, mehrere wurden auf einer kurzfristig eingerichteten "Überwachungseinheit" zwischengeparkt und die betroffenen Stationen wurden komplett ausgeräumt, abgewaschen und alles nicht desinfizierbare Material entsorgt.
    Bereits entlassene Patienten wurden angeschrieben, bzw. über die Hausärzte informiert, sich doch einem Screening zu unterziehen.
    Schaden? Riesig!
    Seitdem habe ich umdenken gelernt, und ich merke auch in meinem Umfeld (ich arbeite nicht mehr in jener Klinik), dass sich die Prophylaxe durchzusetzen beginnt.

  3. #13
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    Hallo, Ich komm`irgendwie nicht mehr ganz mit.
    Also, bei Michael werden Patienten, die länder als 1 Tag da sind "abgestrichen". Jetzt habe ich nicht mitbekommen, wo die bis zum Ergebnis bleiben. Und wo sind die am ersten Tag, an dem festgestellt wird, ob sie länger bleiben müssen? Und wenn sie "positiv" sind, kommen die dann alle auf eine Isolierstation? Wieviel Platz ist da? Oder wird dann ggf. noch einmal die Notwendigkeit des stationären Aufenthalts überdacht?
    Bei "uns" ginge das garnicht. Viele Altenheime im Einzugsbereich, viel MRSA. Wo sollen dann diese Leute hin? Soviel Platz haben wir nicht.
    Aber noch eine Anmerkung am Rande: Es lief mal "hausintern" ein Screening des Personals. Pflegepersonal war "sauber", aber unsere lieben akademischen Kollegen... oh,je :o
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  4. #14
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    Hallo PICCOlina,

    die Patienten werden ganz normal aufgenommen und -wenns geht- im Einzelzimmer isoliert.
    Wenn nicht, werden sie in einem Doppelzimmer behandelt, als ob sie septisch wären. Also das ganze Programm mit Kittel, Mundschutz, tralala ...
    Diese "Isolation" heben wir auf, wenn am (meist) nächsten Tag die Ergebnisse da sind.
    Warum "geht" das bei euch nicht ?
    Zur Information:
    Wir verfügen über 16 Beatmungsplätze, davon 4 mit Einzelzimmer, Schleuse usw.
    Es werden täglich Patienten operiert , aber auch von "draußen" aufgenommen.

  5. #15
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    Jetzt wird es klarer. Habe mal nachgeschaut, wo Du arbeitest: OP-Int.
    Wir haben 11 Betten (8 doppel) und 1 "dreier"(da liegen orthopädische drin, aber bloß Hüften, Knie und Rücken - die kommen bei uns auf die Intensiv zwecks Cell-saver und Schmerzmanagement).
    Der Rest ist "Innere" Schwerpunkt Haematologie. Dummerweise hat man uns vor ca. 2 Jahren noch die innere Notaufnahme "aufgedrückt".
    Ein Beispiel aus meinem letzten Nachtdienst: 10 Betten belegt. 2 Schwestern: Eine kümmert sich um 3 "Orthis" und 2 Infarkte, die Andere betreut die 5 "Haemas". Eine zusätzliche Kollegin betreut vorrangig die Notaufnahme und geht bei "Leerlauf" den anderen Beiden "zur Hand". In dieser Nacht kommen 6 Patienten aus den Altenheimen über die Notaufnahme, alle mit Einweisung - also aufnehmen. Eine kommt auf die ITS, die anderen peripher. Keiner weiß was die an Keimen mitbringen, aber bei chronischem Bettenmangel gibt es wohl keine andere Lösung.
    Zu unserer "Ehrenrettung" muss ich sagen, dass Hygiene aufgrund unserer meist aplastischen Patienten bei uns eine große Rolle spielt.
    Aber bei Patientenkontakt von ca. 20-25 Menschen pro Nacht (ITS+Aufnahme) möchte ich nicht wissen, was wir so durch die Gegend tragen :o
    Hab`noch was vergessen: Was sagen denn die Patienten dazu, wenn sie erstmal isoliert und abgetrichen werden?
    -- Anja`s Kids on Ice --
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  6. #16
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    Daumen hoch Mrsa

    Hallo PICCOlina,

    erstmal "Hut ab". :five:
    Was du da beschreibst, würde ich wahrscheinlich nicht sehr lange mitmachen.
    Wir sind durchweg zu 6 Leuten, auch Nachts.
    Der "Durchgang" ist auch nicht gerade gering, aber doch kein Vergleich mit euch.
    Da wir 6-7 Leute sind, hat ein jeder seine 3 Patienten, oft oder sehr oft beatmet und/oder unter CVVHD o.ä. Zusätzlich gibt es noch eine/n "Springer/in", in der Regel Fachschwester für Anästhesie, die die hausinternen Notfälle sowie den Schockraum mit betreut.
    Aber das geht.


    Die Pflegekraft, die die Neuaufnahmen bekommt, kümmert sich grundsätzlich nur um diese, um eine Kreuzinfektion möglichst klein zu halten.
    Du fragst, was unsere Patienten sagen?
    Nichts, bislang hat sich noch keiner beschwert, im Gegenteil.
    Man muss auch sagen, wir haben sehr viele ausländische Patienten, und die kennen das meistens schon von zu Hause her, so z.B. die Holländer
    Aber auch alle anderen waren bisher sehr kooperativ.
    Und leider Gottes haben wir immer wieder mal einen positiven befund; zu 99% "Langlieger" aus unserer oder periferen Kliniken.
    Eigentlich sind ein oder zwei Betten immer isoliert. Aber damit werden wir wohl leben müssen.

  7. #17
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    Hallo Michael,
    So schlimm empfinde ich das garnicht. Ich bin in Essen tätig und wenn ich mit Kollegen aus anderen Häusern in Essen spreche, ist es bei ihnen ähnlich.
    Vielleicht geht es Euch einfach nur gut.
    Wenn ich mal genauer darüber nachdenke, wie selten wir "Positive" haben, möchte ich doch mal wissen, woran das liegt. Ich habe da so meine Befürchtungen und dann sollte ich wohl besser nicht weiterdenken.....
    Scheint in "meinem Haus" eher eine Sackgasse zu sein :o
    Erzähl mir doch mal, wie Ihr Euch "vermummt". bei uns streiten sich da regelmäßig die "Geister". Beispiel: Perfusorspritze leer: Handschuhe an, reingehen, Spritze wechseln - alles ohne Patientenkontakt. Erst bei Patientenkontakt setzt volle Vermummung ein. Wie handhabt ihr das, wenn z.B. nur 2 Pflegekräfte da wären und "es schnell gehen muss"?

    Gruß Andrea
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  8. #18
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    Pfeil MRSA, nicht nur in aller Munde

    Hallo Andrea,

    ja, ich glaube, es geht uns "noch" gut.
    Aber die schwarzen Vorzeichen hängen schon wie die Gewitterwolken über uns.
    Den Grad der "Vermummung" bestimmt unser Haus-Hygieniker.
    Die Hygiene-Pfleger/Schwestern haben im europäischen Ausland, so auch bei uns in Luxemburg, einen ganz anderen Stellenwert als ich es aus Deutschland gewohnt war.
    Der "verordnet" auf einemFormblatt, welche Massnahmen wie lange zu ergreifen sind, und man hat sich daran zu halten.
    Also: je nach festgestelltem Keim etwa Handschuhe, Mütze, Mundschutz oder anderes ...
    Er könnte (theoretisch) auch Sanktionen einleiten, wenn seine Verordnungen nicht beachtet werden.
    Allerdings sind unsere beiden Jungs beides Pragmatiker und wissen, was "geht" und was nicht.
    Bei einem Besuch im Zimmer eines MRSA-Patienten ohne Patientenkontakt ist ein Mundschutz sicher nicht notwendig, bei Pseudomonas wird er darauf bestehen.
    (Ausser Nachts, denn dann schlafen die Keime ja! :five: )
    Und es ist genau so, wie du sagst: Seit wir gezielt danach suchen, haben wir auch viel mehr Isolationspatienten.
    Dies ist für uns hier ein zweischneidiges Schwert: Einerseits kostet die Isolation die Kassen einen Haufen Geld, andererseits erhält die Klinik, und somit wir, deutlich mehr Pflegeminuten und damit mehr Geld in Form von Planstellen o.ä.

    Grüße

    Michael

  9. #19
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    Hallo Michael,
    Du hast Recht, Nachts sind bekanntlich alle Katzen grau!
    In "unserem kleinen, eher familiären Haus" ticken die Uhren immer noch anders. Böse Zungen behaupten, dass Kompetenz nicht so wichtig sei, wichtiger hingegen, wie lange man schon da, und wen man kennt oder mit wem man verwandt ist. Die Hygienestelle ist auch schon lange besetzt
    Also versuche ich es auch immer wieder "auf dem kleinen Dienstweg". Aber Prävention, wie Du sie beschreibst, würde eine Aufstockung des Stellenplans bedeuten. Da wir schon keine neuen Mitarbeiter bekommen, obwohl wir uns recht häufig "totarbeiten" (Das Haus wird gerade komplett umgebaut), glaube ich nicht, dass für uns momentan da Chancen bestehen.
    Schade eigentlich, aber vielleicht gibt es da irgendwann mal eine Art "Gesetz" , dass auch für uns bindend wäre (Prävention betreffend).

    So, gehe jetzt die Keime schlafen legen

    Gruß Andrea
    -- Anja`s Kids on Ice --
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  10. #20
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    Hallo Andrea !

    Ich glaube das ist genau das gegenwärtige Problem !
    Die wirtschaftlichen Gegebenheiten/Zwänge bestimmen unser "Handwerk" immer mehr ...
    Personal, Hygiene, etc. ...das bleibt leider immer mehr auf der Strecke !
    Man schaut nur noch, wo man kurzfristig sparen kann und verliert dabei aus den Augen, daß diese kurzfristigen Einsparungen sich bald rächen können und dann weitaus höhere Kosten verursachen (- mal ganz abgesehen von unserer Verantwortung gegenüber unseren Patienten)!
    Bei noch soviel Idealismus macht das alles unsere Arbeit oft ganz schön schwer
    ____________



    Viele Grüße von prometheus


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