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Thema: MRSA in aller Munde

  1. #1
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    Ausrufezeichen MRSA in aller Munde

    Hallo !

    Wer von Euch hat die Diskusssion bzw. Medienberichte verfolgt, die in den letzten Tagen auf eine zunehmende MRSA-Problematik in deutschen Kliniken hingewiesen haben. Unter anderem wurden hier Äußerungen von sich gegeben, daß man Kliniken öffentlich nennen wolle, in denen MRSA eine größere Rolle spielt, um so unseren "Kunden" die Möglichkeit zu geben, solche Häuser zu meiden ! - Was denkt Ihr darüber ? - würde hier gern eine Diskussionsrunde dazu starten :

    Hoffe auf rege Beteiligung !
    ____________



    Viele Grüße von prometheus


    Be kind to nurses. We keep doctors from accidentally killing you !

  2. #2
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    Standard

    Zitat Zitat von prometheus
    Hallo !

    Wer von Euch hat die Diskusssion bzw. Medienberichte verfolgt, die in den letzten Tagen auf eine zunehmende MRSA-Problematik in deutschen Kliniken hingewiesen haben. Unter anderem wurden hier Äußerungen von sich gegeben, daß man Kliniken öffentlich nennen wolle, in denen MRSA eine größere Rolle spielt, um so unseren "Kunden" die Möglichkeit zu geben, solche Häuser zu meiden ! - Was denkt Ihr darüber ? - würde hier gern eine Diskussionsrunde dazu starten :

    Hoffe auf rege Beteiligung !
    Nicht ganz zum Thema, aber die Bemerkung sei trotzdem erlaubt:

    Rede von Bundespräsident Johannes Rau auf dem 107. Deutschen Ärztetag am 18. Mai 2004 in Bremen:

    "Gesundheit ist ein hohes Gut, aber sie ist keine Ware. Ärzte sind keine Anbieter, und Patienten sind keine Kunden. Ich halte nichts davon, unser ganzes Leben in Begriffe der Betriebswirtschaft zu pressen. die medizinische Versorgung darf nicht auf eine "Dienstleistung" reduziert werden."

    Gruss
    Rolf Dubb
    Landesbeauftragter DGF
    Baden-Württemberg

  3. #3
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    Standard

    ...der Begriff "Kunde" war ironisch gemeint ... daher auch die " " ....Begrifflichkeiten sollten bitte nicht höher bewertet werden, als die Sache / das Thema selbst !
    ____________



    Viele Grüße von prometheus


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  4. #4
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    Daumen runter

    Zitat Zitat von prometheus
    Hallo !

    Wer von Euch hat die Diskusssion bzw. Medienberichte verfolgt, die in den letzten Tagen auf eine zunehmende MRSA-Problematik in deutschen Kliniken hingewiesen haben. Unter anderem wurden hier Äußerungen von sich gegeben, daß man Kliniken öffentlich nennen wolle, in denen MRSA eine größere Rolle spielt, um so unseren "Kunden" die Möglichkeit zu geben, solche Häuser zu meiden ! - Was denkt Ihr darüber ? - würde hier gern eine Diskussionsrunde dazu starten :

    Hoffe auf rege Beteiligung !
    Hallo!

    Ich denke es wäre mal wieder ein Schritt in die falsche Richtung! Denn aus meiner Sicht müsste es dann auch ein bundesweit einheitliches mikrobiologisches Monitoring geben, welches genau die Frequenz der Abstriche bzw. Untersuchung auf MRSA vorgibt. Kliniken die aus Verantwortungsbewußtsein häufig dieses Monitoring durchführen, werden zwangsläufig auch öfter MRSA finden und Stationen bzw. Kliniken, die gar nicht oder nur auf Verdacht abstreichen, um Kosten zu sparen, wären ungerechter Weise im Vorteil.

    MfG
    Chrischi

  5. #5
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    Ausrufezeichen MRSA in aller Munde

    Hallo!
    Hab zwar diese Diskussionen nicht verfolgen können, kenne aber diese Problematik nur zu gut. Ob sich der Patient es aussuchen sollte, eine solche gebrandmarkte Klinik zu vermeiden, hat durchaus eine gewisse Brisanz.
    An unserer Klinik soll ab nächstem Jahr eine Infektionsstation entstehen, in der interdisziplinär alle MRSA-Pat. behandelt werden sollen. Das allein kann den Ruf einer Klinik ja schon ruinieren. Aber was soll man machen, wenn aufgrund der Spezialisierung und des Versorgungsauftrages man eine überregionale Anlaufstelle ist. Selbst wenn man ein mikrobiologisches Screening vorab verlangt (ist bei einer Notfallverlegung eh nicht möglich), kann man dann bei positivem Befund den Pat. ablehnen? Wir können das nicht! Erstens entspricht es nicht der Klinikpolitik und soll man einem Pat. wg. MRSA eine schlechtere Versorgung zumuten oder sogar den Tod in Kauf nehmen. Sicher nicht, oder? Wir bekommen oft Pat. aus weiter entfernten Kliniken und aus dem Ausland und wir wissen, dass dies durchaus seine einzige Chance auf eine angemessene Wiederherstellung oder auf sein Leben ist. Darf man ihm das verwehren?
    Wir haben uns auf diese Situation eingestellt und sind darauf vorbereitet. Jeder verdächtige Pat. (Klinikaufenthalt länger als zur Notfallversorgung; aus dem Ausland, vor allem Italien und andere südliche Ländere; mikrobiologische Verdachtsanamnese z.B. nekrotisierende Fasciitis, Gasbrand) wird isoliert und komplett abgestrichen. Hierfür haben wir 3 spezielle Isolierzimmer auf der ITS. Ein entsprechender Dekontaminationsversuch, eine antibiotische Therapie bei entsprechender Klinik und mikrobiologische Überwachung ist natürlich Pflicht.
    Bei neu aufgetretenen MRSA-Kolonisationen durch auswärtigem Klinikaufenthalt sind die Chancen auf dauerhafte MRSA-Freiheit nicht so schlecht wie man meint. Dazu müssen sich allerdings die Pflegekräfte an einen Plan halten und vor allem die Ärzte sich mikrobiologisch etwas besser informieren. Uralte Standard-Antibiose nützt da nicht viel.

    Klinken als MRSA-Zonen zu deklarieren ist sicher nicht der richtige Weg. Eine nationale Überwachung und Beratung durch Experten, gesetzlich vorgeschriebene Hygienestandards und rationale und restriktive Antibiotikahandhabung ist der wohl sinnvollere Weg.

    Wie sieht´s denn in Ländern aus, in denen es diese ausschweifende Problematik nicht gibt? Wer kennt internationale Vergleiche?

    Gruß, Monty
    Kein Puls, kein Ton, wir kommen schon!

  6. #6
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    Standard

    Ich habe mal gehört, daß in Belgien bei jedem Patienten der im KH aufgenommen wird MRSA - Abstriche gemacht werden; ebenso bei allen in medizinischen Berufen tätigen Mitarbeiter. Das hat man schon vor Jahren eingeführt und entsprechend stehen die Belgier in Sachen MRSA/ORSA Heute wohl besser da. Da das alles auch sehr kostenintensiv ist, wird das in Deutschland sicherlich kein Thema werden. In den hiesigen Kliniken wird es mehr nach dem Motto "was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß" gehändelt.
    Einen Standart gibt es leider nicht, so das jede Klinik es anders handhabt.
    Bei uns ist es beispielsweise so, daß grundsätzlich alle Patienten die in eine Reha verlegt werden, komplett abgestrichen werden.
    Die Häuser mit MRSA - Problemen öffentlich zu machen fände ich ausgesprochen daneben. Der Ruf kann ratzifatzi dahin sein. Gerade Krankenhäuser mit vielen Aufnahmen auch aus anderen Krankenhäusern könnten sich kaum dagegen wappnen. Die Konsequenz würde dann irgendwann sein, daß man nur noch Patienten mit negativen MRSA - Nachweisen aufnehmen würde. Das ist für Schwerpunktkrankenhäuser ( in einem solchen arbeite ich auch ) aber gar nicht möglich. Eine ICB, SAB oder ein Polytrauma wollen in der Regel sofort versorgt werden!

  7. #7
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    Standard MRSA-Screening

    Hallo Forum,

    "Tempo" schreibt:
    Bei uns ist es beispielsweise so, daß grundsätzlich alle Patienten die in eine Reha verlegt werden, komplett abgestrichen werden.

    Was soll der Quatsch?
    Die Leute, die kommen, müssen untersucht werden, nicht die, die gehen !
    In unserer Klinik wird jeder, der voraussichtlich länger als 1 Tag unser "Gast" ist, einem MRSA-Screening unterzogen, und Patienten, die aus anderen Einrichtungen übernommen werden, sowieso.
    Wenn die länger anderswo behandelt wurden, werden sie -sofern organisatorisch möglich- isoliert, bis ein negativer Abstrich da ist.
    Wir haben sehr viele Patienten aus den Niederlanden; wenn wir diese in dortige KH verlegen, werden die routinemässig von den dortigen Gesundheitsbehörden isoliert, bis sicher ist, dass sie kein MRSA haben.

    Ausserdem ist -bei uns- nicht MRSA der Problemkeim Nr.1, sondern zur Zeit ein multi-resistenter Pseudomonas

  8. #8
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    Hallo,

    Zitat Zitat von Tempo
    Ich habe mal gehört, daß in Belgien bei jedem Patienten der im KH aufgenommen wird MRSA - Abstriche gemacht werden; ebenso bei allen in medizinischen Berufen tätigen Mitarbeiter. Das hat man schon vor Jahren eingeführt und entsprechend stehen die Belgier in Sachen MRSA/ORSA Heute wohl besser da.
    Hab dies auch gehoert und mal unseren Hygieniker darauf angesprochen. Dieser meinte dass es super waere alle MRSA zu entdecken und stellte dann die Frage, was man mit den Patienten tut die positif getestet werden.
    MSRA in der Nase ist an sich kein Problem, muss halt dort bleiben und nicht in die OP wunde gelangen.
    Und die Gefahr dass die Pflegekraft den Keim zum Nachbarn schleppt ist auch da. Aber viele Patienten laufen mit MRSA iregndwo im Koerper ohne Probleme umher. Das Pronblem ist wenn dieser dann ein Krankenhaus betritt.
    Also ab sofort duerfen die s Patienten nicht mehr ins Krankenhaus. Ilusorisch und nicht realisierbar.
    Isolationsstation oder besser Isolationskrankenhaus. Nicht finanzierbar.
    Also was tun?
    Der Hygieniker meinte nur kein generaelles Screening also auch kein Problem und erst reagieren wenn der MRSA in eine Wund zum Problem wird.
    Klingt brutal aber alles andere ist nicht machbar.

    Und irgendwie kann bin ich der gleichen Meinung. Wenn jeder seine Job korrekt macht (Haendedesinfektion,.....) muesste das Problem klein bleiben.

    Daniel

  9. #9
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    Standard

    @Michael
    Wir machen diesen Quatsch ja nicht aus lauter Menschenfreundlichkeit, sondern weil die Patienten sonst nicht von den Reha - Einrichtungen übernommen werden!!!
    Wenn ihr von uns z.B. einen Patienten bekommen würdet, würde der negative MRSA - Nachweis gleich mitgeliefert! Wenn ihr den Patienten dann erst noch wieder isoliert, dann ist daß aus meiner sicht vollkommener Schwachsinn!

  10. #10
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    Standard Mrsa

    Hallo Tempo,

    dass Du den übernehmenden Einrichtungen Arbeit abnimmst, ehrt euch.
    Bravo
    Aber was ist in den Wochen/Monaten, in denen der Patient bei euch ist?
    Da kann er seinen Keim durch die ganze Abteilung, wenn nicht gar durchs ganze Haus verteilen, oder was?
    Wenn es doch keiner kontrolliert?
    Das meinte ich damit.
    Die Pflegeheime können es sich leisten, Patienten abzulehnen wegen MRSA, wir IPS natürlich nicht, also müssen wir uns doch bestmöglich schützen.
    Und der beste -und mit Riesenabstand billigste- Schutz ist ein Screening.
    Oder meinst du, die MRSA-Therapie über lange Zeit kostet nix?

    Michael

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