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Thema: (Blut)Transfusion - Jetzt mal Hand aufs Herz.

  1. #1
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    Standard (Blut)Transfusion - Jetzt mal Hand aufs Herz.

    Liebe Kollegen,
    in der Annahme das wir uns alle einig sind, wird eine Transfusion (Erythrozyten) vom Arzt eingeleitet und durch uns überwacht.
    Jetzt finde ich aber in einem Fachbuch (für Transfusionsbeauftragte Ärzte) den Satz: Das "umhängen" bereits kontrollierter EK`s kann, wenn dies im QS System hinterlegt ist, an erfahrende Pflegekräfte delegiert werden.

    Meine Fragen:
    Ist das gelebte Praxis?
    Wenn ja, wir habt Ihr das als Dienstanweisung oder im Qualitätshandbuch hinterlegt?

    Freue mich auf die Diskussion.

    LG

    Hermelin

  2. #2
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    Standard AW: (Blut)Transfusion - Jetzt mal Hand aufs Herz.

    Kannst du das Fachbuch konkretisieren: Autor, Name, Verlag, Erscheinungsjahr?

    Elisabeth

  3. #3
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    Standard AW: (Blut)Transfusion - Jetzt mal Hand aufs Herz.

    das "umhängen" wird bei uns auch oft vom pflegepersonal übernommen. wenn die ärzte dann verschwinden bleibt uns auch oft nichts anderes übrig. die erste konserve wird jedoch immer vom arzt angehängt
    Darmrohr Fanclub

  4. #4
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    Standard AW: (Blut)Transfusion - Jetzt mal Hand aufs Herz.

    was soll denn ab der zweiten Konserve nicht mhr passieren, wozu bei der ersten ein Arzt anwesend ist???

    Dünnes Eis, sehr dünn! Es geht hier nicht um das Anhängen einer Antibiose, sondern um eine definitiv nicht delegationsfähige Tat!

    Servus,
    Monty
    Kein Puls, kein Ton, wir kommen schon!

  5. #5
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    Standard AW: (Blut)Transfusion - Jetzt mal Hand aufs Herz.

    Es ist wirklich dünnes Eis! Man muss es für sich selber entscheiden, ob man Delegationsaufgabe des Arztes ausführt, oder nicht!
    #hl=de&source=hp&q=Delegation+von+Bluttransfusione n&btnG=Google-Suche&meta=&aq=f&oq=Delegation+von+Bluttransfusion en&fp=52f5fb6826b31914

  6. #6
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    Standard AW: (Blut)Transfusion - Jetzt mal Hand aufs Herz.

    Erst mal Danke für die Antworten.
    Wie dünn das Eis ist, ist mir klar. Und wenn ich Tätigkeiten übernehme, muss ich auch dafür einstehen. Mir ging es mit der Frage auch nur darum, ein Gefühl für die gelebte Praxis zu bekommen.

    Das Buch ist übrigens:
    Transfusionsmedizin - Klinische Hämotherapie.
    Volker Kretschmer, Universitätsklinikum Gießen und Marburg
    Hans Gombotz, AKH Linz
    Gerhard Rump, BG-Ludwigshafen

    Thieme Verlag 2008
    ISBN 978-3-13-145751-6

    Seite 157, Durchführung eine Transfusion.
    "[...] Entsprechend eingewiesende Pflegekräfte können die am Patienten belassenen, vor Transfusionsbeginn vom Arzt hinsichtlich Identität geprüfte Blutkonserven anhängen, wenn dies im QM-Handbuch so festgelegt ist.

    Als Quellenangabe verwenden die Autoren für diesen Teil ausschließlich Stellungnahmen des Paul Ehrlich Institut und die Bundesärtztkammer.

    LG
    Hermelin

  7. #7
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    Standard AW: (Blut)Transfusion - Jetzt mal Hand aufs Herz.

    Aha,
    nicht schlecht.
    Was wohl das Transfusionsgesetz dazu sagt?

    PEG schön und recht, der BÄK trau ich keinen Millimeter über den Weg, die sagen das, wofür die Funktionäre bezahlt werden.

    Fakt bleibt, Blutprodukte zu verabreichen, ist nicht delegationsfähig, egal was ein Buch oder BÄK sagt.

    Gelebte Praxis im Notfall, wenn der Doc mit im Raum steht und massentransfundiert wird, ...?!

    Servus,
    Monty
    Kein Puls, kein Ton, wir kommen schon!

  8. #8
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    Standard AW: (Blut)Transfusion - Jetzt mal Hand aufs Herz.

    Zitat Zitat von Hermelin
    "[...] Entsprechend eingewiesende Pflegekräfte können die am Patienten belassenen, vor Transfusionsbeginn vom Arzt hinsichtlich Identität geprüfte Blutkonserven anhängen, wenn dies im QM-Handbuch so festgelegt ist.
    Ich denke, da liegt der Hase im Pfeffer begraben. Marburg hat ehedem die Einführung der Übernahme ärztl Tätigkeiten im peripheren Bereich dahingehend unterstützt, dass sie entsprechende Rechtsgrundlagen zusammen getragen haben. Wenn ich dies mit einbeziehe, denke ich das Marburg "entsprechend eingewiesene Pflegekräfte" so definiert, dass sie eine extra Fortbildung dafür erhalten haben und das diese Tätigkeit entsprechend schriftlich niedergelegt wird. Dem Pat. wird zu Beginn der Behandlung ein Papier überreicht, in dem er sich einverstanden erklärt mit dem Prozedere.
    In unserem Haus wurde das Verfahren für die Übernahme bestimmter, genau definierter iv.-Medikamenten-Gabe im peripheren Bereich umgesetzt. Klappt ganz gut... bis auf die Einverständniserklärung. Die hat man mittlerweile eingespart. Vielleicht sieht das der Hausversicherer mittlerweile etwas lockerer.

    Elisabeth
    Geändert von Elisabeth (12.03.2010 um 09:58 Uhr)

  9. #9
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    Standard AW: (Blut)Transfusion - Jetzt mal Hand aufs Herz.

    Es ist wirklich dünnes Eis! Man muss es für sich selber entscheiden, ob man Delegationsaufgabe des Arztes ausführt, oder nicht!
    #hl=de&source=hp&q=Delegation+von+Bluttransfusione n&btnG=Google-Suche&meta=&aq=f&oq=Delegation+von+Bluttransfusion en&fp=52f5fb6826b31914
    Lieber Tempo,
    Dein Link funktioniert nicht.
    Meinst Du etwa diesen Link?

    @all,
    schade nur dass immer erst etwas passieren muss, bis etwas passiert!
    Hintergrund: vor ca. 11/2 bis 2 Jahren gab es in unserem Schwesterhaus im OP - Bereich einen Zwischenfall. Ein Patient bekam während der laufenden OP eine falsche Blutkonserve transfundiert - und verstarb ein wenig später auf der ITS. Der betroffene Anästhesist hat angegeben, dass er den Bedsidetest durchgeführt hat - der eine minimale, unspezifische Reaktion gezeigt hätte.

    Reaktion: Es wird auch auf den Intensivstationen darauf geachtet, dass ausschließlich Ärzte das Blut kontrollieren (Bedsidetest) und anhängen, d. h. auch wechseln. Das Wechseln und manchmal (je nach Arzt) auch das Anhängen haben wir früher gemacht, den Bedsidetest nie.
    Viele liebe Grüße
    fridolin
    immer gelegentlich manchmal
    Wahlspruch: Dormicum macht den dicksten Bären stumm...

  10. #10
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    Standard AW: (Blut)Transfusion - Jetzt mal Hand aufs Herz.

    Ich muss erst mal die Änderungen im Transfusionsgesetz lesen…bin nicht auf dem neuesten Stand. Im „Alten“ stand sinngemäß, dass die Durchführung (Gabe von Ery- Konzentrat/en) einer Organtransplantation gleichkommt, daher nur durch den Arzt. Dieser Passus war etwas „versteckt“, wenn ich das mal so behaupten darf.

    Siehe auch Artikel von 2005 (nicht delegationsfähige Tätigkeiten) http://www.wernerschell.de/Medizin-I...hstein1005.pdf.

    Sofern mir die Änderungen noch nicht ganz klar sind, halte ich es mit Tempo und Monty and lasse meine Finger davon (es sei denn, mein AG erstellt in Rahmen von QM neue Regeln, an die ich mich halten muss (nicht kann oder soll, sonder MUSS – bisher nicht passiert).

    Ausnahmen waren und sind für mich Notfälle (Massentransfusionen) aus einfachen Gründen: Das Leben eines Menschen hängt daran, dabei arbeite ich Seite an Seite mit dem Arzt und ich hoffe es passt gut in den Bereich „Notfallkompetenz“. In der Durchführung bin ich sehr streng zu mir selbst, alles 2x checken, BG Nachweis eindeutig vorhanden sowie Laborwerte, Anamnese kennen, Bedside mit Konzentration (niemals ablenken lassen!), keine technische Fehler-Fallen (z.B. NUR separater Zugang, keine Zutaten, richtiges Material), klare Kommunikation mit dem Arzt usw. Wieso sag’ ich das? Weis doch jeder, wie es geht!
    Ach so, nur ein Tipp um weiter im Besitz des Diploms zu bleiben .


    Hier wird das Thema kurz erwähnt (ansonsten ganz interessant und leicht bissiger Text)
    Kosteneffizienz in der Intensivpflege
    http://www.pflegewiki.de/wiki/Kosten...Intensivpflege

    WomBat, Vorsicht ist die...
    Pflegefachkräfte sind nicht teuer, sie sind unbezahlbar!

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