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Thema: DGF-Fachkrankenpflegestandard

  1. #41
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    Standard AW: DGF-Fachkrankenpflegestandard

    Zitat Zitat von WomBat
    Es fehlt die breite Basis. ALLE Pflegende brauchen eine hochwertige Bildung. Pflege ist mindestens genauso anstrengend wie andere wissenschaftliche Fächer. (Ich will hier die Theologie als Profession erst gar nicht nennen, aber so ist es mal).
    Also vielleicht doch nicht der Einzelgang einer (besonderen) Berufsgruppe?
    http://forum.zwai.net/showpost.php?p=13780&postcount=6

    Wobei ich es für illusorisch halte 1 Mill. Pflegekräfte zu Experten ihrer Profession zu machen. Stichwort: Kosten-Nutzen, Nachfrage.


    Elisabeth

  2. #42
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    Standard AW: DGF-Fachkrankenpflegestandard

    Hallo zusammen!

    Wenn man die Geschichte der Pflege und die Entwicklung der daraus resultierenden Berufe betrachtet, wird man schnell erkennen welche Einflüsse eine bestimmte "professionelle", akademisierte Berufsgruppe hatte. So hat sich die Pflege im Schatten der Ärzte entwickelt, das ist uns allen bekannt, oder? Zu Beginn des letzten Jahrhunderts hat man dann versucht das ganze zu professionalisiern in form einer Ausbildungsverordnung. Die Bestrebungen einer eigenständigeren "Profession " wurde jäh durch die Entwicklungen einer sehr dunkelbraunen Zeit zerstört. Danach ließ man sich wieder 40 Jahre zurückfallen. Eine andere Entwicklung machten hingegen die Briten, wo die Pflege sich mit Gründung des NHS selbstständig machte und eine aktives Mitspracherecht erwirkte. Leider hat sich die Profession Pflege in Deutschland sehr lange schwer getan zu verändern. Daher auch fridolins 80%. Durch eigene Körperschaften (Ärztekammer KV,...) reguliert und abgesichert und durch Gesetzte und Verordnungen (BGB, SGB, RVO) staatlich legitimiert, hat sich der Ärztestand bis heute rechtliche und institutionelle Vorherrschaft gegenüber den nichtärztlichen Pflege- und Gesundheitsberufen enthalten. Zwar räumt die von der Bundesärztekammer eingerichtete Konferenz der Fachberufe im Gesundheitswesen ein, dass "der Arzt im Rahmen seiner Gesamtverantwortung .. Teilbereiche anderen fachkompetenten Berufsgruppen mit anerkanntem Bildungsabschluss eigenverantwortlich" übertragen kann. Doch darf die durchaus gewünschte Kooperation mit anderen Berufsgruppen "nicht dazuführen, dass beispielsweise in die Zuständigkeit und Verantwortung des Arztes für die Anordnung beziehungsweise Verordnung diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen eingegriffen wird". (Bundesärztekammer 1991, Konferenz der Fachberufe im Gesundheitswesen bei der BÄK, 1991, Köln)
    Sicher "dürfen" oder machen viele Pflegekräfte mehr als sie tatsächlich rechtlich abgesichert erledigen. Es sei denn man definiert deligierbare Aufgaben, die an Fachpflegekräfte übertragen werden können und zum wohle der schwerst Kranken dienen. Mit Sicherheit geht der Arbeitsbereich in der Intensivpflege/-medizin ziemlich eng Hand-in-Hand und daher sollten Kompetenzen klar definiert und abgesteckt werden. Auf jeden Fall sollte die Fachkrankenpflege mehr Kompetenzen in der Prävention, Prophylaxen und deren Durchführung bekommen und eigenverantwortlich Entscheidungen zu pflegerischen Tätigkeiten treffen können.

    Noch einen kleinen Exkurs zur Definition Profession

    Profession als eine besondere Form von Berufen, die ...
    allgemeinen, gesellschaftlichen Werten verpflichtet sind und zentralwertbezogene Leistungen erbringen,

    wissentschaftliches Expertentum mit alltäglicher Praxis vereinen und

    organisatorisch gestützt, ihre beruflichen Leistungen selber standardisieren, kontrollieren und beurteilen und sowohl über Klienten- als auch über Organisationsautonomie verfügen.
    Wenn man das ließt, sind wir vielleicht auf dem Weg dahin. Aber noch ist die Pflege im Schatten der Mediziner und noch nicht autonom genug daraus hervor zutreten, aber wir kommen der Sonne immer näher.

    Gruß der Randbayer

    PS: Übrigens Pflegefachkräfte als selbstständige Anbieter anerkannt
    Geändert von Randbayer (02.08.2009 um 13:20 Uhr)
    At a cardiac arrest, the first procedure is to take your own pulse

  3. #43
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    Frage AW: DGF-Fachkrankenpflegestandard

    Liebe Elisabeth,
    1 Mill. Pflegekräfte
    woher stammt die Zahl?
    Viele liebe Grüße
    fridolin
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  4. #44
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    Standard AW: DGF-Fachkrankenpflegestandard

    Ops- hab ich mich doch glatt vertan.

    http://www.destatis.de/jetspeed/port...nderPrint.psml

    2007 gabs 231.000 GuKs minus 19.000 Hebammen= 712.000 dreijährig ausgebildete Fachkräfte.

    Bleibt aber egal. Der Bedarf an Pflegefachexperten dürfte weit darunter liegen... dank auch des täglichen Beweises vieler Kollegen, die eher auf dem Niveau von KPHs arbeiten: Dienst nach Anweisung unter unter zur Hilfenahme von Checkliste und Drehbuchstandard.

    Selbst erfahrene Pflegemanager sehen es als eine nicht realsisierbare Aufgabe, diese rund 700.000 MA komplett zu motivieren sich endlich ihrer Profession bewusst zu werden. Gutwillige Manager gehen wenigstens noch von 50% aus. Realistischere mit mehr Infos und demzufolge eines ausgeprägteren Pessimismus (*fg*) setzen die Prozente da weit höher an.

    Elisabeth

  5. #45
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    Standard AW: DGF-Fachkrankenpflegestandard

    Liebe Elisabeth,
    jetzt habe ich doch glatt weg in jedem Auge vier Fragezeichen da ich Deine Rechnung gerade nicht nachvollziehen kann.
    Bitte kläre mich doch auf, da bei mir "231.000 minus 19.000 nicht = 712.000 ergeben sondern 212.000!
    Viele liebe Grüße
    fridolin
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  6. #46
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    Standard AW: DGF-Fachkrankenpflegestandard

    Excuse, wollte mich heute nicht mit den Zahlen auseinandersetzen. Daher überspringe ich die mal. Elisabeth, es geht nicht darum, alle jetzt zur Uni zu schicken, es geht darum, nach und nach die Pflegeausbildung an höhere Schulen zu verlegen. Wenn uns so viele Länder das vorgemacht haben (schon recht lange), wieso soll das bei uns nicht funzen? (Es sei denn, wir sind auch ein Teil des Jammer-Volkes und Jammern noch 50 Jahre weiter. Finde ich nicht wirklich gut. Wir müssen es nur TUN.) So wie bei Nike. Just do it.

    Es gibt jede Menge Literatur zum Thema „Professionalisierung“ (in der Pflege). Hier ein paar kürzere, nicht ganz neue Beiträge. Für die Schnell-Leser

    Pflegeprofis und Fachsprache
    http://www.oegkv.at/fileadmin/docs/O.../11/maanen.pdf

    Pflegekunde
    http://www.dg-pflegewissenschaft.de/...e0298meyer.pdf

    Siehe darin Vortrag von G. Dielmann
    http://gesundheit-soziales.verdi.de/...elehrer_062003

    Für dieses Thema muss es auch nicht ganz neu sein. Das Thema ist schon zu alt!

    Im Beitrag der "intensiv" (Thieme) ist ein wichtiger Satz. Sinngemäß sagt die Autorin, dass jeder vor Ort "professionell" Arbeiten kann. Das ist gut für den Pflegeberuf. Und damit gut für Pflegende.

    Professionalisierung hat viel mit Qualität der Leistung zu tun. Weil die Gesellschaft uns "legitimieren" muss (als Profis). Da nutzen Versprechungen wenig.

    WomBat, you have to DO it!

    PS Nochmals, alle Theorien der Professionalisierung machen keine Profis. Wir müssen professionell arbeiten. Es Tun.

  7. #47
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    Standard AW: DGF-Fachkrankenpflegestandard

    Zitat Zitat von WomBat
    Elisabeth, es geht nicht darum, alle jetzt zur Uni zu schicken, es geht darum, nach und nach die Pflegeausbildung an höhere Schulen zu verlegen.
    Da gehen wir völlig konform. Aber es bleibt die Frage: braucht im Alltag tatsächlich soviel höher qualifizierte Fachkräfte? Täglich wird in D vieltausendfach nachgewiesen, dass dies anders ist. Man braucht sich bloß die Tätigkeiten von FSJlern, Zivis, Praktikanten, Azubis ansehen. Und trotzdem funzt der Laden fast immer gut.

    Ich denke, die Politik hat mit der Absenkung der Zulassungbeschränkungen für dei Ausbildung den ersten Schritt in diese Richtung getan. Es wird eine Absenkung der Ausbildungsanforderungen folgen müssen, sonst wäre die Umsetzung des neuen Gesetzes nicht realisierbar.
    Die Politik schafft also mal wieder ohne Beteiligung der Betroffenen Tatsachen.
    Ich befürchte, dass diese Entwicklung auch Auswirkungen bis in den Intesivbereich haben wird. Auch wenn sich das nicht vorgestellt werden kann.

    Die DGF scheint dieses Problem zu erahnen und will schlimmeres verhindern. Aber als "Miniverband" stehen die Chancen eher schlecht... es sei denn man verbündet sich mit den Ärzten. Aber will das Pflegekraft wirklich?

    Elisabeth

  8. #48
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    Pfeil AW: DGF-Fachkrankenpflegestandard

    Liebe Elisabeth,
    bitte verkenne hier nicht die Politik.
    Politik hat mit der Absenkung der Zulassungbeschränkungen für dei Ausbildung den ersten Schritt in diese Richtung getan
    Der Politik geht es nur um Kostensenkung!
    Viele liebe Grüße
    fridolin
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  9. #49
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    Ist doch mein reden: geringere Anforderungen an die Zulassung= Reduzierung der Ausbildunsganforderungen>>> geringeres Ausbildungsniveau ... und schwupps kannst du die Bezahlung anpassen. denn wir wollen ja nach leistung und Komepetenz bezahlt werden.

    Für die Übergansgzeit schaust du, wer noch ne Fachausbildung hat und honorierst das. Bei den Schwestern aus den Normalbereichen sorgst du für einen geringeren Anstieg bei den Tarifverhandlungen. So ergibt sich von ganz allein und gaaanz langsam eine Schere zwischen den Experten und der- nennen wir sie mal- Pflegebasis.
    In ein paar Jahren forcierst du das Bachelorstudium um die Schere weiter zu öfnen.

    Wir sollten unsere Politiker nicht unterschätzen. Die Öffnung der Ausbildung hat nichts mit dem zukünftigen Personalmangel zu tun. Der droht nicht so gravierend.
    Gerade erst am WE gelesen in der heimischen Presse: vor einigen Jahren haben sich noch 16 Leute auf einen Ausbildungsplatz beworben, heute sind es immerhin noch 6. Und von den fertigen Azubis gibt es immer noch genug, die verzweifelt eine Anstellung suchen, die ihrer Qualifikation entspricht.

    Ich denke, Politiker denke da freier. Denen sind berufspolitische alte Zöpfe (100% examiniertes Personal in allen Bereichen) vüllig fremd. Das sind Leute die rechnen können und müssen.
    Ulla ist nur eine Strohpuppe (und aktuell ein Bauernopfer)- dahinter sitzen die wirklich Politik machenden Wirtschaftsleute- gesponsert von ... . Naja, jetztet werde ich wieder zu politisch. *fg*

    Elisabeth

  10. #50
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    Standard AW: DGF-Fachkrankenpflegestandard

    Elisabeth, Du hast sicher Recht mit der „Schere“ mit den B-Studiengängen.

    Was ist die Alternative für den Pflegeberuf?

    Liebe Grüße, WomBat

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