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Thema: DGF-Fachkrankenpflegestandard

  1. #11
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    Pfeil AW: DGF-Fachkrankenpflegestandard

    Neues von dgai.de:

    Zitat Zitat von dgai.de
    Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e. V. (DGF) hat am 01.07.2009 einen Beschluss zum Fachkrankenpflegestandard in Op und Intensivmedizin (Anhang) gefasst, zu dem BDA und DGAI eine gemeinsame Stellungnahme erarbeitet haben, die wir Ihnen hier zu Kenntnis geben.
    >>> Stellungnahme BDA/DGAI (PDF) >>>

  2. #12
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    Standard AW: DGF-Fachkrankenpflegestandard

    Als frischer zwai-Nutzer möchte ich an dieser Stelle ersteinmal alle hier begrüßen.

    Ich sehe es genauso, dass die Disskussion zum Thema Fachkrankenpflegestandard sehr überlegt geführt werden muss, denn im Gegensatz zu Elisabeths Meinung halte ich die Implementierung eines slochen Standards für nicht nur realistisch sondern ferner auch für essentiell. Dass die DGF als größter Berufsverband im Bereich der Anästhesie- und Intensivpflege wie auch der Funktionsdienste diesen formuliert, steht in ihrer Verantwortung. Dabei steht außer Frage, dass sich Pflege in der Gesamtheit berufspolitisch noch weiter strukturieren und festigen muss- die Bildung des Deutschen Pflegerates (DPR) kann man in diesem Sinne sicherlich als eine Art 'Grundsteinlegung' betrachten.

    Inhaltlich ist der Fachpflegestandard interessant, da er Interpretationen zulässt. So scheint mir nicht eindeutig ersichtlich, ob die aufgeführten Befähigungen eine Tätigkeit gänzlich unabhängig von der ärztlichen Delegation ermöglichen sollen. Insofern ist die Stellungnahme des BDA und der DGAI nicht überraschend.
    Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass in der Praxis erfahrungsgemäß viele der genannten Tätigkeiten im Rahmen einer nicht zufriedenstellenden Rechtslage ärztlich delegiert werden (Bsp. Steuerung der Medikamentenapplikation oder Infusionstherapie), ist die verbandsübergreifende Disskussion jedoch notwendig. Nicht zuletzt der Hinweis in der Stellungnahme, dass eine Delegation an qualifiziertes nicht-ärztliches Personal möglich ist, erfordert eine klare Definition jener Qualifikation. Diese wäre auf Grundlage eines Fachkrankenpflegestandards möglich.
    Der „Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen" des Bundesministeriums für Gesundheit kommt daher auch nicht überraschend in seinem 2007 erschienenen Gutachten „Kooperation und Verantwortung" zu dem Ergebnis: „Die Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe weist gegenwärtig eine Reihe von Defiziten auf, [...] : hinsichtlich der Arbeitsteilung zwischen den Gesundheitsberufen, insbesondere zwischen Ärzten und der Pflege, besteht ein hohes Maß an Rechtsunsicherheit.“

    Zu guter letzt würde ich mich auch freuen, wenn in einem Fachkrankenpflegestandard zudem die berufliche Eigenständigkeit definiert ist. Denn auch auf diesem Weg kann die Qualifikation und Profession von Pflege anhand eines ganzheitlichen Pflegeverständnisses hervorgehoben werden. Beispielsweise könnte sich die Diskussion zur Diagnostik und Therapie mit Blick auf Pflegediagnosen relativieren...

    Ich hoffe, dass ich die Disskussion ein wenig in die richtige Richtung schubsen konnte und verbleibe ersteinmal

    mit kollegialen Grüßen
    Ole

  3. #13
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    Standard AW: DGF-Fachkrankenpflegestandard

    Hallo,

    ich sehe das so wie Ole, wer kennt es nicht aus dem Alltag, da kommt der Doc ins Behandlungszimmer und sagt könntest du das bitte mal für mich tun.
    Nun tut man die verschiedensten Tätigkeiten ohne Rechtssicherheit.
    Im Klinikalltag gern vom Mediziner abgegeben, jedoch die Kompentenz nicht zu gestanden. Kratzt man den Doc's an den Kompetenzen werden sie plötzlich ganz unangenehm.
    Warum funktioniert dies in anderen Ländern?

    LG Martin

  4. #14
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    Standard AW: DGF-Fachkrankenpflegestandard

    Die Reaktion war vorauszusehen. Ich stimme unserem neuen Nutzer zu, so ein Teil muss nicht nur gut überlegt, sondern auch wohlformuliert sein. In Kenntnis vom Alldem-Drum-Herum Zeugs. Inklusive der (wahren) Seele der Reakteure.

    Gut finde ich das Angebot, es gemeinsam anzugehen.

    Schlecht finde ich die unglaubliche Beton-Haltung*, so, als ob Pflegende noch nie etwas „ärztliches“ (manchmal delegiert, im Einzelfall auch eigenständig initiiert (wenn mal gerade jemand schläft)) mit keinem Wort darüber, wie sehr Pflegende sie schon ewig entlasten. (*die wir nun schon JAHRE erleben).

    Die Pflegediagnosen könnten helfen, dafür ist jedoch noch viel Arbeit nötig inkl. evtl. Anpassungen, Erweiterungen, usw.. Das braucht noch Zeit, denke ich...

    WomBat, grüßt das Forum recht herzlich.

    Nicht aufgeben. Ich bin zuversichtlich, die kriegen Dat hin.

  5. #15
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    Standard AW: DGF-Fachkrankenpflegestandard

    Die Stellungnahme des BDA/DGAI hat mich nicht all zu sehr verwundert, denn was unter der "beispielsweisen" Befähigungen aufgeführt wird, ist schon etwas viel. Vor allem was die Befähigung bei therapeutischen Maßnahmen betrifft.
    Sind wir doch mal ehrlich, wenn einer unserer Verwandten auf unserer eigenen Station liegen würde, möchte da jemand, daß jedwede Fachpflegekraft die wir in unseren Teams haben, an denjenigen eigenständige Prozeduren durchführt, so wie man es sich bei dem publizierten Standard vorstellen kann.
    Bei der momentanen Qualifikation und Ausbildung der Fachpflege geht das zu weit. Wenn wir mehr Kompentenzen haben wollen, brauchen wir eine bessere Ausbildung, keine 2jährige berufsbegleitende Weiterbildung.
    Ich hab´s erst vor kurzem wieder erlebt, daß die Fachpflege in direkter Kombination mit unseren Ärzten super funktioniert. Da wird Wissen geteilt, Erfahrungen abgesprochen, gemeinsam Hand in Hand gearbeitet, wenn es wirklich um Minuten geht. Einer Fachpflegekraft, sei es in der Intensivmedizin oder in der Anästhesie, ist bei der jetzigen Ausbildungsform nicht entsprechend qualifiziert, so was allein zu entscheiden. Aber so hörte es sich in dem Standard an! Ich trau mich mal sagen, daß ich selbst bei überdurchschnittlichen Wissen und ausreichender Erfahrung nicht von mir selbst allein behandelt werden möchte. Weder in der Anästhesie, noch auf der Intensivstation. Und jede Fachkraft, egal wie gut sie ist, die meint mit seiner eigenen Aus- und Weiterbildung es trotzdem zu können, hat seit der eigenen FWB aufgehört mit zu denken. Ich hab in der FWB nicht gelernt, was ich alles kann, sondern mir eingestehen müssen, was ich noch alles lernen muß! Wer diese Personalkompetenz bei seiner FWB nicht entwickelt, der hat eigentlich nichts gelernt.
    Der für mich einzige Weg, die angeführten Punkte zu verwirklichen ist:
    1. Rechtliche Festlegung der diagnostischen und therapeutischen Einflußmöglichkeiten unter dem Gesichtspunkt eines echten Heilberufes.
    2. Einführung von Studiengängen an den Fachhochschulen für die getrennten Arbeitsbereiche Intensiv- und Anästhesiepflege.
    3. Keine Überführungsregelung für bereits fertige Fachweitergebildete. Befähigung allein durch den jeweiligen Studiengang.

    Ich will uns/mir nicht selbst ans Bein pinkeln, sondern uns vor uns selber schützen. Keiner von uns möchte sich selbst (oder Angehörige) von einem Studenten eine Allgemeinanästhesie machen lassen, bei fremden Menschen wollen wir aber rumdoktern. So geht das nicht!

    Ich weiß was ich kann, und deswegen weiß ich genau, was ich auch nicht kann!!!


    Gruß,
    Monty
    Kein Puls, kein Ton, wir kommen schon!

  6. #16
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    Standard AW: DGF-Fachkrankenpflegestandard

    Hallo Monty,

    im Rahmen Deiner Interpretation des Fachkrankenpflegestandards kann ich Dir in vielerlei Hinsicht nur zustimmen. Doch gernau das ist der Punkt, den ich in meinem ersten Beitrag als 'interessant' bewertet habe. Die Auslegung, dass wir als Fachkrankenpflegekräfte selbständig und eigenverantwortlich Tätigkeiten aus dem ordinären ärztlichen Bereich übernehmen, ist beim Betrachten des Fachkrankenpflegestandards möglich. Und genau wie Dich überrascht mich demzufolge die Reaktion der ärztlichen Berufsverbände nicht sehr.

    Trotzdem musst Du mir zustimmen, dass es Bereiche in der Behandlung eines Patienten gibt, die ein spezielles Augenmerk durch die Pflege erfahren- als Beispiel könnte man hier besonders die Prophylaxen und Rehabilitation nennen. Oder man macht sich die Mühe, und betrachtet die Bedürfnisse eines Patienten, die größtenteils von der Pflege wahrgenommen werden und eine oftmals nachgewiesene/evidenzbasierte entscheidende Auswirkung auf den Behandlungs- und Therapieprozess haben. Wenn Fachkrankenpflegekräfte, wie in dem Standard beschrieben, befähigt sind "einen umfassenden Status des kritisch erkrankten Patienten zu erheben und darzustellen, inklusive der Vervollständigung der klinischen Untersuchung und Anamneseerhebung", dann kann man das unter jenen Aspekten nicht von der Hand weisen. Auf diesem Weg lässt sich zudem auch der ganzheitliche Ansatz im Behandlungskonzept verankern.

    Wie Du beschrieben hast, erleben wir regelmäßig, dass die Zusammenarbeit von Ärzten und Fachpflegekräften auch hervorragend funktionieren kann- Wissen wird geteilt, Erfahrungen abgesprochen, gemeinsam Hand in Hand gearbeitet. Diese Grundlage findet sich jedoch auch in dem Fachkrankenpflegestandard wieder; Zitat: "In Verbindung mit dem intensivmedizinischen Team ist die Fachkrankenpflegekraft befähigt, beispielsweise [...]".

    Ich möchte Deine Meinung in keinster Weise kritisieren, im Gegenteil. Du stellst eine mögliche Interpretation des Standards vor. Und ich halte es für notwendig, diese Interpretationen zu diskutieren.

    Gruß
    Ole

  7. #17
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    Standard AW: DGF-Fachkrankenpflegestandard

    Hallo @all,
    prinzipiell stimme ich der Kernaussage von Monty zu, dass die "monemtane Qualifikation und Ausbildung der Fachpflege" nicht ausreichend für einen derartigen Fachpflegestandard ist.
    Weiterhin gebe ich Monty recht, wenn er sagt, dass ein ausreichender Ausbildungsstand letztendlich nur über einen Studiengang zu erreichen ist.
    Die Schlussfolgerungen von Monty sind aus meiner Sicht nicht haltbar.
    zu 1.: Eine "rechtliche Festlegung der diagnostischen und therapeutischen Einflußmöglichkeiten unter dem Gesichtspunkt eines echten Heilberufes"
    wäre vielleicht wünschenswert, würde aber die Anerkennung der Krankenpflege als Beruf und nicht nur als Berufbezeichnung vorraussetzen. Die Konsequenz wäre, dass aussließlich professionell Pflegende Pflege ausüber dürfen - mit der Folge von immensen Kosten.
    zu 2.: "Einführung von Studiengängen an den Fachhochschulen für die getrennten Arbeitsbereiche Intensiv- und Anästhesiepflege".
    Auch dies ist ein wünschenwertes Ziel mit der Frage wer das Studium finanziert und wie hinterher die Eingruppierung der Fachpflegekräfte aussieht. Ebenso ist das Berufsbild als eigenständiger Beruf komplett neu zu erstellen.
    Zu 3.: "Keine Überführungsregelung für bereits fertige Fachweitergebildete. Befähigung allein durch den jeweiligen Studiengang".
    Na, dass gibt aber Ärger. Denn schließlich gibt ja auch einen nicht unerheblichen Teil von FachweiterbildungsteilnehmerInnen, die zumindest einen Teil oder ggf. die gesamte Ausbildung selbst finanziert haben. Die sollen dann alles "wegschmeißen"? Und hast Du, lieber Monty, auch an die Krankenhäuser gedacht, die dann plötzlich von heute auf morgen ohne qualifiziertes Fachpersonal dastehen? Dies sind nur zwei Gründe in Kurzform, die Übergangsregelungen zwingend notwendig machen.

    Ich persönlich halte den Fachkrankenpflegestandard der DGF zur Zeit eher für eine Stellungnahme zur Festlegung eines (noch fernen) Zieles als für einen wirklichkeitsnahmen, praktikablen Standard.
    Außerdem frage ich mich, wie sich das mit der neuen Weiterbildungs- und Prüfungsverordnung (inklusive DVO) deckt?
    http://www.bildung-essen.de/download...rdnungnrw2.pdf

    Ich hoffe, dass die "detaillierte Leseversion/Definition des
    Fachkrankenpflegestandards" von der DGF noch die Fragen beantwortet, die dr DGF-Fachkrankenpflegestandard aufwirft.
    Viele liebe Grüße
    fridolin
    immer gelegentlich manchmal
    Wahlspruch: Dormicum macht den dicksten Bären stumm...

  8. #18
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    Standard AW: DGF-Fachkrankenpflegestandard

    Ich denke das Problem liegt darin, dass verschiedene Interpretationen möglich sind. Wie Ole sagt, eine Diskussion darüber ist sicher sinnvoll.

    z.B. Diagnostik: wenn hier das Abnehmen einer Blutgasanalyse oder eine ZVD Messung gemeint ist (all das, was Intensivpflegende überwachen), dann wird das bei der BDA Akzeptanz finden. Wenn Bronchoskopien, Ultraschall U usw. gemeint waren, dann kommt Monty’s Vorschlag zum tragen „Wenn wir mehr Kompetenzen haben wollen, brauchen wir eine bessere Aus-Bildung“

    z.B. Therapie: wenn es hier darum geht, bestehende ärztliche Anordnungen (z.B. schriftlich vereinbartes Protokoll mit Nennung von oberen und unteren Grenzen) durchzuführen, z.B. Weaning, Analgosedierung, Steuerung des Flüssigkeitshaushalts, E-lyt Haushalt, Gabe von Katecholamine usw. dann wird der BDA sicher zustimmen. Wenn die Interpretation in Richtung „selbständiges Anordnen von medizinischen Therapien“ geht….dann ist das schwierig und bei geltender Rechtslage eher nicht möglich.
    Unsere med. Bildung reicht dazu nicht aus und der BDA kann hier auch gar nicht zustimmen. Das wäre mehr als fahrlässig. Und widerspricht dem Professionsgedanke. In mehrfacher Hinsicht.

    Wenn hier „Pflegetherapie“ gemeint war, dann muss das eindeutig gesagt werden.
    Das G- und Krankenpflegegesetz gibt das unter §3 Ausbildungsziel her. Es unterscheidet zwischen Eigenverantwortlich und Mitwirkung.

    Was bedeutet „die Anamnese vervollständigen“? Ist eine „Vervollständigung“ der medizinischen Anamnese gemeint? Oder ist die Erhebung einer vollständigen, systematischen Pflegeanamnese gemeint (inkl. nachfolgenden individuellen [Pflegetherapie-]Plan)?
    Hier könnte es dann z.B. heißen: 1. Erheben einer Pflegeanamnese oder 2. wenn das Wort nicht gewünscht wird „Komplementierung der ärztlichen Anamnese mit pflegerelevanten Daten“.

    Nochmals bzgl. Pflegediagnostik: es sind lediglich Diagnosen, die von Pflegende festgestellt und „therapiert“ werden dürfen. (Das muss von Land zu Land angepasst werden, auch in Bezug auf die rechtliche Situation). Pflegediagnosen erlauben es auf keinen Fall, medizinische Diagnose zu erstellen oder medizinische Therapien einzuleiten. In vielen Bereichen wird es sich um originäre Pflegemaßnahmen handeln, in einzelnen Fällen wird eine Kooperation mit der Medizin nötig sein (z.B. eine zusätzliche Anordnung).

    Das sog. Bifokale Modell wird von unserer Berufsgruppe oft ignoriert, jedoch werden hier Komplikationen genannt, die eindeutig in den Bereich der Medizin fallen, die aber idR von Pflegenden im Rahmen der Krankenbeobachtung überwacht werden. Typischerweise können Pflegende diese Komplikationen nicht (immer) verhindern, wir überwachen sie allerdings und handeln oft nach von den Ärzten vorgegebene „Standards“. Das Bifokale Modell besteht aus einer Liste von Komplikationen, zu jeder K. gibt es einen „Standard“ bzw. ein Protokoll, was weiter zu tun ist - in Zusammenarbeit mit dem Arzt. (Bsp. sind z.B. Hyper-, Hypoglykämie, post-operative Nachblutungen, E’lyt Entgleisungen, Herzrhythmusstörungen, Nebenwirkungen von Medikamenten usw…) Rechtlich sehe ich hier kein Problem, es würde für mich unter „Krankenbeobachtung und Mitwirkung“ laufen.

    Bifokales Modell
    http://books.google.de/books?id=_cWP...esult&resnum=4

    Bei der Trennung von I + A bin ich noch eher skeptisch, obwohl ich weis, dass alle Pflege-akademisierten Länder diese getan haben. Vielleicht bin ich hier altmodisch. Mein Bauch sagt mir, die Gebiete sind so eng verwandt, es kann nicht Schaden sich für entweder I oder A zu entscheiden, aber über beide etwas gelernt zu haben inkl. praktischer Erfahrung. Es tut ja nicht weh sich im andern Gebiet kurzfristig umzuschauen. Eine Trennung kann langfristig dazu führen, dass die heutigen „I + A Allrounder“ zu „I-Spezialisten“ oder „A-Spezialisten“ werden und mit vertieftem Wissen und Können ihre Praxis letztendlich auch „erweitern“ (im Sinne von mehr Kompetenzen und Verantwortung übernehmen bei entsprechender Bildung – siehe z.B. Nurse Practitioner – das ist aber noch ein weiter Weg). Was der BDA wahrscheinlich nicht unbedingt will .
    Wenn es nicht rasch zur Akademisierung in I oder A kommt, dann könnte die Trennung zu einer Verarmung (von Wissen und Können) führen. Was wiederum Tür und Tor für ATA usw. öffnen könnte…. (Auch in Wissen über den neuen Kurs in Witten – Critcal Care Bachelor).

    WomBat, ich hoffe, dass viele Mitdiskutieren…bzw. ihre Auffassungen, Meinungen usw. beim DGF abgeben bzw. ihrem DGF Regional Mensch.

    PS wäre auch sehr interessant, wenn sich das Unterschrifts-Quatro zur Sache äußert.
    Geändert von WomBat (14.07.2009 um 21:45 Uhr)

  9. #19
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    Standard AW: DGF-Fachkrankenpflegestandard

    Zitat Zitat von Monty
    Die Stellungnahme des BDA/DGAI hat mich nicht all zu sehr verwundert, denn was unter der "beispielsweisen" Befähigungen aufgeführt wird, ist schon etwas viel. Vor allem was die Befähigung bei therapeutischen Maßnahmen betrifft.
    Kompliment!
    Dieser klaren Ansage stimme ich bei.

    Ich stimme nicht überein mit der Idee dies durch ein Pflegestudium auszugleichen/anzupassen, ein Medizinstudium bietet sich an.

    Liebe Grüssse

  10. #20
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    Standard AW: DGF-Fachkrankenpflegestandard

    Zitat Zitat von fridolin

    Zu 3.: "Keine Überführungsregelung für bereits fertige Fachweitergebildete. Befähigung allein durch den jeweiligen Studiengang".
    Na, dass gibt aber Ärger. Denn schließlich gibt ja auch einen nicht unerheblichen Teil von FachweiterbildungsteilnehmerInnen, die zumindest einen Teil oder ggf. die gesamte Ausbildung selbst finanziert haben. Die sollen dann alles "wegschmeißen"? Und hast Du, lieber Monty, auch an die Krankenhäuser gedacht, die dann plötzlich von heute auf morgen ohne qualifiziertes Fachpersonal dastehen? Dies sind nur zwei Gründe in Kurzform, die Übergangsregelungen zwingend notwendig machen.

    fridolin
    Hallo Fridolin,

    das heißt ja nicht, das die Krankenhäuser ohne Fachpersonal dastehen. Es gibt dann halt leider 2 Arten von Pflegekräften in diesen Bereichen. Jene, die das was der Fachpflegestandard beschreibt dürfen, und diejenigen, die aufgrund der fehlenden Befähigung und Wissen es halt nicht dürfen.
    Wo sollen wir uns den hinbewegen? Auf einmal dürfen dann doch Pflegekräfte ohne entsprechende Ausbildung therapeutische Maßnahmen durchführen? Hopp oder top!
    Mit Zwischenlösungen schafft man keine Sicherheit. Wenn ich etwas nicht gelernt und darin geprüft wurde, darf ich es einfach nicht machen!
    Da beißt die Maus einfach keinen Faden ab!
    Wer diese beschriebenen Kompentenzen ausüben will, der muß nochmal studieren (gemäß dem Fall, daß wir das noch erleben). Alle anderen arbeiten wie gewohnt weiter. Deshalb werden doch ja nicht die Ärzte auf der Station abgeschafft, die wir auch bisher ständig hinzu ziehen.

    zum Thema "Die Konsequenz wäre, dass aussließlich professionell Pflegende Pflege ausüber dürfen - mit der Folge von immensen Kosten."
    Ausschließlich professionell Pflegende am ITS-Bett, ja BITTE! Wer sollte den sonst an schwerstkranken Menschen arbeiten. Pflegehelfer vom Arbeitsamt???
    Kostenrechnung? Eine Fachkraft am Bett, welche direkte Entscheidungen treffen kann, sofort interveniert, ... . Wenn die Pflegekraft am Bett, gut ausgebildet durch professionelles Weaning anhand eigenen Entscheidungen einen oder zwei Beatmungstage einspart, und dazu entsprechend mehr Geld verdient, dann bitte schön, sehr gern!

    Finanzierung des Studiums: Hunderttausende studieren jährlich nur auf Selbstkosten der Studiengebühren von 500€/Semester, der Staat zahlt die Uni´s/FH´s. Soll etwa, weil die Pflege blöd genug ist, alles selber zahlen! Da lacht sich doch jeder BWL-Student einen ab, wenn er aus Faulheit noch ein Semester extra dreht. Ja geht´s noch! Scheiß genug, daß die Pflege ständig sich auf Selbstkosten weiterbildet! Da krieg ich doch langsam einen dicken Hals.

    So, genug ausgekotzt!

    Fridolin, nicht böse sein, du bist wirklich nicht gemeint.
    Du hast schon recht, aber bei manchen Sachen muß die Pflege endlich einen radikalen Schnitt machen. Falsch verstandene "soziale" Übergangslösungen, damit werden wir nicht ernst genommen.

    @Kania:
    Medizinstudium??? Wir brauchen spezialisierte Intensivpflegetherapeuten, keine vergeistigten 7jährig-Studierten Ahnungslosen!
    Ist euch schon aufgefallen, für welche teilweise obskure Fachbereiche es Studiengänge gibt (Studiengang IberoCultura, Studiengang Intercultural Communication and European Studies (ICEUS), Studiengang International Management (für Spitzensportler))?
    Und da fragen wir uns, wer ein Studium für Intensivpflege bezahlen soll???


    So, ich hoffe jetzt ist mir keiner böse.

    Grüße, Monty
    Kein Puls, kein Ton, wir kommen schon!

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