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Thema: "Krankenhaussterben"

  1. #51
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    Standard AW: "Krankenhaussterben"

    Hallo Kollegen,

    da R. Koch, Hessens Ministerpräsident unlängst in Marburg weilte um seine Meinung zur Privatisierung der Universitätsklinika Mittelhessen (Giessen, Marburg) kundzutun konnten einige Mitarbeiter nicht umhin zum Einen diesen bei der Veranstaltung direkt auf seine Argumente anzusprechen und zum Anderen noch eine kleine Nachlese der Kochschen Argumente als Leserbrief zu veröffentlichen.
    Dieser Anbei:

    Kochs falsches Rezept
    Die hessische Landesregierung will die Universitätskliniken in Mittelhessen privatisieren.
    Wir als Unterzeichner sind in mehrfacher Hinsicht betroffen, als Bürger, Steuerzahler, Mitarbeiter und mögliche Patienten. Als solche betrachten wir die von der Landesregierung erwogenen Absichten zur Umgestaltung der hessischen Hochschulmedizin mit großer Sorge.
    Wir sind durch langjährige aktive Mitarbeit in und rund um die Krankenversorgung geprägt und ständig gefordert. Schon lange setzen wir um, was Roland Koch in seiner bisherigen Pauschalargumentation, die nur ein Scheingebilde an Problemlösung darstellt, fordert. Es gilt also keineswegs ein "Exzellenzzentrum für Medizin in Mittelhessen" zu errichten, nein, es besteht bereits und muss erhalten und weiterentwickelt werden.
    Das primäre Menschenbedürfnis nach Gesundheit und deren Wiederherstellung im Krankheitsfall muss eine öffentliche Angelegenheit bleiben, frei von marktgesteuerten Interessen wie Gewinnmaximierung und anderen nicht sachdienlichen Ideen. Hierbei erwirtschaftete Mittel müssen der Krankenversorgung und deren Ausbau unmittelbar und lückenlos wieder zufließen.
    Die Bürger Hessens sind als Steuerzahler die eigentlichen Eigentümer der von Roland Koch feilgebotenen Kliniken. Er ist vom Volk bestimmter Treuhänder und muss seiner Verantwortung vor seinem Auftraggeber, den Bürgern, gerecht werden. Die von ihm eingeräumte Hilflosigkeit in puncto Krankenhausmanagement stellt nur eine vorzeitige, völlig unnötige Kapitulation dar.
    Wir wissen, dass noch längst nicht alle vernünftigen Optionen für ein zukunftsfähiges Klinikum der Philipps Universität Marburg besprochen und durchdacht wurden.
    Tilmann Müller-Wolff, Krankenpfleger,
    Röllshausen
    Frank Eggers, Krankenpfleger,
    Wettenberg


    zitiert aus:Frankfurter Rundschau
    Ausgabe: Hessenausgabe (Nord) (Nr. 25)
    Datum: Montag, den 31. Januar 2005
    Seite: 16



    Gruß, T.

    man kann mehr bewirken als man manchmal glaubt...

  2. #52
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    Unglücklich AW: "Krankenhaussterben"

    man(n) waren das noch beschauliche Zeiten als ich vor (vielen) Jahren meine Ausbildung an der Uni Gießen (für Insider Rote Schule) gemacht habe
    In BaWü ist es auch nicht besser
    http://www.stuttgarter-zeitung.de/st...ail.php/855947
    mit Grüßen aus Reutlingen
    arnold

  3. #53
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    Standard AW: "Krankenhaussterben"

    Sehr geehrte Mitstreiter,
    gibt es Unterschriftenlisten gegen die Privatisierung von Krankenhäusern (egal, wo) und wäre es nicht eine gute Idee, diese Listen hier auch mit zu plazieren? (ggf. mittels Link)
    Motto: Online-Proteste auf zwai
    Viele Grüße
    fridolin

  4. #54
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    Standard AW: "Krankenhaussterben"

    Hallo Fridolin,
    erste Frage: ja klar gibt es so etwas.

    zweite Frage nein eher wohl nicht!

    Warum?

    Die Initiativen die es gibt sind wohl eher lokal initiiert und haben eben auch lokalen Charakter.
    Wer sollte eine solche Bundesweite Sammlung denn starten? Was würde genau gefordert, und von wem genau?

    Das geht ja schon in Richtung eines Volksvotums. Da steht also ne Menge dahinter.

    Ich denke auch nicht das eine Privatisierung von Krankenhäusern allgemein zu vermeiden ist in der heutigen Situation. Die Frage ist für mich eher ob man den auf das "wie" Einfluss nehmen kann.

    Das funktioniert eben am ehesten lokal begrenzt.

    Du weist ja selbst bestimmt wie schwierig es ist die Pflege aus dem Quark zu bekommen.

    Aber es hält dich keiner davon ab politisch zu denken und auch zu handeln!

    Gruß, T.

  5. #55
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    Standard AW: "Krankenhaussterben"

    Hey Fridolin,
    hier ein Artikel der FR von heute:

    Kampf um die Unikliniken
    Initiative will Privatisierung in Marburg und Gießen verhindern
    Von Gesa Coordes
    Der Widerstand ist breit: Politiker, Geistliche, Gewerkschafter, Wissenschaftler und Globalisierungskritiker haben am Donnerstagabend in Marburg eine Bürgerinitiative gegen die Privatisierung der mittelhessischen Universitätskliniken gegründet.
    Marburg · 4. Februar · Sowohl Bischof a.D. Christian Zippert als auch der Marburger Stadtverordnetenvorsteher Heinrich Löwer, der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter, der Gießener Kreistagsvorsitzende Franz Neumann und die drei ehemaligen ärztlichen Direktoren der Uni-Krankenhäuser, Rudolf Arnold, Klaus Jochen Klose und Klaus Knorpp sind dabei. Unter dem Motto "Rettet die KlinikaÓ wollen sie versuchen, die von der Landesregierung geplante Privatisierung noch zu verhindern. Dazu soll es Veranstaltungen, eine Internetplattform und öffentliche Auftritte geben. Bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi soll ein Koordinierungsbüro eingerichtet werden.
    "Den Menschen wird erst jetzt bewusst, dass das Thema sie auch als Patienten etwas angeht", so Marita Kruckewitt von Verdi. Bislang kommt das Gros des Widerstandes aus Marburg. Die Gießener hätten mehr Angst von dem Klinikum in der Nachbarstadt "gefressen" zu werden als vor der Privatisierung. Eine Ausnahme seien die Personalräte der beiden Klinika, die den drastischen Abbau von Arbeitsplätzen und eine Senkung des Tarifniveaus befürchten.
    In Marburg gibt es jedoch einen einstimmigen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, der nun die Grundlage für die Arbeit der Bürgerinitiative bildet. Darin heißt es, dass die Übertragung der beiden Universitätskliniken an einen echt privatrechtlich organisierten, auf größtmöglichen Gewinn orientierten Rechtsträger "auf lange Sicht keine tragfähige Lösung" sein kann: "Medizinische Forschung ist unteilbar. Ihre kurzfristige Rentierlichkeit ist auch bei größter Finanznot des Landes kein tauglicher Maëstab." Auch nach den Erfahrungen von Attac können durch Privatisierungen nur die privaten Gewinne erhöht werden, während die breite Bevölkerung die Lasten trage müsse und sich die Gesundheitsversorgung verschlechtere.
    Das Land plant, die Universitätskliniken von Gießen und Marburg zu fusionieren und Anfang 2006 in private Hände zu geben. Als Interessenten haben sich die Krankenhausketten Helios, Asklepios und die Rhön-Klinikum AG gemeldet.



    Frankfurter Rundschau
    Ausgabe: Hessenausgabe (Nord) (Nr. 30)
    Datum: Samstag, den 05. Februar 2005
    Seite: 36

    Es geht also doch etwas, bleibt abzuwarten was sich aus deren Arbeit ergibt!
    Gruß, T.

  6. #56
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    Standard Wachstumsmarkt Krankenhaussterben

    Ernst & Young, eine der großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, hat den deutschen Gesundheitsmarkt untersucht.
    "Konzentriert. Marktorientiert. Saniert. Gesundheitsversorgung 2020", so der Titel der heute in Berlin vorgestellten Studie.

    Das Positive vorweg: "Der Gesundheitsmarkt wird sich zu einem gigantischen Wachstumsmarkt entwickeln", sagt Nils Söhnle, Partner bei Ernst & Young und Leiter des Bereiches Health Care. Für die gesundheitliche Versorgung werden die Ausgaben bis zum Jahr 2020 von heute 234,2 Mrd. Euro auf ca. 500 Milliarden Euro wachsen.

    Doch ein wettbewerbsorientiertes Gesundheitswesen und der damit herrschende wirtschaftliche Druck beschleunigt das Krankenhaussterben mit gravierenden Veränderungen für Patienten, Pflegende, Ärzte und Krankenhäuser. Die Bettenzahl wird um 54% zurückgehen. Zwei von drei öffentlich-rechtlichen Einrichtungen werden schließen oder in private Trägerschaft übergehen. Nur circa 1.500 der etwa 2000 Krankenhäuser werden überleben. Bis 2020 wird also jedes vierte Krankenhaus verschwinden. (holbeu)

    mehr bei Ernst & Young

  7. #57
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    Standard AW: "Krankenhaussterben"

    Ein Mensch in einem Heißluftballon hat sich verirrt. Er geht tiefer und sichtet eine Menschenmenge am Boden. Er sinkt
    noch weiter ab und ruft von oben herab:
    "Kann mir jemand helfen? Ich habe einem Freund versprochen, ihn
    vor einer Stunde zu treffen, und ich weiß nicht, wo ich bin und in welche Richtung ich muss."

    Eine Frau am Boden antwortet:" Sie sind in einem Heißluftballon in ungefähr zehn Meter Höhe über Grund. Sie befinden
    sich zwischen 40 und 41 Grad nördlicher Breite und zwischen 59 und 60 Grad westlicher Länge. In welche Richtung Sie
    weiter müssen, kann ich Ihnen nicht sagen, da ich Ihr Ziel nicht kenne."

    "Sie müssen Ingenieurin sein", sagt der Ballonfahrer.

    "Bin ich", antwortet die Frau, woher wissen Sie das?"

    "Nun", sagt der Ballonfahrer, "alles was Sie mir sagen ist technisch korrekt, aber ich habe keine Ahnung was ich mit dieser
    Information anfangen soll, und Fakt ist, dass ich noch immer nicht weiß, wo ich bin. Offen gesagt, Sie waren keine große
    Hilfe. Sie haben höchstens meine Reise nochweiter verzögert."

    "Sie müssen im (Krankenhaus-)Management tätig sein", antwortet die Frau.

    "Bin ich", antwortet der Ballonfahrer, "woher wissen Sie das?"

    "Nun", sagt die Frau "Sie wissen weder, wo Sie sind, noch haben Sie eine Plan, wohin Sie fahren. Ein Ziel nennen Sie
    nicht, und Ihr Termin ist schon längst vorbei. Sie sind auf Grund einer großen Menge heißer Luft in Ihre jetzige Position
    gekommen. Sie haben Versprechungen gemacht, von denen Sie keine Ahnung haben, wie Sie sie einhalten können, und
    erwarten von den Leuten unter Ihnen, dass sie Ihre Probleme lösen. Tatsache ist, dass Sie in exakt der gleichen, selbst
    verschuldeten Lage sind wie vor unserem treffen. Jedoch wollen Sie nun die unter Ihnen stehenden Personen für Ihr
    Scheitern verantwortlich machen!"

    Gruß, T.

  8. #58
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    Ausrufezeichen AW: "Krankenhaussterben"

    Wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet, hat der Hessische Landtag am 9. Juni das "Gesetz über die Errichtung des Universitätsklinikums Gießen und Marburg" beschlossen. Damit ist die Landesregierung um Roland Koch auch ermächtigt, die fusionierten Kliniken zu verkaufen.

    Laut Wissenschaftsminister Udo Corts (CDU) werden die Sorgen der Beschäftigten ernst genommen. Ein (noch zu suchender) privater Betreiber müsse sich vertraglich verpflichten, bis 2010 keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen.

    Bedenken, ein privatwirtschaftliches Unternehmen könne weder willens noch in der Lage sein, die universitätsklinische Aufgaben-Trias Patientenversorgung, Forschung und Lehre mit den Interessen einer auf Gewinnmaximierung zielenden Geschäftspolitik zu vereinen, hat die Landesregierung offenbar nicht. Die Versorgung der Patienten soll ebenso erstklassig sein wie die wissenschaftliche Forschung. (holbeu)

    >>>mehr>>>

  9. #59
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    Standard AW: "Krankenhaussterben"

    Wenn Angie erstmal dran ist, wird das sicher die Regel!

  10. #60
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    Standard AW: "Krankenhaussterben"

    Wer weiß?
    Vielleicht kommt es noch soweit, daß man am Eingang der Unikliniken erstmal seine goldene Kreditkarte zeigen muß, um eingelassen und behandelt zu werden (ist etwas schwarz gesehen, weiß schon...).
    Gruß, Rainer.
    ...not sleeping...but relaxed...

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