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Thema: "Krankenhaussterben"

  1. #41
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    Beitrag AW: "Krankenhaussterben"

    Zitat Zitat von fridolin
    Liber Arnold Kaltwasser,
    bist Du immer so schnell?
    Gruß
    fridolin
    nur gestern

    ansonsten hilft das vieleicht weiter
    http://www.verdi.de/0x0ac80f2b_0x0009dfb4
    so long arnold

  2. #42
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    Breites Grinsen AW: "Krankenhaussterben"

    Hallo Fridolin,
    sehr realitätsnahe Darstellung, Danke sehr gut!!!!!!

    Ich sehe aber auch ein Problem darin das die Politik rund ums Krankenhauswesen keine Lobby hat. Mal ehrlich, wie oft schauen wir in betroffene und auch staunende Augen und Gesichter von Patienten und Angehörigen, die unsere Arbeit, deren Komplexität und Umfang bewundern. Manche sagen uns das sogar ab und an.
    Aber was ist nach der Entlassung...
    keiner erinnert sich, keiner will sich erinnern, ist ja auch normal, denn meist ist ja Schmerz, Leid, Krankheit usw. erlebt worden welches man dann gerne wieder vergessen darf.
    Solange wir also nicht nach draussen tragen welche Probleme wir haben werden wir in zehn Jahrne noch ähnliches diskutieren (nur wahrscheinlich wesentlich weniger von uns...)

    Also ist dein Spruch erweiterbar:
    Zitat Zitat von fridolin
    Und wenn die letzte Krankenschwester dem Streß erlegen ist
    und wenn der letzte Krankenpfleger gekündigt ist
    werdet Ihr merken...
    ...das ihr euch den Schieber selbst nehmen müsst


    Gruß, T.

    übrigens frei nach dem alten Pflegerspruch:

    Ihre Scheiße ist unser täglich Brot!

  3. #43
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    Standard AW: "Krankenhaussterben"

    Ich frage mich immer und immer wieder, warum das Ansehen unseres Berufes in anderen Ländern viel positiver in der Gesellschaft ist und auch viel besser honoriert wird. Warum wird in Deutschland alles in diese Richtung gehende ausgeblendet und ignoriert? Warum interessiert sich die Politik nicht für uns?

  4. #44
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    Ausrufezeichen AW: "Krankenhaussterben"

    welches Bundesland nimmt mich auf?
    http://www.aerztekammer-bw.de/05_old...berschuss.html

    dabei bin ich doch gerne als Hesse im Schwabenland

    Grüße aus dem Schnee arnold

  5. #45
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    Standard AW: "Krankenhaussterben"

    Hallo, hallo!
    Wo bitteschön sollen denn die Kranken hin, wenn alleine in BW (siehe Link: http://www.aerztekammer-bw.de/05_old...berschuss.html)
    8000 Betten abgebaut werden?
    Abgesehen davon - was wird aus dem Personal? (Überwiegend Pflegepersonal, aber auch Ärzte, MTA`s, OTA`s, technisches Personal usw.)
    Mein Vorschlag an Herrn Repnik sowie den bundesdeutschen Gesundheitspolitikern in Berlin:
    Patienten, die in einem Krankenhaus behandelt werden müssen, müssen sich umschichtig im 3 Schicht - System mit zwei anderen Patienten ein Bett teilen. (Könnte auch gut als notwendige Frühmobilisation in die Pflege eingeführt werden)
    Das frei gewordene Personal (s. o.) bekommt eine lebenslange Rente von 10.000,00 Euro pro Monat + Preissteigerungsrate.
    Der 1. Patient, der so behandelt wird, sollte der Bundeskanzler sein...
    Ob danach wohl ein Umdenken einsetzen wird?
    Viele Grüße
    fridolin

  6. #46
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    Standard AW: "Krankenhaussterben"

    Hallo Tempo,

    die fast schon stoische Ruhe der Pflegeverbände (soweit ich weis sind das der DBfK und der DPV in Deutschland für allgemeine KP) zu diesen Themen beruhigt mich auch nicht gerade.

    Ich meine doch die Verbände sollten ruhig mal mehr Stellung beziehen in Punkto Berufsbildbildung, Relevanz der Pflege in Deutschland überhaupt und dem Bereich Zustandsbeschreibung der Situation Pflegender.

    ich muss da immer wieder z.B. den Marburger Bund als Ärztevertretung in den Vergleich stellen. Da kommt wenigstens mal ab und an eine Pressemitteilung als Zustandsbeschreibung oder zu aktuellen Themen die ihre Mitglieder betreffen.

    Eine gute, regelmäßige und umfangreiche Veröffentlichung hierzu findet man beim deutschen Institut für angew. Pflegeforschung (dip), dem so genannten "Pflegethermometer".
    unter: http://www.dip-home.de/downloads/downloads.htm#Berichte

    Gruß, T.

    keep on changing...it works slowly, but it works...

  7. #47
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    Standard AW: "Krankenhaussterben"

    Hallo Ambu.
    Wertes Forum.

    Neben dem DBfK und dem DPV gibt's noch die ADS für Pflege allgemein und die Spezialeinheiten BA, BALK, BDH, BFLK, BeKD, DBVA, VPU und DGF (und wahrscheinlich noch die Judäische Volksfront und die Volksfront von Judäa ).

    Leider muss man davon ausgehen, dass nur rund zehn Prozent aller beruflich Pflegenden überhaupt in einem Berufsverband organisiert sind. Und diese Minderheit zersplittert sich auf ein knappes Dutzend Verbände...
    Immerhin haben diese sich mittlerweile im Deutschen Pflegerat (DPR) zusammengeschlossen. Und der DPR ist ebenso wie viele seiner Mitgliedsorganisationen auch gar nicht so untätig in Sachen politischer Lobbyarbeit, Verfassen von aktuellen Stellungnahmen und Pressemitteilungen, wie es manchmal scheint.

    Doch das Schreiben von Pressemitteilungen ist das eine. Damit in die Zeitung kommen ist das andere. Wenn Redakteure von Publikumsmedien solche Infos auf den Schreibtisch bekommen, die von mitgliederschwachen "Schwesternvereinen" kommen, entscheiden sie sich dann doch lieber für einen Bericht über umgefallene Reissäcke in China.

    Wenn jedoch die Ärztekammern mal hüsteln, steht's gleich in der Zeitung. Das hat sicher auch eine Menge mit dem Prestige der Ärzteschaft zu tun. Aber man darf nicht vergessen, das in den Ärztekammern jeder Arzt Zwangsmitglied ist. Und auch der Marburger Bund ist mit über 80.000 Mitgliedern kein Kegelverein. So große Verbände werden natürlich öffentlich viel besser wahrgenommen. Sie verfügen auch über ganz andere finanzielle Mittel, die eine professionelle Lobby- und Medienarbeit erst ermöglichen.

    Also alle wacker schnell einem Berufverband beitreten, sofern noch nicht geschehen!

    Danke für die Aufmerksamkeit.
    zwai - wir können auch anders!

  8. #48
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    Standard AW: "Krankenhaussterben"

    Danke,
    eine gute Beschreibung des "cercle de malheur" in dem wir uns befinden!

    Gruß, T.

  9. #49
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    Standard AW: "Krankenhaussterben"

    We need a National Board of Nursing or something ähnliches.

    Verein Pappnasen Universell? Oder was heißt das?

    WomBat, Abkürzungen sind toll!

  10. #50
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    Schreiben Presse zum "Krankenhaussterben"

    O.K.,

    kurz zum Thema des Threads zurück:

    In der FR war ein interessanter Artikel zu lesen:

    Seziertisch
    Wer zahlt drauf?
    Wirtschafts- und Sozialwissenschaft arbeiten oft mit Annahmen, die nur auf den ersten Blick eindeutig sind. Der FR-Seziertisch nimmt sie auseinander. Georg Fülberth über Privatisierungen.
    Bild: Wegst / K13
    Georg Fülberth war Professor
    für Politikwissenschaft
    in Marburg.
    Das Land Hessen wird die Universitätskliniken Gießen und Marburg fusionieren und zum Verkauf anbieten. Mehrere kapitalstarke Betreibergesellschaften sollen interessiert sein. Der Ministerpräsident sagt, das künftig private "Universitätsklinikum Mittelhessen" werde eine Art Leuchtturm, an dem sich andere orientieren.
    Damit könnte er Recht haben. Andere Ministerpräsidenten, auch Oberbürgermeister und Landräte, werden interessiert nach Mittelhessen blicken. Ihre Universitäts-, Kreis- und Stadtkrankenhäuser bereiten ihnen Sorgen. Da die gesetzlichen Kassen unterfinanziert sind, deckeln sie ihre Ausgaben - also auch die Einnahmen der Kliniken. Denen macht das mehr zu schaffen als den niedergelassenen Ärzten, denn sie müssen viel Infrastruktur vorhalten. Nötige Investitionen, etwa in Bauten, werden aufgeschoben. Auch das Land kann hierfür wenig aufbringen: Es hat selbst nichts.
    Hier lässt sich fragen: Wenn die Kliniken unrentabel sind, weshalb sollen sich dann private Betreiber locken lassen? Die Mittel, die sie für den Kauf und anschließende Investitionen aufbringen wollen, sind ursprünglich nicht im Gesundheitswesen erwirtschaftet worden. Es handelt sich um große Kapitalsammelstellen. In ihre Fonds fließt Geld, das unter anderem mit der Senkung der Lohnnebenkosten und Steuererleichterungen frei wurde - den Ursachen dafür, dass die gesetzlichen Krankenkassen und der Staat zur Zeit so klamm sind.
    Die Gründungsphase ist vorbei, inzwischen machen die privaten Klinikbetreiber Gewinne. Nach der Übernahme der staatlichen Krankenhäuser dürften sie zu dem Zweck wohl folgende Mittel anwenden: Es wird rationalisiert werden. Niemand bestreitet, dass es zu Personalabbau kommen wird, und zwar auch dann, wenn betriebsbedingte Kündigungen zunächst vermieden werden. Befristete Verträge werden wohl oft nicht verlängert. Druck auf Löhne und Arbeitszeiten gibt es jetzt schon unter staatlicher Regie, beispielsweise die angekündigte 42-Stunden-Woche. Für die potenziellen Käufer ist das ein Anreiz.
    Das Gesundheitswesen war bisher eine Jobmaschine. Ihr Tempo könnte sich verlangsamen. Das wird sich in den Regionen auf den Arbeitsmarkt auswirken, deren Ministerpräsidenten und Kommunalpolitiker der Privatisierung im Übrigen viel abgewinnen können. Auch an Forschung und Lehre kann gespart werden. Wissenschaftliche Untersuchungen, deren Ergebnisse einen längeren Weg zur Marktfähigkeit haben (oder nie erreichen), haben es schwerer. Bisher schon wurden sie manchmal nur noch so durchgeschleppt. Jetzt wird es für sie enger.
    Zusatzgewinne mögen sich in der ersten Zeit daraus ergeben, dass anderen, weiterhin öffentlichen Kliniken Marktanteile abgejagt werden. Das hat Grenzen - spätestens, wenn weitere Privatisierungen die Konkurrenz verschärften. Ob die stationäre Patientenversorgung insgesamt schlechter wird, ist noch umstritten. Einige verweisen auf eine kanadische Studie, die weltweit eine geringfügig höhere Sterblichkeit in Privatkliniken nachgewiesen haben soll. Andere sprechen von Panikmache.
    Mag sein, dass auch hier nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wurde - das aber nur dann, wenn die Öffentliche Hand im Spiel bleibt. Dann wird eine stationäre Grundversorgung eben doch mit Steuermitteln aufrechterhalten werden müssen, ebenso Forschung und Lehre. Wir kennen das schon von der einen oder anderen Privatuniversität, die sich anfänglich rühmte, dass sie sich selbst ernähren könne, inzwischen aber am staatlichen Tropf hängt. Das könnte beim Klinikverkauf ebenfalls herauskommen. Privatisierung macht nämlich nur richtig Spaß, wenn die nichtprofitablen Bereiche sozialisiert sind oder bleiben.

    zitiert aus:Frankfurter Rundschau
    Ausgabe: Hessenausgabe (Nord) (Nr. 17)
    Datum: Freitag, den 21. Januar 2005
    Seite: 28
    Ich finde ein sehr interesante
    r Beitrag!

    Gruß, T.

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