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Thema: "Krankenhaussterben"

  1. #171
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    Standard AW: "Krankenhaussterben"

    Unserem Krankenhaus Fridolin ging es schlecht, jetzt haben wir einen Sanierer, der spart und spart, als Maximalversorger werden wir nicht untergehen, eher die Kleinen im Umkreis, es sei denn die werden von uns mit "bespart".
    Lüneburg ist von mir sehr weit entfernt.
    Die Schicht hat heute wieder gezeigt, Pflege nicht möglich, sondern sehen, das die Apparate laufen. Wir könnten mehr Betten aufmachen im ITS Bereich, aber die Ärzte fehlen, Pflegepersonal braucht man dafür eher wenig oder gar nicht, das wuppen wir noch mit.
    Die Rente kommt etwas näher, noch 7 Jahre.

    Bin platt wünsche Euch Allen ein schönes sparsames WE
    Anke F.

  2. #172
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    Standard AW: "Krankenhaussterben"

    Das ist so traurig, Anke. Leider ist das hier auch so.


    WomBat
    Pflegefachkräfte sind nicht teuer, sie sind unbezahlbar!

  3. #173
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    Standard AW: "Krankenhaussterben"

    Die Rente kommt etwas näher, noch 7 Jahre.
    Liébe Anke,
    geht mir auch so...
    ...und dann: wollen wir die "Jungen" in das Messer bzw. die Tretmühle laufen lassen?

    Lüneburg war auch nur als Beispiel gedacht, es gibt also Kliniken die Personal suchen...

    Der größere Anteil der Kliniken spricht in Wörtern wie "Sparen", "Konsolidierung" und "neue Einnahmefelder erschließen".

    Die "Schuld" müssen wir in erster Linie bei den Politikern suchen, in zweiter Linie auch bei uns. Warum hat Pflege es nie zu Wege gebracht, eine Berufs(stände)Organisation ins Leben zu rufen, die alle Pflegenden vertritt?

    Ich habe schon vor 22 Jahren (ich darf erinnern, da gab es noch die PPR...) prophezeit, dass bald eine examinierte Pflegekraft für ca. 35 Patienten und Pi mal Daumen für 4 bis 6 "Pflegehelfer ohne Examen" und Praktikantinnen zuständig sein wird - die Entwicklung hat zwar etwas länger gedauert, wir sind aber genau an diesem Punkt in Bezug auf die "Normalstationen".
    Das Personal sparen schlägt auch voll auf die intensivstationen durch - dort wo noch nicht so am Personal gespart werden muss, dort gibt es Probleme Pflegefachkräfte für den Bereich ITS/ANA zu bekommen.

    Wenn Ihr zuwenig Hände und Köpfe habt und Euch alleine auf die korrekte Arbeitsweise von Maschinen verlssen müsst...dann muss erst ein Patient zu Schaden kommen, dessen Angehörige einen Fehler wegen Personalmangel nachweisen und dies öffentlich machen - armer Patient!

    Die Gesundheitsausgaben in % des BIP schwankeninnerhalb von 20 Jahren um max. 2,2% trotz Wirtschaftskrise und und und...
    Und warum kommt das Geld dann nicht an den Khs an bzw. wird es nicht für Personal ausgegeben?

    Viele liebe Grüße
    der relativ nahe dem Ende seines Arbeitslebens stehende
    fridolin

    P.S.: eigentlich sehr schade - ist doch unser Beruf mehr als "nur" den Lebensunterhalt verdienen und selbst sehr agagierte KollegInnen warten schon Jahre im Voraus auf die Rente... Eine fatale Fehlentwicklung.
    immer gelegentlich manchmal
    Wahlspruch: Dormicum macht den dicksten Bären stumm...

  4. #174
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    Standard AW: "Krankenhaussterben"

    @fridolin
    Bei uns werden jetzt im 4 Wochen Schnellkurs Pflegeserviceassistenten ausgebildet und als tolle Hilfen verkauft.
    Habe gerade mitbekommen wie in einem Krankenhaus in Osnabrück, solche Helferlein, dann sagen: bin ich nicht zuständig, aber die Pflegefachkraft weiss nicht wo sie zuerst aufschlagen soll.
    Da werden dann die Patienten gebeten in den "Nässeschutz" zu sch......, weil keiner Zeit hat rechtzeitig zur Klingel zu eilen.
    Wie erniedrigend das ist spielt keine Rolle. Ich wünsche jedem Politiker und Krankenhaussparwuchs, so eine Windel, aber ich glaube die merken es dann immer noch nicht, auch wenn sie zum Himmel stinken.
    Aber ich habe nur wenig Aufschrei von unseren Fachkräften gehört.
    Du hast recht eine Berufsständevertretung wäre ein Weg, ich hoffe nur die Kammern sind dann auch so besetzt, dass sie uns vertreten und kein Wasserkopf, der sich selbst darstellen will. Bei der IHK erlebe ich das zwischenzeitlich, das sie sehr langsam mahlt.
    Nach fast 40 Jahren im Krankenhauswesen bin ich immer wieder erstaunt wie wenig Rückgrat und Selbstbewusstsein meine KollegInnen haben, da hustet eine eine PDL oder ein Arzt, die Anweisung wird nicht reflektiert, sondern gemacht und hinterher gemeckert.

    WE frei hurra
    Anke F.

  5. #175
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    Standard AW: "Krankenhaussterben"

    Liebe Anke F.,
    Ich wünsche jedem Politiker und Krankenhaussparwuchs, so eine Windel...
    Ich würde gerne den von Dir gewindelten Politkern literweise Laxanien und Diuretika einflößen - und damit der Kreislauf nicht schlapp macht, gibt es auch noch Infusionen.
    Aber die Windeln - und seinen sie auch noch so schwer - werden eine Woche lang nicht gewechselt. Was dann wohl passiert?
    Davon einmal ab: Windel stinken nicht zum Himmel, das sind die Politiker. Windeln riechen höchstens würzig.

    bin ich immer wieder erstaunt wie wenig Rückgrat und Selbstbewusstsein meine KollegInnen haben
    Ich auch, ich auch. Frage sie doch einmal, ob sie für die PDL, den OA oder gar Chefarzt auch aus dem Fenster im 6. Stock springen würden?

    Solche "Helferlein" wie in Osnabrück gibt es hier auch - Servicekräfte genannt. Stellen kommen aus der Pflege und das Aufgabenspecktrum besteht aus Essen verteilen, Material bestellen und wegräumen sowie Aufräumarbeiten in der Patientenküche. Was sie nicht in ihrer Arbeitszeit schaffen, wird den Pflegekräften wieder überlassen.
    Und man staune und wundere sich: diese Servicekräfte sind über eine Fremdfirma angestellt und sollen nun nach und nach wieder als eigene KollegInnen mit Arbeitsvertrag mit dem Kh angestellt werden. D.h. sie werden teurer, dürfen aber auch mehr, z.B. mit am Patientenbett únter Aufsicht arbeiten.

    Bin einmal gespannt, wie es weitergeht.

    Viele liebe Grüße
    und für Anke F. ein ganz besonders erholsamens WE
    der gut riechende
    fridolin
    immer gelegentlich manchmal
    Wahlspruch: Dormicum macht den dicksten Bären stumm...

  6. #176
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    Standard AW: "Krankenhaussterben"

    Danke Fridolin, danke
    ich wünsche allen Kolleginnen Gesundheit und nicht einen Krankenhausaufenthalt ohne Fürsprecher, sonst bekommt man das Pflegedesaster noch am eigenen Leib zu spüren.

    Anke F.

  7. #177
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    Standard AW: "Krankenhaussterben"

    Ich hab noch locker 27 Jahre vor mir...

  8. #178
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    Standard AW: "Krankenhaussterben"

    [QUOTE=fridolin]Wenn Ihr zuwenig Hände und Köpfe habt und Euch alleine auf die korrekte Arbeitsweise von Maschinen verlssen müsst...dann muss erst ein Patient zu Schaden kommen, dessen Angehörige einen Fehler wegen Personalmangel nachweisen und dies öffentlich machen - armer Patient!
    QUOTE]

    Wie viele Patienten kommen denn jetzt schon zu Schaden? Wenn ich darüber nachdenke, wie oft wir noch vor 5-6 Jahren mobilisiert haben - teilw. saß nachmittags die halbe Station im Rolli - und wie viel wir jetzt noch mobilisieren können (gar nicht, d.h. die Pat. sitzen vielleicht morgens mit den Physios für 5 Min. an der Bettkante, Rolli ist gar nicht mehr drin) und dann unsere Rate an Pneumonien anschaue...
    Es wäre so viel mehr möglich, und wir haben oft Patienten, die von einer Mobilisation profitieren würden, aber bei 2 PP im Dienst setze ich niemanden in den Stuhl.
    Gruß Katrin
    (die noch 29 Jahre bis zur Rente hat...)

  9. #179
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    Standard AW: "Krankenhaussterben"

    @neucat
    Gut das die Patienten und Angehörigen so wenig Ahnung haben, die Rate der Patienten die indessen fahrlässig versorgt wird, ist nicht zu unterschätzen.
    Der ärztliche Bereich ist bei uns zusätzlich so ausgedünnt, dass bei uns die Unerfahrenen auf sich alleine gestellt sind, nicht ausgebildet werden,
    das Schultern wir noch mit.
    Anordnung wie Beatmungseinstellungen und Medikamenteneinstellung wird indessen zunehmend von uns übernommen.
    Die Krankenhäuser sterben scheinbar nicht nur weil sie pleite sind, sondern weil bald keiner mehr da ist der die Patientenversorgung übernimmt.
    .

    Liebe Grüße Anke F.

  10. #180
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    Standard AW: "Krankenhaussterben"

    Zitat Zitat von Anke F.
    Anordnung wie Beatmungseinstellungen und Medikamenteneinstellung wird indessen zunehmend von uns übernommen.

    ...und teilw. müssen wir sogar das Denken übernehmen...
    Da werden stupide BGAs eingetragen (die unsere Akademiker immerhin noch machen), mit Werten, bei denen sich mir die Zehennägel aufrollen, ohne dass reagiert wird oder die PK informiert wird (schönes Beispiel ist bei uns immer wieder der BZ: Insulinperfusor am Anschlag, BZ niedrig, abei nein, der Perfusor läuft schön so weiter. Und sich dann wundern, warum es dem Pat. auf einmal schlecht geht...).

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