Umfrageergebnis anzeigen: Was haltet ihr von der Einführung eines Intensivtagebuches

Teilnehmer
14. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Ja, unbedingt, weil

    6 42,86%
  • Nein, davon halte ich nichts, weil

    1 7,14%
  • Oh ne, noch mehr Schreibkrams

    7 50,00%
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Ergebnis 61 bis 70 von 125

Thema: Beatmungstagebuch: Aufruf zur Studienteilnahme

  1. #61
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    Pfeil AW: Beatmungstagebuch: Aufruf zur Studienteilnahme

    Liebe Elisabeth,
    wenn ein ITS-Tagebuch hilfreich sein kann bei der Vermeidung einer PTBS so ist es eine Art der Therapie, in diesem Falle präventiv.
    Und hat es somit nicht auch seine Berechtigung?
    Viele liebe Grüße
    fridolin
    immer gelegentlich manchmal
    Wahlspruch: Dormicum macht den dicksten Bären stumm...

  2. #62
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    Pfeil AW: Beatmungstagebuch: Aufruf zur Studienteilnahme

    Hah,

    hab ich s mal wieder geschafft ne Diskussion ins Rollen zu bringen. Hehehe...

    Erstmal danke Wombat für die links und die neue Studie.

    @ Elisabeth & Dirk

    Ich habe dem Patienten als erstes Mal zugehört, seine Aussagen wiederholt und somit bestätigt. Danach hab ich ihm, da er mir gesagt hatte dass ihn sehr bedrückt dass er von der jetzigen Aufnahme auf Intensiv kaum mehr was weiss (für ihn war auf Nachfrage wichtiger zu wissen was war als das Vergessen; seine Aussage war: es ist mein Leben und ich will alles wissen was passiert ist!) 2 1/2 Seiten geschrieben, was ich noch so wusste aus meinen Nachtschichten, da er da im Durchgang war und nichts mehr wusste. Habe es ihm dann überreicht und ihm natürlich gesagt er kanns lesen wann immer er es möchte (er hats übrigens in derselben Nacht gelesen). Außerdem hatte er Glück, da ich in dieser Nacht mal etwas weniger zu tun hatte, sonst hätte dass nicht geklappt... Auf Arztansprache wurde das Thema runtergebügelt und gemeint dass beträfe uns nicht.... Keine Chance 8-(

    Auf jeden Fall muss ich sagen dass ich mich besser gefühlt habe als ich ihm das Pseudo-"Intensivtagebuch" gegeben habe, da ich dass Gefühl hatte es beruhigt ihn vielleicht. Das mit der Distanz ist natürlich so ne Sache... Natürlich tat er mir leid und es war gut dass ich zugehört habe.... Aber ich denke nicht dass ich mich jetzt arg damit belastet habe.

    Ich hab keine Fragebögen ausfüllen lassen... der Patient hat mir von sich aus seine Träume erzählt (wie gesagt, Auslöser war die EVITA 4; ich habe ihm das erklärt)...

    Bezüglich Hausarzt: Er war wohl nach 2004 mal in psychologischer Behandlung; ich konnte es nicht genau eruieren, da er erzählte er war mit vielen Menschen in einem Raum und da haben sie über ihre Probleme gesprochen. Aber wie gesagt, er war völlig verstört und hat einfach nen Zuhörer gebraucht... Was er jetzt mit meinen Seiten macht weiss ich nicht... Ich habe ihm gesagt er soll seinem Hausarzt nochmal erzählen dass er in dieser Richtung ein Problem hat.... Er war eher ablehnend, da er keine "Gruppentherapie" mehr machen wollte... Auch da der Hinweis es gäbe eine "Einzeltherapie"... Aber wie schon öfters erwähnt ist bei Menschen mit PTSD der soziale Rückzug im Vordergrund.... Schauen wir mal wie es ihm ergeht.

    Ich werde jetzt morgen erstmal 3 Tage nach Paris fahren mit meiner Freundin YAY 8-)) Euch viel Spass


    Euer Django aus dem sonnische Aschebersch
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  3. #63
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    Standard AW: Beatmungstagebuch: Aufruf zur Studienteilnahme

    Ich lese hinterher, da gibt es verschiedene Geräusche. Wie kann ich die zuordnen wenn ich in der akuten Phase zeitlich, örtlich und situativ nicht orientiert bin?
    Wäre es statt zu schreiben, nicht sinnvoller die Geräusche zeitnah auf der Station zu erklären?

    Elisabeth

  4. #64
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    Pfeil AW: Beatmungstagebuch: Aufruf zur Studienteilnahme

    Zitat Zitat von Elisabeth
    Ich lese hinterher, da gibt es verschiedene Geräusche. Wie kann ich die zuordnen wenn ich in der akuten Phase zeitlich, örtlich und situativ nicht orientiert bin?
    Wäre es statt zu schreiben, nicht sinnvoller die Geräusche zeitnah auf der Station zu erklären?

    Elisabeth

    Hallo Elisabeth,

    in der besagten Nacht war er orientiert, da er mal keine Schlafmedis bekommen hat (skurril irgendwie).

    Als er mir das erzählte mit dem Geräusch habe ich gleich an Monitoralarm gedacht, er hat mir aber sofort bestätigt, dass es die Beatmungsmaschine war. Sozusagen hat er sichs ja selbst erklärt... Er konnte sich an diesen Alarmton von der Evita erinnern und hat dadurch Flashbacks von 2004 wieder aufgelebt... Armer Kerl... Hat echt Rotz und Wasser geheult.... Ich habe ihm trotzdem zeitnah erklärt was welches Geräusch verursacht.


    Cengiz
    PFLESCHER AUS LEIDESCHAFT

  5. #65
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    Daumen hoch AW: Beatmungstagebuch: Aufruf zur Studienteilnahme

    Aus meiner Sicht:
    Gut gemacht, Django.
    Auch wenn die Anderen (z.B. die Ärzte) solche Themen verneinen, so sind Deine Handlungen a.) für den Patienten hilfreich und b.) für Dich auch sehr hilfreich.
    Wie ich darauf komme?
    Du hast geschrieben, dass Du Dich besser gefühlt hast...
    Und das ist W I C H T I G ! Sonst kannst Du diesen Beruf nicht lange machen, zumindest auf einer ITS.
    Viele liebe Grüße
    @ Django: Viel Spaß in Paris...
    fridolin
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    Wahlspruch: Dormicum macht den dicksten Bären stumm...

  6. #66
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    Standard AW: Beatmungstagebuch: Aufruf zur Studienteilnahme

    Ditto (ergo: gleiche Aussage wie Fridolin) Django!

    Dieses hat nicht unbedingt mit einem Tagebuch etwas zu tun, aber mit Erinnerungen und PTSD.

    Memories To Keep and Those To Forget

    Andrew Wilner, MD, Neurology, 2009

    Bis zum Ende lesen, damit sich das alles aufklärt.

    WomBat, igitt, wie schlimm das alles ist mit Erinnerung haben oder nicht.

    PS sich zu erinnern, das ist die Frage

    bitte weiterdichten, bin nicht so poetische elegant von Natur aus

  7. #67
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    Pfeil AW: Beatmungstagebuch: Aufruf zur Studienteilnahme

    Hallo Leute,

    neues Update meinerseits... Ich hatte heute ein Gespräch mit meiner PDL und sie wird mir wohl morgen, nachdem ich noch einige Sachverhalte besser beschrieben habe das okay geben für meine Umfrage bezüglich Intensivtagebuch...

    Hier mal ein Auszug...

    Einführung eines Intensivtagebuches am Klinikum
    Umfrage im Rahmen einer Facharbeit von Cengiz Selina

    Sehr geehrte Kolleginnen,
    sehr geehrte Kollegen,

    ich führe im Rahmen meiner Fachweiterbildung eine Umfrage zu dem Thema „Intensivtagebuch – eine mögliche Hilfe bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung“ unter den Pflegekräften der Intensivstationen durch. Bitte nehmen Sie sich kurz Zeit um Ihre Meinung darüber zu äußern.

    Das Intensivtagebuch ist ein Tagebuch für Patienten die länger als 3 Tage sediert und intubiert sind. Es geht darum diesen Patienten die Möglichkeit zu geben, nach ihrem Intensivaufenthalt darin zu lesen, um so ihre eigenen Eindrücke besser verarbeiten zu können. Es kommt bei diesen Patienten häufig zu oneiroiden Wahrnehmungen, dass bedeutet, die Menschen berichten (erst nach längerer Zeit nach dem Aufenthalt auf einer ITS) von irrealen Wahrnehmungen die in keinerlei Verbindung zur Realität stehen, aber für die Patienten zu diesem Zeitpunkt real sind! Bis zu 30% der Patienten entwickeln nach einem Intensivaufenthalt eine posttraumatische Belastungsstörung!!!!

    Das Tagebuch würde geführt werden vor allem von Angehörigen, aber auch von Pflegekräften (oder auch von Ärzten und Physiotherapeuten oder der Seelsorge). Wichtig ist hervorzuheben, dass dieses Thema vor allem NACH dem Aufenthalt auf einer Intensivstation zum Tragen kommt. D.h. wir Pflegekräfte am Klinikum stellen es zur Verfügung, aber betreffen würde es die Menschen (sowohl Patienten als auch Angehörige) vor allem erst nach dem Aufenthalt. Außerdem könnten wir dadurch die Angehörigen für den postklinischen Zeitraum mit in die Genesung der Patienten einbeziehen (indem sie für ihre Lieben schreiben, können sie etwas „tun“).

    Das Intensivtagebuch gibt es schon seit mehr als 20 Jahren (vor allem in skandinavischen Ländern und dem United Kingdom) und es liegen einige Studien vor, die bezeugen dass dieses Buch eine Hilfe für die Betroffenen und ihre Angehörigen ist!!!! Es ist in diesen Studien belegt, dass diese Bücher einer „Posttraumatischen Belastungsstörung positiv entgegenwirken können. Momentan wird dieses Thema von Peter Nydahl und Dirk Knück in Deutschland bekannt gemacht (siehe die Anlagen anbei). Sie führten eine Studie durch und riefen über 100 Kliniken in Deutschland an und befragten Pflegekräfte zum ITS-Tagebuch. Das Ergebnis der Studie – kein einziges dieser Kliniken benutzt das Intensivtagebuch. Hier gilt es zu handeln!!! Ich werde mich dafür einsetzen dass das Intensivtagebuch am Klinikum implementiert wird. Hierzu brauche ich Ihre Hilfe um es unter den Pflegekräften bekannt zu machen. Ich bitte auch um das Ankreuzen von welcher Station Sie sind. Danke.


    Cengiz Selina
    Geändert von Django (13.10.2009 um 17:25 Uhr)
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  8. #68
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    Pfeil AW: Beatmungstagebuch: Aufruf zur Studienteilnahme

    Und anbei noch meinen Fragebogen... Ich habe ihn extra oberflächlich gehalten... Mal schauen was dabei rauskommt... Ich hab in meiner Umfrage natürlich nach den möglichen Antworten noch Spalten gelassen zum Ausformulieren. Meine PDL fand das Thema zumindest schon mal sehr interessant...


    Umfrage zum Thema „Das Intensivtagebuch am Klinikum“


    Frage 1: Was halten Sie von der Idee des Intensivtagebuchs?

    o Hilfreich
    o Nicht hilfreich


    o Frage 2: Würden Sie (spontan) sagen, dass Sie das Intensivtagebuch unterstützen?

    o Ja
    o Nein

    o Frage 3: Wäre es Mehrarbeit für Sie, bei Patienten die intubiert und sediert sind, bis zu 5 Minuten ihrer Zeit (pro Schicht) zu investieren?

    o Ja
    o Nein

    o Frage 4: Finden Sie dass dadurch die Qualität der Patientenbetreuung am Klinikum steigen könnte?

    o Ja
    o Nein

    o Frage 5: Wäre dies für Sie ein Teil zur ganzheitlichen Pflege kranker Menschen?

    o Ja
    o Nein

    o Frage 6: Wenn Sie ein Angehöriger wären…würden Sie es für positiv erachten wenn Sie ein Intensivtagebuch hätten und es ausfüllen könnten für Ihren Angehörigen?

    o Ja
    o Nein


    Frage 7: Wenn Ihnen ihre Fragen hiermit nicht beantwortet werden bzw. Sie mehr
    schreiben möchten ist hier Platz dazu


    Nun noch eine letzte Frage, die Sie nicht beantworten müssen….

     Könnten Sie sich vorstellen mit mir eine Projektgruppe zu bilden, die das Intensivtagebuch am Klinikum einführt?

    Idealerweise bräuchte man mindestens eine Pflegekraft von jeder der Intensivstationen.

    Ja ich könnte mir vorstellen hier mitzuwirken….
    Mein Name & meine Station ist:____________________

    Vielen Dank für Ihre kostbare Zeit. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
    PFLESCHER AUS LEIDESCHAFT

  9. #69
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    Standard AW: Beatmungstagebuch: Aufruf zur Studienteilnahme

    Hallo Cengiz !

    Ersteinmal Herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Interessewecken.

    Zu Deiner Ausführung habe ich ein - zwei Anmerkungen ..

    1. An wen richtest Du diesen Fragebogen ? Du verwendest die sehr formelle "Sie-Form" ... Wenn ich diesen Brief an Kollegen in meinem Haus verschicken würde, würde ich eher das vertraut-kollegiale Du wählen. ISt das schwierige bei Euch ??? (Ist nur rein INteresse-Halber)
    2. Du schreibst, dass Studien bis zu 30% PTSD belegen. Dies ist so nicht richtig. Es gibt Studien, die schreiben, dass das Vorkommen nicht belegbar ist, andere berichten von bis 64% aller Patienten. Wenn Du mit Zahlen argumentieren willst, dann ist die 64 eine gute Zahl. Auf Wunsch suche ich Dir die Studie gerne raus.
    3. Oneroid heisst meines Wissens Traumartig .... Jedoch ist der Patient hier mehreren Faktoren ausgesetzt.
    Patienten haben sicher ein besonderes Erleben, welches sie vom Traum nciht sicher unterscheiden können. Auch können sie Realität nicht immer als Realität erkennen. Patienten erleben jedoch auch Störungen im Sinne von wahnhaftem Erleben, als auch Halluzinationen.

    Liebe Grüsse

    Dirk

  10. #70
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    Pfeil AW: Beatmungstagebuch: Aufruf zur Studienteilnahme

    Hallo Dirk,

    danke erstmal...

    Zu 1. Eigentlich duze ich schon alle... Ich dachte so an Sie wegen der Form halber.... Aber stimmt irgendwo... wir sind ja alle Kollegen..

    Zu 2. Das wäre super wenn du mir die Studie sagen könntest... dass ich dass auch belegen könnte... Danke dir im voraus...

    Zu 3. Die Definition von Oneiroid habe ich aus dem "Traumland Intensivstation" vom Thomas Kämmerer übernommen... Denke dass passt so.. wenn die Kollegen mehr wissen wollen können sie ja googlen, würde ja beweisen dass sie Interesse haben hehehe...


    Cengiz
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