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Thema: Anästhesie-Assistent?

  1. #71
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    Standard AW: Anästhesie-Assistent?

    Nachtrag zu Marburg und alles was mit "A" beginnt (siehe Parallel Narkosen)

    Aus der Erfahrung, aus dem besonderen Respekt der Pflegeberufe und deren Berufsangehörigen (Ha, das sin' mei Leit! Deutsch: das sind meine Leute, nicht im Sinne von Besitzergreifend , eher im Sinne von "Da gehöre ich hin"

    Eigentlich (schweres Wort, so zu Anfang), eigentlich kann nur jemand, der keine oder wenig Ahnung von bestimmten Aspekten der Pflege (hier die AN Pflege) so was sagen, so Pro-ATA.

    Jemand der entweder noch nie in der Anästhesie verantwortlich (Betonung) gearbeitet hat, oder nicht lange genug, oder nichts dabei gelernt hat. Jemand der modern ist und sich wahrscheinlich für Ganzheitlich hält, dem nicht so richtig klar ist, was die Pflegende in der Anästhesie überhaupt so tun (außer sich selbst mit Kaffee zu bekleckern ). Jemand mit Schmalspur Fort oder Weiter oder Studium, der ganz auf Effizienz und Effektivität getrimmt worden ist und jetzt - Macht der Position - mitreden darf (und sich trimmen lies). Da werden Wirtschafts- oder Management Theorien zugrunde gelegt, dabei merken Sie nicht, wie wenige professionell das alles ist gegenüber den Patienten (von mir aus auch Klienten genannt) und denen, die das täglich (nächtlich, wochendes, feiertags) tun.

    Es ist nicht nur der "Heimverlust" (Axmacher, glaube ich, keine Zeit zum Nachgucken), sondern der Verlust dessen, was gute Pflege bisher ausmachte, auch ohne Theoretiker. Nicht das wir sie nicht bräuchten, da habe ich keine Bedenken. Aber wir brauchen gute Pflegewissenschaftler und -Manager. Keine Schmalspur Typen, die vor lauter Wirtschaft und Sparen nicht raffen, sogar A-historisch sind in Bezug auf diesen Beruf. Dies es noch schaffen, den reinen BWLern (die, die nicht von der Pflege kommen) im Krankenhaus klar zu machen, das jeder Pflegen kann. Die es schaffen, noch mehr an Pflege zu sparen wie es ein BWLer ohnehin tun würde.


    Wenn da die Sache mit der Qualität nicht wäre, könnten die noch Oberhand gewinnen. So. Gemotzt und trotzdem Zuversichtlich. Wenigsten wissen wir, was Qualität ist.

    WomBat,

    das Ganze gilt für die gesamt Pflege, nicht nur die oben genannten. Es gibt genügend Führungskräfte in der Pflege, die immer noch glauben, jeder kann überall Alle pflegen und sind jederzeit austauchbar. Dabei übersehen sie einiges....

  2. #72
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    Standard AW: Anästhesie-Assistent?

    Da, denke ich, täte ein Jahr Hospitation mal ganz nötig.

    Für jeden künftigen Studiengang BWL (BerufsfremdesWissenLabert) oder sonstige Professionen, die über die Zukunft der Pflege entscheiden wollen ab diesem Jahr ein soziales Pflichtjahr im Krankenhaus - Zivi's gibt's ja sowieso kaum noch.

    Und wem das zu lange ist kann abkürzen: nur 1 Monat - aber als Patient auf einer unterbesetzten Intensivstation....
    ...not sleeping...but relaxed...

  3. #73
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    Standard AW: Anästhesie-Assistent?

    Rainer,

    Du hast mir aus der Seele gesprochen. Habe mich zurückgehalten - so dachte ich jedenfalls vor einer Stunde!

    Im Kopf ging mir so etwas ´ähnliches herum. Daher eine kleine Erweiterung: Wem das zu lange ist, kann des Nächtens als kleinerer, aber mit Unklarheiten behafteter aus den verschiedensten Gründen, Notfall mit Narkosebedarf antreten.

    WomBat, Und es ist Wochende nächtens und alle Wichtigen sind auf einem Kongress. Bleibt nur der Assistentsarzt und ein ATA.

    PS Nein, nicht wirklich, ich möchte das weder für mich noch für andere

  4. #74
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    Standard Parallelnarkose kann Sterberisiko bei Patienten erhöhen

    Narkosen waren noch nie so sicher wie heute. Damit das so bleibt, hat die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) gestern in Nürnberg eine Studie vorgestellt, mit der vor dem unkritischen Einsatz von 'Medizinischen Assistenten für Anästhesiologie' (MAFA) gewarnt wird.

    Die Untersuchung aus dem 'Julius Center for Patient Oriented Research' in Utrecht belegt verschiedene Faktoren, die die anästhesie-assoziierte Sterblichkeit deutlich verringern können: die Autoren haben aufgezeigt, dass gerade bei Komplikationen die Anwesenheits eines Anästhesisten lebensrettend sein kann - der Verlauf endete in diesen Fällen nur halb so oft tödlich wie bei der Betreuung durch die Anästhesiepflege.

    Weitere Faktoren sind die Überprüfung der Gerätschaften anhand einer Checkliste sowie die Dokumentation der Kontrollen. Ebenfalls günstige Auswirkungen haben eine vollzeitbeschäftige Anästhesiepflegekraft und keine Ablösung des Anästhesisten während der Narkose. (Anesthesiology, V 102, No 2, Feb 2005)

    Mit dem Hintergrund der Studie aus den Niederlanden hät die DGAI damit weiterhin eine generelle, dienstplanmäßig festgelegte Delegation anästhesiologischer Leistungen mit Blick auf eine größtmögliche Sicherheit des Patienten für unvereinbar. (hhe)

    >>> zum Artikel >>>

    Links und Artikel zum Thema:

    - Anesthesiology: Volume 102(2) February 2005 pp 257-268
    Impact of Anesthesia Management Characteristics on Severe Morbidity and Mortality
    (Volltext)

    - Münsteraner Erklärung: Gemeinsame Stellungnahme des BDA und der DGAI zur Parallelnarkose (PDF)

    - Kommentar zur Münsteraner Erklärung der DGAI und BDA bei zwai.net

    - Review: Anästhesiefachpflege vs. Assistenzqualifikation
    1. Marburger Anästhesiepflegetag 2005
    bei zwai.net

  5. #75
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    Standard AW: Anästhesie-Assistent?

    Es ist überraschend, bisher noch keine Antworten oder eigenen Meinungen zum Thema hier zu finden. Vielleicht sind es die über 30 Grad? Heiß ist es allemal.

    Möglicherweise reichen meine Kenntnisse nicht aus, um all dieses zu übersetzen und zu verstehen. Vielleicht gibt es Hilfe aus dem Forum. Es wäre Schade, hier etwas mis-zu-verstehen. In den Results heißt es, "a directly availalbe anesthesiologist" (ein sofort zur Verfügung stehender Anästhesist). Was bedeutet das: direkt da? in Rufweite oder so ähnlich und kommt auch sofort? Indirekt ein Argument gegen Paralllel N. - was ich auch für sinnvoll halte und kein Problem mit habe.

    Ebenso wichtig, aus meiner Sicht, ist die "presence of a full-time working anesthetic nurse (odds ratio, 0.41)", d.h. die Präsenz einer Vollzeit und AN ausgebildete Pflegeperson. Ohne diese (dieser), steht es offenbar auch nicht so gut für den Patienten in Not. Ich hoffe, ich habe das nicht falsch verstanden.
    Dazu kommt, dass die Anwesenheit von 2 Personen (gemischtes Team, Arzt + Pflege) bei 0.69 das Risiko minimiert. Spricht doch für uns.

    Die Veröffentlichung durch den DGAI ist begrüßenswert, bei den Prioritäten, Reihenfolge usw. sehe ich die Argumentation gegen MAFA im Vordergrund, vermisse die Argumentation pro-Fachpflege.

    Klar, es ist nicht Aufgabe der Docs, bei uns oder für uns zu stehen. So funktioniert Berufspolitik innerhalb einer Profession.

    Bin mal gespannt, was unser DGF dazu meint.

    WomBat

  6. #76
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    Standard AW: Anästhesie-Assistent?

    Mein Gott Walter!

    Wo sind den Alle, die das was angeht? Bitte melden!
    Mei`Geduld is' wie e' Flitzeboge' (.....gespannt...)

    WomBat, Roger and NOT over (zumindest nicht bis meine Sorte aussterbt)

  7. #77
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    Idee AW: Anästhesie-Assistent?

    Hallo@all,

    zu Wombat`s " Detonationsprophylaxe " ( wäre schade um dieses wertvolle Dunkeltier! ) versuche ich jetzt mal, meine Gedanken zum Thema zu ordnen. Ich bin allerdings nicht " DIE DGF ", sondern ein mit einer Funktion betrautes Mitglied dieser!!! Mir ist in diesem Zusammenhang nochmal wichtig zu erwähnen, die DGF ist die Summe ihrer Mitglieder und deren Aktivität innnerhalb der Fachgesellschaft. D.h. je mehr KollegInnen unserer Fachbereiche ihre primäre Aktivität zeigen ( Mitgliedschaft in der DGF ), um die ehrenamtliche berufspolitische Arbeit überhaupt zu ermöglichen und sich darüberhinaus aktiv an gemeinsamer Meinungsbildung beteiligen, desto effektiver können unsere Erfordernisse kanalisiert, Zielsetzungen formuliert und auf den Weg gebracht werden. Eine Fachgesellschaft ist nur so effektiv, wie die Quantität UND Qualität ihrer Mitglieder

    So, daß mußte ich einfach nochmal loswerden! Jetzt meine eigene Meinung zum Thema :
    Laut Münsteraner Erklärung gibt es klare Hinweise dafür, dass die Qualifikation dessen, der das Anästhesieverfahren durchführt und überwacht, mit dem Behandlungserfolg korreliert. Ob dieser Fakt nun von EINER bestimmten Profession abhängig ist, stelle ich jedoch in Frage... ( im Thread "Parallelnarkosen " vom März hatte Andreas Uhl auf die wertvolle Seite der CRNA [ Historische Entwicklung der Nurse Anaesthetists ] verwiesen... hier hatte Alice Magaw, Nurse Anaesthetist ihres Zeichens, bereits 1906 eine Untersuchung vorgelegt, wo bei 14.000 Äther- Narkosen kein einziger tödlicher Zwischenfall zu verzeichnen war http://www.anesthesia-nursing.com/wina.html

    Natürlich hat sich die Anästhesie ( Verfahren, Narkosegeräte, Monitoring etc. ) verändert, wie auch die Aussagen " alter Hasen " der Anästhesiepflege im o.g. Thread belegen, aber...
    ... Schlüsselqualifikationen wie aktuelles Wissen ( bei heutiger geringer HWZ ), Erfahrung, klinische Beobachtungsfähigkeit, Belastbarkeit in Krisensituationen, vorausschauendes Handeln, Empathie und Intuition bleiben [ unabhängig von der Profession ].

    Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß die niederländische Untersuchung nicht nur festgestellt hat, daß die komplette Anwesenheit einer Anästhesie- Fachpflegekraft das Risiko anästhesiebedingter Komplikationen reduzieren kann. Sondern, daß bis auf vereinzelte Fälle IMMER eine Anästhesie- Pflegekraft anwesend war, so daß eine gegensätzliche Darstellung OHNE AN- Pflegekraft nicht möglich war. Die AN- Pflegekraft ist also mit ihren o.g. Fähigkeiten und Fertigkeiten ein Teil des Anästhesieteams, welches nicht in ihrer Notwendigkeit ( oder Lebensberechtigung ) in Frage gestellt ist. Sollte das nicht auch unsere Zielsetzung sein ???

    Ich denke, es ist schon lange an der Zeit, nicht darüber nachzudenken, warum wir ATA `s oder MAfA`s NICHT haben wollen, SONDERN was unsere originäre Anästhesie- Pflegetätigkeit so unverzichtbar macht!!! Die konkrete Benennung unserer Tätigkeiten im Anästhesieteam ( in Form eines Tätigkeitskatalogs und einer Stellenbeschreibung, wie sie von der DGF seit Jahren vorliegt und ggf. weiterentwickelt werden muß ) dienen der Schärfung unseres Profils. Norma Lang`s Aussage " Wenn wir etwas nicht benennen können, können wir es nicht kontrollieren, unterrichten etc.... Leistung darstellen und dafür Geld erhalten" ( mal platt auf den Punkt gebracht ) trifft unsere Misere hier ganz gut! Noch heute gibt es viele Anästhesie- Abteilungen, wo die Pflegedokumentation gleich Null ist und pflegerische Leistungen in keiner Weise abgebildet sind.

    Zur Weiterentwicklung der Fachkrankenpflege in der Anästhesie kann ich mich nur Lothar Ullrich anschließen: " Der herkömmliche Weg der Qualifizierung über eine grundsständige Berufsausbildung als Krankenpflegekraft mit zusätzlicher Spezialqualifizierung nach Wunscharbeitsgebiet alleine könne den hohen Standard der Krankenversorgung in deutschen OPs sichern. Die Anästhesiepflege benötige nicht zusätzliche, sondern solle sich auf die ureigenen Kompetenzen konzentrieren und darüber ein berufliches Selbstbewusstsein entwickeln " http://www.zwai.net/pflege/Weiterbil...flegetag_2005/

    So, ich hoffe, meine Gedankengänge waren nicht zu verwirrend! Freue mich auf regen Austausch mit Euch!


    Sabine

  8. #78
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    Standard AW: Anästhesie-Assistent?

    Die " Detonationsprophylaxe " war perfekt und perfekt ge-time-t (ge-zeitet?

    Danke, Liebe Sabine!

    Bin etwas knapp mit der Zeit heute.

    WomBat, die Arten (AN Pflege und WomBats) werden überleben


  9. #79
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    Standard AW: Anästhesie-Assistent?

    Nachtrag zum Thema, zur Studie:

    Es ist nicht immer "drin", was "drauf" steht.

    WomBat, mehr später


    muss nämlich um die Höhle Rasen mähen, Beutler können das auch ohne Mäher , es dauert halt etwas...

  10. #80
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    Standard AW: Anästhesie-Assistent?

    hallo @all!

    grösstenteils kann ich sabine rüdebusch nur zustimmen,
    - welche folgerungen sind zu ziehen?

    - werdet mitglied in der DGF
    - lasst euch freiwillig registrieren
    - anästhesiepflegetätigkeiten benennen und dokumentieren

    und damit gehts auch schon los! ich habe zb noch keine pflegedokumentation gesehen, die den anforderungen der anästhesiepflege gerecht wird,
    denn sie muss meiner meinung nach schnell durchzuführen sein,
    es sollte keine doppeldokumentaion in pflegedoku und narkoseprotokoll erfolgen, und einiges mehr.

    zur anwesenheit der anästhesiepflege noch eine anmerkung:
    wo gibt es noch abteilungen, die es leisten können, jeden op-saal durchgängig mit einer pflegekraft zu besetzen? da ist es dann aufgabe der leitung zu entscheiden, wie die säle zu besetzen sind, und natürlich kann ein kollege, der einen saal mit geringem komplikationspotential betreut, auch aufgaben ausserhalb erledigen. zb kann ich einen anästhesisten bei einer struma-op durchaus alleine lassen, um einem fortgeschrittenen anfänger bei der einleitung eines 2-höhlen-eingriffs zur seite zu stehen.

    insgesamt denke ich, das wir zur zeit an einem wendepunkt stehen.
    noch immer rücken die betriebswirte in den vordergrund, doch auch auf seiten der mediziner gibt es schon warnende stimmen, die ich erst unlängst auf einer op-management-fortbildung sehr deutlich gehört habe.

    mafa's werden die anästhesisten schon zu verhindern wissen,
    meine befürchtung ist eher dass die anästhesiepflege von der bildfläche verschwindet, weil sie zum op-springer mutiert, wenn wir dies nicht selber verhindern.

    allgemein zur krankenpflege halte ich es für notwendig eine basisausbildung für alle zu erhalten und daran weitere qualifizierung und jährlich nachzuweisende fortbildung anzuschliessen, woraus sich dann karrieremöglichkeiten und füllungszustand der brieftasche ergeben.

    gruss vom rhein, madi
    Die Absicht bestimmt die Sicht.

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