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Thema: Honorarkräfte / Leihkräft in der Funktionspflege - wie seht Ihr das?

  1. #1
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    Frage Honorarkräfte / LeihkräftE in der Funktionspflege - wie seht Ihr das?

    Hallo in die Runde

    Ich würde gerne Eure Meinung zum Thema Honorarkräfte / Leihkräfte in der Funktionspflege hören.

    Ich bin Fachkraft für Anästhesie- und Intensivpflege und habe schon einige Jahre Berufserfahrung sammeln können. Seit 2010 bin ich selbständig als Fachkraft tätig. Mittlerweile habe ich eine kleine Zeitarbeitsfirma gegründet und beschäftige noch zwei Mitarbeiter in der Anästhesie- und Intensivpflege und im operativen Bereich. (Keine Angst, es geht hier nicht um Dumpinglöhne. Meine Mitarbeiter werden schon gut bezahlt und haben faire Arbeitsbedingungen).

    Nun zu meiner Frage:

    Was haltet Ihr von Honorarkräften oder Leihkräften in der Funktionspflege. Habt Ihr Erfahrungen gemacht? Gute oder auch schlechte. Welche Erwartungen habt Ihr an Honorar- / Leihkräfte? Sollten Honorar- / Leihkräfte eingesetzt werden?

    Ich bin auf Eure Meinung gespannt.
    Geändert von Leihpfleger (05.03.2014 um 01:12 Uhr)
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    Jesus konnte Wasser zu Wein verwandeln - mein Körper schafft es in einer Nacht aus Wein wieder Wasser zu machen ;-)

  2. #2
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    Standard AW: Honorarkräfte / Leihkräft in der Funktionspflege - wie seht Ihr das?

    Ich habe kein Problem mit Leihkräften - wer sich selbst vermarkten kann, sollte dies auch machen.

    Allerdings sollten Leihkräfte nur temporär eingesetzt werden und keine Dauerlösung sein. Problematisch sind allerdings rechtliche Aspekte zu betrachten Stichwort Einweisung nach MPG und Arbeitszeiten usw.

    Und - kleiner Seitenhieb am Rande- ich verstehe nicht warum so viele nebenberuflich und/oder hauptberuflich in der Lage sind, sich selbst zu vermarkten und für ihr eigenen Interessen einzutreten, aber es meist nicht schaffen in einen Berufsverband einzutreten und dort ihr "können " oder gar "nur" ihren Mitgliedsbeitrag mit einfließen zu lassen


    Oder geht es am ende des Tages immer nur um das eigene Portmonnaie?

  3. #3
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    Standard AW: Honorarkräfte / Leihkräft in der Funktionspflege - wie seht Ihr das?

    Zum Seitenhieb:

    Nun ist es ja so, dass man als selbständig tätige Pflegefachkraft, die in Vollzeit (manchmal auch mehr als 40 Stunden in der Woche) am Patienten arbeitet, die anderen Tätigkeiten auch abarbeiten muss. Die Kundenaquise stellt hier einen nicht zu vernachlässigenden Teil dar. Oft sind viele Telefonate und ein reger Schriftverkehr nötig um Mitarbeiter beschäftigt zu wissen und selbst auch einen Job am Krankenbett zu ergattern. Dazu kommen Lohn- und Finanzbuchhaltung, Rechnungen und Verwaltungstätigkeiten. Da bleibt oft nicht viel Zeit und die Familie fordert ebenfalls ihre Aufmerksamkeit.



    Aber wenn ich mich einbringen kann, will ich dies gerne tun, schließlich habe ich den Schritt gewagt, mich hier zu registrieren...

    müde Grüße aus dem Nachtdienst im Norden...

    der Leihpfleger (Mitglied in der DGF und im DPV)
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  4. #4
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    Standard AW: Honorarkräfte / Leihkräft in der Funktionspflege - wie seht Ihr das?

    Lieber Leihpfleger,
    schön das Du zu uns gefunden hast - dem besten Forum für ITS/AN - pflegende KollegInnen.

    Meine kritische Frage ist, wenn Du Tariflöhne zahlen würdest, wo ist dann Dein Verdienst? Dann machst Du die gesamte Kundenakquise und die Verwaltung - Einsatzplanung, Lohnbuchhaltung neben Deinem Vollzeitjob für Lau?

    So Edel kann (und meines Erachtens nach darf) auch kein Mensch, insbesondere in der Pflege, sein.

    Persönlich: Hast Du auch schon einmal an die "Eigenpflege" gedacht?Wenn nicht, wie lange möchtest Du Dich so abmühen ohne Folgen für Deine seelische, körperliche und soziale Gesundheit?

    Sorry, insofern sehe ich "Leiharbeiter" kritisch, zumal sie berufspolitisch gedacht, auch kontraproduktiv sind (Sie kaschieren den wahren Mangel!)

    Viele liebe Grüße
    der fest angestellte KollegInnen bevorzugende
    fridolin
    immer gelegentlich manchmal
    Wahlspruch: Dormicum macht den dicksten Bären stumm...

  5. #5
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    Standard AW: Honorarkräfte / Leihkräft in der Funktionspflege - wie seht Ihr das?

    Hallo fridolin,

    vielen Dank für Dein Posting zu meinem Thread. In der Tat arbeite ich zur Zeit viel. Dies ist aber für mich eine Übergangssituation. Dauerhaft möchte ich doch einen Freizeitgewinn erzielen. In gewisser Weise habe ich das schon erreicht, da ich meine Arbeitszeiten, Urlaub, Fortbildungen und so weiter selber nach meinen Bedürfnissen planen kann. Dies hat für mich einen ernormen Freizeitgewinn.

    Wie erwähnt arbeite ich in Vollzeit am Patientenbett, die Tätigkeiten drumherum werden durch die "Gewinne" am Betriebszweig Arbeitnehmerüberlassung / Zeitarbeit entlohnt. Um die Luft aus den Segeln zu nehmen, ich zahle sogar übertariflich. Es ist heute in der Arbeitnehmerüberlassung / Zeitarbeit nicht mehr möglich unter Tarif zu zahlen, es gilt der Grundsatz des Equal Payment (AÜG). Dies bedeutet, ich darf meinen Mitarbeitern nicht weniger zahlen als die Mitarbeiter in den Betrieben, in denen meine Mitarbeiter eingesetzt ist, bekommen. Inklusive aller zusätzlichen Gratifikationen wie Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld oder weiterer Lohnbestandteile.

    Die allgemeine Meinung zu Zeitarbeitern, sie würden zu Dumpinglöhnen arbeiten, ist demnach nicht oder nur bedingt korrekt (schwarze Schafe). Ausserdem handelt es sich bei meinen zwei Mitarbeitern um gute Freunde, da macht man sowas eh nicht. Ich möchte dass alles fair und korrekt abläuft. So haben alle was davon.

    Dass man den Einsatz von Honorarkräften / Zeitarbeitern in der Pflege kritisch betrachten sollte ist korrekt. Dennoch stellen sie für Personalverantwortliche eine gute Möglichkeit dar um kurz- oder mittelfristige Personalengpässe aufzufangen. Sie stellen sicherlich keine Dauerlösung dar, auch wenn es mir (dem Entleiher) durchaus aus betriebswirtschaftlicher Sicht, gut passen würde.

    Auch für die Mitarbeiter in der Zeitarbeit finden sich Vorteile beim Einsatz bei verschiedenen Betrieben. Neue Erfahrungen, nette Kontakte, die Arbeitsweise anderer kennen lernen. Dies hat in gewisser Weise einen Charakter der kontinuierlichen Fortbildung. Als Arbeitgeber kann ich hier auch auf Wünsche des Mitarbeiters (Urlaub, Fortbildung, Überstundenausgleich) eingehen. Das klappt bei uns super, es gab noch keine beschwerden.

    Ich hoffe ich konnte Deine Einstellung zu Zeitarbeit zum Positiven beeinflussen. Noch Fragen? -> PN.

    Gruß

    Der Leihpfleger
    RELAX - I AM A NURSE

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  6. #6
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    Standard AW: Honorarkräfte / Leihkräft in der Funktionspflege - wie seht Ihr das?

    Prinzipiell kann ich verstehen, dass man/frau als Pflegekraft in die Private Wirtschaft geht....
    Bin mal gespannt wie dies in diesem Bereich auf Dauer die Haftpflichtversicherer sehen werden...
    Denke die Risikoabwägung wird sich verändern...ähnlich den Hebammen!

    so long arnold

  7. #7
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    Standard AW: Honorarkräfte / Leihkräft in der Funktionspflege - wie seht Ihr das?

    @all,
    das mit der Haftpflichtvers. würde mich ernsthaft interessieren...wenn die Hebammen (soweit ich erfahren habe, einen hohen vierstelligen Betrag zahlen müssen) wird es in der Funktionspflege demnächst nicht anders sein...und deckt die Vers. auch die fahrlässigen Stufen ab?

    Der "Leihpfleger" ist schließlich selbstständig!

    so long arnold

  8. #8
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    Standard AW: Honorarkräfte / Leihkräft in der Funktionspflege - wie seht Ihr das?

    mag mir das mit der Versicherung keiner beantworten?
    arnold

  9. #9
    Sebb ist offline registrierter Benutzer
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    Standard AW: Honorarkräfte / Leihkräft in der Funktionspflege - wie seht Ihr das?

    Die Berufshaftpflicht der DPV für Selbstständige haftet auch bei grober Fahrlässigkeit (siehe hier 2.3)

    Gruß Sebastian

  10. #10
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    Standard AW: Honorarkräfte / Leihkräft in der Funktionspflege - wie seht Ihr das?

    Ein Freiberufler ist kein Leiharbeiter/ Leihkraft. Das widerspricht der Selbständigkeit.
    Denn diese Bezeichnung stammt eher aus der Zeitarbeit sprich ist gleichzusetzen mit einem Leiharbeitnehmer.

    Ein Freiberufler ist eine Honorarkraft bzw. ein freiberuflicher Selbstständiger (weibliche und männliche Bezeichnungen sind inbegriffen).

    Betreffend der Berufshaftpflichtversicherung:

    Diese deckt bei mir die Tätigkeit in der Anästhesie und Intensivmedizin- /pflege mit ab und dafür zahle ich etwas mehr.

    In der Pflege gibt es aktuell noch keinerlei Diskussionen betreffend der Berufshaftpflichtversicherung.

    Bei der Berufsgenossenschaft (also gesetzliche Unfallversicherung) ist die Gefahrenstufe schon recht hoch.

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