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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Patientenzufriedenheit im Intensivpflegebereich



Connyhans1
24.08.2006, 11:15
Hallo,

im Rahmen meiner Diplomarbeit führe ich eine Erhebung über die Patientenzufriedenheit im Intensivpflegebereich durch!

Was sagt ihr zu dem Thema Patientenzufriedenheit?

Freue mich über jede Info, Erfahrungsberichte, Meinungen, Literaturtips usw.

Vielen Dank im vorraus :) :) :)

Ps. Wenn ihr einen Fragebogen über Patientenzufriedenheit entwerfen müsstest welche Frage würdet ihr den Patienten stellen, was würde euch interessieren?!

Miss Honey
25.08.2006, 15:10
In Anbetracht der spärlichen Resonanz möchte ich anmerken, dass Fragen zur Patientenzufriedenheit vielleicht besser in einem Patientenforum aufgehoben sind..

Trotzdem kurz dazu:

Das Thema Patientenzufriedenheit ist so formuliert sehr weitläufig und dementsprechend ist es an Ihnen, Ansatzpunkte fest zu machen.
Patientenzufriedenheit in Bezug auf was?

Pflege?
Die böse Pflege macht viele Dinge, die der Patient nicht mag, es aber für sein ÜBERLEBEN wichtig ist. Kann er zufrieden sein, wenn er die Station lebend verlässt? Oder ist die nette Schwester besser, die ihn nicht aus dem Bett zerrt, keine Atemübungen mit ihm macht und nicht mit der CPAP-Maske ankommt?

Umgebung?
Zwischen Monitoren, Kabeln, Schläuchen und Respiratoren in einem schicken Intensivbett mit OP- Hemdchen bekleidet fühlt man sich richtig heimelig.

Zimmer?
Einzelzimmer- ist schrecklich langweilig, man starrt den ganzen Tag an die Decke, womöglich ist man ja sogar zwangsisoliert.
Doppel- oder Mehrbettzimmer- die Nachbarpatienten sind alle schlecht zurecht, man hat nie seine Ruhe weil überall gearbeitet wird und fühlt sich auf dem Präsentierteller.

Ruhe?
Monitoralarme, Gerätealarme, Arbeitsgeräusche, Telefone, Absaugen des Nachbarpatienten, Beatmungsgeräusche, Reanimation des Nachbarn.... Zufriedenheit in Bezug auf Ruhe?


Essen?
Cholesterinarme Kost, Diabetesdiät- nicht das, was man zuhause essen würde. Sondenkost- naja, immerhin was im Magen.
Nahrungskarenz- "die geben mir nichts zu essen" (es läuft komplette parenterale Ernährung). Zufriedenheit beim Essen?

Ich habe das jetzt bewusst etwas überzogen :) und es gibt noch einige Punkte mehr, die mir spontan einfallen würden, wozu ich jetzt aber nichts mehr ausformuliere.
Möchte nur deutlich machen, dass das Thema Patientenzufriedenheit im Intensivbereich ein zweischneidiges Schwert und immer abhängig ist von der persönlichen Motivation und den Lebensumständen des einzelnen Patienten.
Natürlich begegnet man den Patienten nett und freundlich, bemüht sich um ihn bestmöglichst, hegt und pflegt... trotzdem ist die Zufriedenheit nicht so leicht zu beurteilen.
Wie oben schon geschrieben- muss er zufrieden sein, wenn er lebend wieder auf die Peripherie verlegt werden kann? Oder darf er "Service" einfordern?
Auf einer Intensivstation geht es ums Überleben. Das muss leider vielen Patienten immer wieder bewusst gemacht werden, und auch, dass bei uns kein Hotelservice möglich ist.

Mich würden auch andere Meinungen dazu interessieren im übrigen...

Markus
25.08.2006, 19:17
Tja ... mit der Patientenzufriedenheit ist das so eine Sache.

Die Patienten, die in der Lage sind sich zu freuen, freuen sich wie wild wenn Sie uns verlassen dürfen.
Viele Patienten können sich an "Uns" nicht erinnern.

Woran willst Du die Zufriedenheit fest machen? Eigentlich ärgern und quälen wir den Patienten 24h am Tag. Wir machen grundsätzlch das Gegenteil von dem was der Patient wünscht: Nämlich ihn in Ruhe zu lassen.

Sicherlich gibt es Patienten die sich für eine professionelle Betreuung bedanken.

Schwieriges Thema.

Markus

Sören Lösche
25.08.2006, 21:52
Hallo Connyhans1,
du must dir schon etwas genauere Vorstellungen machen und das Thema eingrenzen. Du mußt wissen, welche wissenschaftlichen Untersuchungsmethoden du anwenden willst. Das Thema ist interessant und ergiebig. Die Eingrenzungen des Themas müssen mit den betreuenden Professoren besprochen werden. Da nützen die Vorschläge von uns nicht so viel. Die Fachhochschule muß das Thema annehmen. Ich habe zum Beispiel über perioperative Patientenzufriedenheit geschieben. Habe qualitative Interviews nach einem standardisierten Fragebogen mit der Methode nach Mayring ausgewertet. Es war anstrengend aber gut. Literaturrecherche geht übers www am besten.
Gruß aus Hannover
Sören:mosh:

Superfantastisch
26.08.2006, 19:02
Was sagt ihr zu dem Thema Patientenzufriedenheit?

auf differenzierte fragestellungen folgen meist differenzierte antworten.

so sage ich zu dem Thema Patientenzufriedenheit: hallo patientenzufriedenheit, du bist ja eigentlich ein wichtiges thema, aber warum bist du im intensivbereich nur so schwer zu messen?

hast du intensiverfahrung, Connyhans1? dann kennst du sicherlich die bedürfnisse von intensivpatienten und kannst deine fragen daran ableiten.

ansonsten 100% d'accord mit Sören:

Literaturrecherche geht übers www am besten

Zorro
27.08.2006, 19:17
Die maximale Zufriedenheit ist erreicht, wenn der Patient lebend und ohne größere Schäden die Station wieder verlässt, streng nach dem Motto: "ich bin zufrieden, jetzt aber schnell weg hier".
Ansonsten spricht mir Miss Honey aus der Seele!:danke:

Sören Lösche
27.08.2006, 21:52
Hallo Zorro,
das glaube ich nicht. Es ist eine Aufgabe für die Pflege, die Patentenzufriedenheit zu erzielen. Mit medizinisch-pflegerischen Handlungen nach Standard ist dies selten möglich. DIe gezielte Pflege nach individuellen Bedürfnissen des einzelnen Patienten ist unsere Aufgabe. Das setzt natürlich eine individuelle Pflegeplanung voraus. Die Sicherung der Vitalfunktionen ist nur Standard, außerdem ärztlich verordnet.
Sören

Miss Honey
27.08.2006, 23:14
Es ist eine Aufgabe für die Pflege, die Patentenzufriedenheit zu erzielen. Mit medizinisch-pflegerischen Handlungen nach Standard ist dies selten möglich. DIe gezielte Pflege nach individuellen Bedürfnissen des einzelnen Patienten ist unsere Aufgabe. Das setzt natürlich eine individuelle Pflegeplanung voraus. Die Sicherung der Vitalfunktionen ist nur Standard, außerdem ärztlich verordnet.

Klingt sehr gut, und sehr theoretisch :)

Scheinbar ist der Begriff "Pflegestandard" immer noch negativ bewertet, da man offenbar nicht auf Individualität Rücksicht nimmt. Dabei dient ein Standard in erster Linie der Qualitätssicherung und kann natürlich jederzeit bei Bedarf verändert werden.

Gezielte Pflege nach individuellen Bedürfnissen klingt noch besser, aber was für Bedürfnisse hat denn der Patient auf der Intensivstation?
Mir würden jetzt spontan seitenweise Beispiele einfallen, in denen wir die "Bedürfnisse" des Patienten bewusst übergehen, um sein Überleben zu sichern.... Viele Sachen, die Patienten in ihrer "Zufriedenheit" stören könnten, sind auch nicht durch uns Pflegekräfte zu beeinflussen. Denke, dass jeder der auf einer ITS arbeitet genau weiss, wovon ich spreche.

Was bewertet man nun höher?

Und es ist durchaus so, dass die meisten Patienten erst viel später verstehen und gutheissen, was wir mit ihm gemacht haben...

WANN soll der Patient also zufrieden sein? Und wie würde man "zufrieden" definieren im Rahmen der Umstände?

Sören Lösche
28.08.2006, 10:53
Hallo Miss Honey,
du hast im wesentlichen Recht. Ich meine, wir sollten uns jedoch an der Theorie immer versuchen zu orientieren. Abstriche in der Praxis sind leider immer wieder notwendig.
Die Beurteilung kann aber immer nur der jeweilige Patient für sich tätigen, in gewisser Weise auch nahe Angehörige. Das bedeutet nicht, dass vital erforderliche Dinge weggelassen werden. Ein geeignetes Instrument, um über diese Dinge zu sprechen, ist die Pflegevisite. Wir versuchen sie 2x wöchentlich durchzuführen. Klappt aber auch nicht immer!Jeder kann einen Patienten dazu anmelden. Kurzlieger werden in der Regel nie besucht. Je nach Bedarf können dann neben der Pflege andere Berufsgruppen eingeladen werden bis zum Ethikkreis. Es ist zumindest ein Ansatz auf die Bedürfnisse einzugehen.
Gruß aus Hannover
Sören:mosh:

Zorro
28.08.2006, 13:05
Hallo Sören,

dies gibt selbstverständlich nicht mein Pflegeverständnis und auch nicht meine Meinung wieder:


Die maximale Zufriedenheit ist erreicht, wenn der Patient lebend und ohne größere Schäden die Station wieder verlässt, streng nach dem Motto: "ich bin zufrieden, jetzt aber schnell weg hier".
sondern spiegelt eine sehr häufig vertretene Meinung betreuter Patienten wieder! Offensichtlich habe ich mich missverständlich ausgedrückt, Asche auf mein Haupt.

Miss Honey
28.08.2006, 14:12
Ein geeignetes Instrument, um über diese Dinge zu sprechen, ist die Pflegevisite. Wir versuchen sie 2x wöchentlich durchzuführen. Klappt aber auch nicht immer!Jeder kann einen Patienten dazu anmelden. Kurzlieger werden in der Regel nie besucht. Je nach Bedarf können dann neben der Pflege andere Berufsgruppen eingeladen werden bis zum Ethikkreis. Es ist zumindest ein Ansatz auf die Bedürfnisse einzugehen.
Gruß aus Hannover
Sören:mosh:

Moin an den Hannoveraner :)

Natürlich hast Du Recht mit dem Streben nach dem Optimalzustand!
Leider ist eine "Pflegevisite" bei uns komplett indiskutabel. Uns wurden jetzt erst freundlich die Übergabezeiten, in denen man oft wie man so schön sagt auf individuelle Bedürfnisse eingehen konnte, weil kurzzeitig doppelte Besetzung anwesend, von 45 auf 15 Minuten verkürzt...
Da bleibt für Luxuspflegemassnahmen wie eine Pflegevisite erst recht keine Zeit mehr, da ist man froh, eine halbwegs ausreichende Pflege gewährleisten zu können. Und die Zeit, die man fürs visitieren rechnen müsste, kann ich sinnvoller am Patienten verbringen. So eine Pflegevisite ist sicher ein tolles Instrument, interessanterweise aber nicht erwünscht bei uns im Haus... :mosh:
Grade eben wurden bei uns mal eben die 20 Betten auf 24 erweitert- ohne den Personalstand anzupassen...
Viele Grüsse aus dem verregneten Pott :jubel:

Sören Lösche
28.08.2006, 15:34
Moin,
das ist schon traurig.Da ist es bei uns wirklich noch etwas besser, aber wie lange noch?? Lasst euch nicht ganz unterkriegen. Unterlassene Dinge dokumentieren, etc.
Grüße aus Hannover, es regnet inzwischen auch hier.
Sören:jubel: :mosh:

uli
28.08.2006, 17:18
Hallo liebe Pflegekollegen,
hier ist viel die Rede von Pflegevisite, Standards, Dokumentation. Ausgangspunkt der Diskussion war doch die Frage nach der Patientenzufriedenheit.
Ist diese überhaupt messbar?
Für mich ist Zufriedenheit zunächst einmal ein sehr individuelles Gefühl, das ich an meinem persönlichen Wohlbefinden festmachen möchte. Wohlbefinden in Hinsicht auf Gesundheit, Fürsorge, Vertrauen, Nähe, ...
Zufriedenheit kann ich nicht messen, kann ich auch nicht dokumentieren. Solange der Patient mit uns keinen Kontakt aufnehmen kann (z. B. durch Sedierung etc.) lassen unsere gemessenen Vitalparameter einen Schluß auf seine körperliche Befindlichkeit, nicht jedoch auf seine Zufriedenheit zu.
Erst in der Phase des Weanings, zu dem Zeitpunkt ab dem ein persönlicher Kontakt und eine Interaktion möglich ist, kann der Patient verbal oder nonverbal äußern, ob er zufrieden ist. Er kann Auskunft geben darüber, ob er Ängste, Schmerzen, Abwesenheit der nächsten Angehörigen, unangenehme Therapien, Lärm o. ä. ertragen muss. Er kann uns sagen, ob er Veränderungen seiner Situation möchte, er kann wieder ein wenig selbst über sich bestimmen. Durch Erfahrung und durch offene Augen und Ohren und mit einfühsamen Händen können wir erfahren, ob er sich zufrieden fühlt, dabei müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass auch unsere Messlatte nur eine rein subjektive ist.
liebe Grüße aus der nicht mehr sonnigen Ex-WM-Stadt
Uli :schal:

Miss Honey
28.08.2006, 18:14
Das ist ja das Problem...

Wenn man eine Diplomarbeit über das Thema verfassen möchte, muss man sich zunächst Gedanken darüber machen, wie man das Subjektive messbar und dokumentierbar machen kann und wo man ansetzen möchte. Da scheint mir noch nicht so viel Konkretes festzustehen.

Würde das Thema übrigens ändern in Angehörigenzufriedenheit...
Besser messbar und gut abzugrenzen, dabei umfassend zu bearbeiten.

Connyhans1
29.08.2006, 10:36
hallo, erstmal Danke für die vielen Beiträge und die gute Diskussion.
Eine Frage an euch? Seid ihr Grundsätzlich gegen eine Erhebung der Patientenzufriedenheit?
Zu der Zufriedenheit möchte ich sagen das sich diese Grundsätzlich schwer messen lässt aber die Wahrnehmung und das Erleben des Patienten auf der Intensivstation lässt sich messen. Zu dem habe ich eine Abgrenzung vorgenommen welche Patienten aus der Studie rausfallen, Sachwalterschft, SEdierung usw.

Ausserdem ist eine Messung der Zufriedenheit kein Rückschluss auf die Arbeit der Pflegekräfte insofern das man dann her geht und sagt du du habt schecht gearbeitet weil der Patient unzufrieden war. Die Analyse der Daten soll vielmehr zeigen welche Prozesse im Stationsablauf veränder bzw. verbessert werden können,zum einen für den Patient zum anderen für die Pflegekrat selber.

Des weiteren wird der wettbewerb unter den krankenhäusern und die aktualität des QM system im Kh, was eine Erhebung der Patientenzufriedenheit vorschreibt, immer mehr.

Messen kann man die Zufriedenheit unter anderem mit einem entwickelten Fragebogen der anhand eines Interviews durchgeführt wird.

Miss Honey
29.08.2006, 12:27
Natürlich ist hier niemand gegen eine Erhebung der Patientenzufriedenheit :)

Meine Frage auch nochmal an Dich, hast Du schonmal auf einer ITS gearbeitet oder wenigstens einen Einblick in den Stationsalltag gehabt?

Natürlich hängt das zu einem grossen Teil an den Pflegekräften, ob ein Patient "zufrieden" sein kann oder nicht.
Im allgemeinen sind die Hauptkriterien von Patienten im Krankenhaus, nach denen sie das Haus, die Pflege und sowieso alles dann abschliessen beurteilen:

1. War das Essen gut?
2. War die Schwester hübsch?
3. Hat der Doktor mir täglich mehrfach das Händchen gehalten?


:D Ich überziehe immer gern........ trotzdem ist da was Wahres dran...

In einem Fragebogen wirst Du um Fragen bezüglich der Pflege nicht herumkommen, denn es ist die Berufsgruppem mit dem engsten Kontakt zum Patienten. Objektive Erhebungen sind hier kaum möglich, weil jeder Patient anders ist sowohl in seinem Krankheitsbild, in seiner Motivation als auch in seiner Persönlichkeit und das natürlich wiederum das Handeln sowohl des Pflegepersonals als auch das anderer Berufsgruppen beeinflusst.

Weiter denke ich, dass die Patientenzufriedheit im Intensivbereich natürlich ernst genommen werden muss und auch wird. Nur ist dies nicht unbedingt im Bereich Konkurrenz/ Wettbewerb anzusiedeln, denn der Notfall wird dorthin gefahren, wo Platz ist und er bestmöglichst versorgt werden kann. Da hat der Patient erstmal keine Wahl, daher kommt die "Kundschaft" quasi von allein....

Fände es gut, wenn Du Beispiele hättest, was Du in einem Fragebogen erfassen möchtest...

Liebe Grüsse

Connyhans1
29.08.2006, 12:34
Hey ich habe einmal ein Prakikum auf der ITS ium Bereich Herz-und Gefäßchirugie gemachtm, da ich werder die Stationen noch die Arbeitswese des Kh durch persönliche Erfahrung kenne(dr.Lit.kenne ich sie schon)denke ich das ich am besten geeignet bin für die Studie, da ich unparteiisch bin und durch meine persönliche Meinung von den Stationen die Studie nicht verfälschen kann.
Grundsätzlich möchte ich noch sagen das ich quantitativ Arbeit (Forschungsdesigne) achso und meine Forschungsfrage lautet ob sich die Wahrnehmung und das Erleben des Patienten nach der Transferierung, innerhalb 48 Stunden, zw. dem Aufenthalt der ITS und der Normalstation ändert.?

Fragen könnten sein nach Hotelleistungen, fragen zur Pflege speziell, Stammdaten usw.

Ach so du hast geschrieben das ich um Fragen was die Pflege betrifft nicht drum herum kommen würde, entschuldige bitte aber wenn ich keine Fragen zu Pflege stellen würde, möchte bräuchte ich doch auch keine Studie machen über die Patientenzufriedenheit, denn ich denke das nicht nur medizinische Fragen in einen Fragebogen gehören, denn das wäre aufgabe einer Projektgruppe von Ärzten, meines erachten nach!

Des weiteren, denke ich auch nicht das es darum geht ob die Arbeit der Pflegekräfte auf ITS ernstgenommen wird, (Wettbewerb) Denn ich denke ganz einfach durch die Einführung der DRG`s sollte schon jede Station dafür sorge tragen einen guten Ruf zu erlangen(Kein Angriff). Bei geplanten Operationen kann der Patient selbstständig wählen in welches Krankenhaus er möchte, schon alleine weil im internet alles present ist. Daten, Schwerpunkte usw.
Was die Notfallsituation betrifft gebe ich dir recht, das kann der Patient nicht beeinflussen wohin er kommt,denn da ist es ja bekanntlich wichtig das der Patient die bestmögliche Versorgung bekommt.

Lieben Gruss

WomBat
29.08.2006, 23:37
Beim googlen ist auch einiges zu finden:

z.B. Patientenzufriedenheit, Messung der Patientenzufriedenheit (darunter eine Diss nach 2000) usw. oder



z.B. Patient satisfaction, Measuring patient satisfaction, patient satisfaction and nursing care, patient satisfaction and critical care usw.

Wmbat, ganz zufrieden, bis auf ein paar Kleinigkeiten :D

Connyhans1
30.08.2006, 08:43
An WomBat

was meinst du mit zufrieden ausser ein paar Kleinigkeiten?

Lg

WomBat
30.08.2006, 23:21
:) Meine Zufriedenheit! Nach so viel Messungen bei anderen, hab' ich mal an mich / über mich nachgedacht.

Wombat, Danke der Nachfrage!

fridolin
06.09.2006, 12:20
Lieber Connyhans1,
sicherlichlich hast Du viele gute Qualitäten, kannst sicherlich auch wissenschaftlich korrekt arbeiten und gute Studien erstellen - sei mir bitte nicht böse - aber hier nun meine harte Meinung bezüglich Deiner Anfrage:
als "Fremdling" mit ein paar wenigen Wochen Praktikum bist Du leider für eine Studie zur Patientenzufriedenheit gänzlich ungeeignet.
Begründung:

keine Kenntnis der medizinischen Strukturen
keine medizinischen Vorkenntnisse
keine pflegerischen Vorkenntnisse
keine Kenntnisse im Umgang mit schwersterkrankten Patienten
keine Kenntnisse im Umgang mit Angehörigen
keine Kenntnisse in Bezug auf Gesprächsführung
keine Kenntnisse von typischen Patientenaussagen und -Reaktionen und somit auch nicht die Möglichkeit, diese Aussagen und Reaktionen zu differenzieren. (Reihenfolge ist willkürlich)

Außerdem ist mir anhand der Diskussion noch einmal klar geworden, wie schwer es ist, eine gute Kommunikation durchzuführen.
Auch jeder Pflegende versteht unter dem Begriff "Patientenzufriedenheit" etwas anderes und jeder Pflegende mißt die sogenannte Patientenzufriedenheit an anderne Kriterien.
Noch schwieriger ist es, einen Maßstab für die Zufriedenheit von sedierten und/oder beatmeten Patienten zu finden. (Ich hätte da schon konkrete Ideen...)
Viele zufriedene Grüße
fridolin

Connyhans1
06.09.2006, 12:27
Hallo, ich bin dir nicht böse wegen deiner harten Meinung aber ich musste lachen das du mich für einen Mann hälst :-) da muss ich dich enttäuschen ich bin weiblich.

Zu deinen Begründungen.
Ich kann soviel sagen das ich eine sehr gute Projektgruppe habe und dir mir jegliche Fragen zu dem Beantwortet und ich informiere mich auch darüber.
Aber trotzdem kann ich sagen das ich mit Kranken Menschen umgehen kann, da ich seit etlichen Jahren in der Pflege arbeite, aber das sei dahingestell.

Des weiteren geht ja nicht darum was die Pflegenden unter dem Begriff Patientenzufriedenheit verstehen sondern die Patienten.
In zusammenarbeit mit der Projektgruppe wurde darüber ausführlichst diskutiert.

Zum anderen befrage ich die Patienten am Tag der Transferierung auf eine Normalpflegestation.
Nach meinem Kenntnisstand sind da keine Patienten dabei die noch beatmet werden zum anderen habe ich Auswahlkriterien welche Pat. ich nicht befragen werde.

Hat sich deine harte Meinung viell. jetzt ein bisschen geändert?

Gruss Conny

Miss Honey
06.09.2006, 13:14
Gehe konform mit Fridolin...

Ich denke, dass Du vielleicht mit anderen Erwartungen die Frage hier eingestellt hat, als jetzt die Antworten hageln.

Aber möglicherweise gibt das einen kleinen Denkanstoss, wenn erfahrene Pflegekräfte, die genau in diesem Bereich tätig sind, auf die Problematik der Erfassung einer "Patientenzufriedenheit" hinweisen.

Natürlich ist eine gute Arbeitsgruppe viel wert. Das Thema scheint ja festzustehen, daher kann man Dir nur viel Glück und gutes Gelingen wünschen.

Connyhans1
06.09.2006, 13:17
Hallo,

hatte dich schon vermisst, ehrlich gemeinnt :-)

Natürlich bin ich immer froh wenn ich andere Meinungen höre oder Kritikpunkte, sie geben mir anstoss zum Nachdenken und bewirken eventuelle Veränderungen in dem projekt.


Gruss

fridolin
06.09.2006, 14:27
Liebe Connhasi1,
i am very sorry, habe ich doch vergessen, die Formulierung(en) geschlechtsneutral zu wählen - normaler Weise bemühe ich mich darum.

Doch nun zum Thema:
ich denke, es reicht nicht aus, nur in der Pflege zu arbeiten und alle Fragen beantwortet zu bekommen. Eine fundierte, pflegerische Ausbildung ist meines Erachtens für solche Befragungen unabdingbar - Dir fehlt einfach Grundlagenwissen.
Und nun noch eines: wirklich neutral und objektiv ist und kann niemand sein - er wäre sonst kein Mensch.
Ein Tipp (den Du wahrscheinlich schon kennst): Google doch einmal unter dem Suchbegriff "pflegeforschung - patientenzufriedenheit" Du bekommst über 400 Seiten - mit qualitativ sehr unterschiedlichen Beiträgen - angezeigt.
Leider gibt es auch sehr viel Literatur aus dem Anglo-amerikanischen Bereich, häufig mit dem Ziel, aus dem Patienten einen Kunden zu machen, was in den Vereinigten Staaten funktionieren mag, hier aber schon lange nicht klappt.
Ich hoofe, Du hast aus eben diesem, dem besten Forum für Inzensivpflege, viel für Dich, dein Leben und Deine Patientenzufriedenheit mitgenommen.
Viele frauliche Grüße
fridolin

Connyhans1
06.09.2006, 14:36
Hey, du bist nen Spaßvogel :)

Du hast recht das keiner Objektiv sein kann, der Grund warum ich es auch mache ist das ich ein Projekt brauchte und die ges. Stationen sich einig waren das ich druch das mangelnde Wissen bei der pflege eines intensivpatienten, am wenisgten beinflusst bin, was ja auch wiederrum zu BIAS führe kann.

Ich habe auch schon sehr viel darüber gelesen das aus dem Pat. ein Kunde gemacht werden soll. Ich finde es auch sehr unangemessen. Der Komfort in einem Kh ist zwar ausschlaggebend aber nicht relevant für die Genesung. Ich habe vor einiger Zeit ein Bild eines Badezimmers einer Privatklinik gesehen, alles aus Gold und sah sehr teuer aus, aber was nütz mir das wenn ich richtig krank bin - garnichts.

Trotzdem finde ich dieses Thema sehr spannend, wobei sich nicht abstreiten lässt das so eine Studie auf Intensivstationen ein sehr heikles Thema ist weil man ja an Grenzen arbeitet.

Es ist aber dennoch sehr spannend sich mit dir darüber zu unterhalten!

Meinst du du kannst eine Studie über die zufriedenheit besser durchführen als erfahrene pflegekraft auf dem Gebiet als jmd. der keine mehrjährigen Erfahrungen hat?

Nenn mir Gründe die mich überzeugen können!

Viele menliche Grüsse von Frau Connhasi1 :)


;)

fridolin
06.09.2006, 14:56
Liebe Connhasi1,
sicher bin ich ein Spaßvogel, aber ein ernster (wenn Du andere Beiträge von mir ließt, weißt Du sicher auch ohne pflegerisches Wissen, was ich meine)
Ob ich qualifizierter bin, um eine wissenschaftliche Studie durchzuführen?
Hm, ich glaube wohl nicht. Mir fehlt das wissen bezüglich der Durchführung von wissenschaftlichen Studien. Und mir fehlt noch eine wesentliche Voraussetzuung: ZEIT! Nach meinem "Vollzeitjob" und diversen "Nebentätigkeiten" wie z. B. Projektarbeit und Dozententätigkeit bin ich mit meiner Kapazität am Ende angelangt, denn irgentwo bin auch ich Privatmensch und brauche dringend eine Batterieladung, um weiterhin meine Patienten mit Charme und Witz versorgen zu können und den anderen, zum Teil überhöhten Anforderungen im Beruf gerecht zu werden.
Wenn Du Hilfe bei Deiner Arbeit brauchst, werde ich Dir auch hilfreichn zur Seite stehen und natürlich wünsche ich Dir auch guten Erfolg damit.
Viele heldenhaft helfende Grüße
fridolin
(P.S.: Du kannst mir (wie alle Anderen auch gerne) eine Email schicken, wenn Du Hilfe oder Fachwissen brauchst - wenn ich Unterstützung leisten kann, so tue ich das auch.

Connyhans1
06.09.2006, 15:00
bevor ich das tue, dich um Hilfe bitten, würde ich gerne Wissen wo du wohnst.

Ich halte viel von Gesprächen wenn man sich gegenüber sitzt, als andauernd zu schreiben, wobei das auch sehr interessant ist.

tildchen
07.09.2006, 17:22
Hallo Zusammen,

ich habe mir gerade die Beiträge zu diesem Thema durchgelesen und bin ehrlicherweise etwas erstaunt. Ich verstehe nicht so ganz, warum man den Durchblick als professionelle Pflegekraft haben muss um eine solche Untersuchung durchzuführen? Kenntnisse über den Umgang mit schwerstkranken Patienten und Angehörigen, pflegerische und medizinische Kenntnisse werden doch gar nicht untersucht, sondern ob der Patient mit der Behandlung auf einer Intensivstation zufrieden ist.

Es ist nicht wichtig was wir als Pflegende unter Patientenzufriedenheit verstehen, sondern dass was der Patient darunter versteht. Darauf müssen/sollen/können wir uns einstellen, oder auch nicht :confused:

Aber vielleicht ist es ja genau das, was uns verunsichert, dass diese Untersuchung vielleicht aufdecken könnte, dass unser manchmal evtl nicht so ganz professionelles Verhalten beim Patienten negative Erinnerungen auslösen. Es liegt doch in der Natur der Sache, dass der Aufenthalt auf einer Intensivstation kein Waldspaziergang ist. Aber hier scheinen einige der Meinung zu sein, dass die Patienten so gar nicht zwischen den notwendigen u.U. schmerzhaften und unbehaglichen pflegerischen und medizinischen Maßnahmen und einer guten individuellen Betreuung (die sich an den Bedürfnissen jedes einzelnen orientiert) differenzieren können.

Meine Meinung ist, dass jemand der beruflich nicht mit Intensivpflege zutun hat, vielleicht objektiver an eine solche Untersuchung herangeht, was nicht heisst, dass sich der Verantwortliche einer solchen Erhebung mit der Intensivpflege auseinandersetzen soll und vielleicht ein Beraterteam in Anspruch nehmen könnte.....

Gruß
Tildchen

Sören Lösche
08.09.2006, 09:26
moin@all,
die Lösung, die uns alle weiterbringt, liegt doch hier in der Kooperation. Warum können wir nicht alle davonprofitieren. Die Untersucherin von uns durch unser FAchwissen und die Einblick in die Praxis und wir indem wir vielleicht Anregungen zur Untersuchung geben können und auch von den Ergebnissen profitieren können. Außenstehende können unser machmal eingeschränktes Blickfeld erweitern. Wie ich auch schon geschrieben habe, wird der Patient zu seinem Urteil über Zufriedenheit kommen, und die ist das Entscheidende. Habe auch schon eine Untersuchung im Studium durchgeführt mit dem selben Ergebnis wie viele andere: Der Patient hat zwei entscheidende Kritikpunkte.1. Informationsdefizit, 2. fühlt sich nicht in seiner Individualität ernst genommen.
Gruß
Sören:mosh:

Ambu das Beuteltier
09.09.2006, 21:44
Na gut, da möchte ich meinen Senf nicht fehlen lassen:

Sören hat recht das die Objektivität eines Aussenstehenden unsere Fachhorizonte eher erweitern könnte.

Patientenzufriedenheit ist ja wohl jederzeit eine Untersuchung wert, ist diese doch unser wesentliches outcome Parameter, wenn nicht sogar unser einzig wirklicher Maßstab der Qualitätsbeurteilung unserer Arbeit!

Dennoch können die Anregungen aus diesem Forum nur helfen ein gutes Studiendesign zu wählen. Ich hoffe eh das wer immer etwas untersucht vorher nachgesehen hat ob und in welchem Zusammenhang ähnliches bereits untersucht wurde und welche Fehler oder auch Aussagen dort gemacht und getroffen wurden.

Aber eine Anmerkung noch:

Oben wurde Patientenzufriedenheit in Zusammenhang mit Hotelleistungen des KH gebracht...

ist ja klar das diese Dinge wichtig sind, aber wie schaut es den mit der Patientenautonomie aus?
Wäre das nicht eher ein Maßstab?

In wieweit ist der Patient in die Behandlung und/oder die Beeinflussung seines Krankheitsverlaufs einbezogen,

welche Ressourcen hat der Patient (oder bekommt er von uns welche) sich an der Genesung zu beteiligen,

wie können wir über z.B. Patienteninformationen und -beratung die Patientenzufriedenheit und - selbstbestimmung im Krankheits- und Genesungsprozess erhalten oder gar steigern...

Fragt Euch mal ob man da noch was verbessern kann...

Gruß, T.