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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pumpen über Viggos



Tempo
30.06.2006, 11:47
Ganz kurz und bündig: Wieviele Pumpen ( Infsomat / Perfusor ) dürfen über eine Viggo laufen??
Sonnige Grüße aus dem Norden

Elisabeth
30.06.2006, 12:06
Die Durchflußrate einer Viggo entnimmst du der Verpackung. Desweiteren ist die Kompatibilität der Infusionen zu beachten. Die Anzahl selbst dürfte eine untergeordnete Rolle spielen.

Elisabeth

Shaya
30.06.2006, 17:14
Hallo, denke es ist eher die Frage ob die Medikamente und Infusionen die dran hängen alle über eine Viggo laufen dürfen, bzw. ob sie kompatibel sind. Wenn ja würde ich beobachten wie lange der Zugang bzw. der Patient das mitmacht...

Gruß, Shaya

Groha
30.06.2006, 19:56
Es dürfen halt keine zentralvenösen Medikamente (z.B. Kalium pur) laufen, ansonsten ist es eigentlich egal was läuft.
Man muß halt nur aufpassen ob der Zugang noch funktioniert (z.B. paraläuft).

Grüße
Groha

ostfriesland
30.06.2006, 22:39
Moin,
nach Möglichkeit versuchen wir keine Medikamente bei Viggo's über Infusomat bzw. Perfusor laufen zu lassen; sondern frei und sollte dies nicht möglich sein, dann bekommen die Patienten bei uns in der Regel einen ZVK.
Gruß

Tempo
02.07.2006, 09:54
Moin Ostfriesland!
So ist es bei uns auch in der Regel. Allerdings haben die Neurologen bei uns neuerdings das Problem, daß sie nicht mehr ständig die Anästhesie fragen wollen, ob diese einen ZVK legt! Somit läuft derzeit immer öfter z.B. Mannitol über eine Pumpe und eine Viggo. An die Durchflussrate hatte ich gar nicht mehr gedacht ( danke Elisabeth ). Dennoch habe ich bei der sache ein mulmiges Gefühl!

morgenmuffel
02.07.2006, 12:28
Hallo Tempo,
wie ist das die Intensivstation wird von Neurologen betreut und die können keinen ZVK legen? Und weil sie zu eitel sind die Anästhesisten zu fragen schütten sie die Medis über periphere Zugänge rein?:schock:
Traurig. Da bekommt man ja tiefes Vertrauen in Intensivmedizin.:bravo:
Tipp: wer 'ne Braunüle legen kann, sollte in der Regel auch 'nen Brachialis-Cath legen können.
Gruß morgenmuffel

Elisabeth
02.07.2006, 12:52
Brachialis-Cath: Problem der Thrombose steigt. Periphere Venenkatheter hab ich schon ewig nicht mehr gesehen.

Übrigens kann man für Viggos nicht nur die Brachialis punktieren.

Elisabeth

morgenmuffel
02.07.2006, 13:06
Brachialis-Cath: Problem der Thrombose steigt. Periphere Venenkatheter hab ich schon ewig nicht mehr gesehen.
Das falsche Medikament in der peripheren Vene steigert nicht nur das Thromboserisiko noch mehr.
Gesehen: während meine Weiterbildungszeit (auch) in der Neurologie, der OA, glaube ich, konnte nur Brachialis-Cath's legen und die Assis waren meist zu faul und haben teils die PJ's die Cath's legen lassen.

Elisabeth
02.07.2006, 14:01
Es ging hier um die Durchflussrate nicht um die Osmolarität der Infusionen. Das bestimmte Infusionen einen ZVK erfordern steht außerhalb der Diskussion.

Das es immer noch Ärzte gibt, die ihr Fach nicht beherrschen wird sich wohl nie ändern.

Elisabeth

uli
02.07.2006, 19:19
Liebe Kollegen,
ich halte die Applikation von Medikamenten über eine Venenverweilkanüle mittels Infusions- oder Spritzenpumpe für nicht so ganz unproblematisch. Eine paravenöse Infusion kann immer zu Komplikationen führen, von Schwellung und Schmerz bis hin zu Gewebsnekrosen (abhängig vom Medikament). Der Arzt trägt natürlich die Anordnungsverantwortung und wir als Pflegepersonal die Verantwortung bei der Durchführung. In jedem Fall sollten wir die Doktoren auf mögliche Komplikationen aufmerksam machen. Wichtig dabei ist natürlich Insertionsstelle, Patient (kooperativ, unruhig, ängstlich u. dgl.) und das Medikament.
Wen die Durchflussrate der einzelnen Verweilkanülen (von 36 - 343 ml/min) interessiert, dem kann ich die Internetseite der Firma Braun empfehlen.
Zu beachten ist weiterhin der Abschaltdruck der verwendeten Geräte (liegen zwischen 0,3 und 1,2 bar), hier ist häufig eine Umstelllung des Gerätes möglich, diese kann man nutzen!
Bei uns werden nur wenige Medikamente mittels Maschine über eine Verweilkanüle gegeben (Aggrastat, Nitro, evtl. Insulin, bis zur Anlage eines ZVK natürlich auch Katecholamine, wenn nötig). Die Einstichstelle wird steril bedeckt ohne zusätzlichen Verband, wenn das Verhalten des Patienten dieses zulässt, um jederzeit eine Kontrolle durch Sicht und Palpation zu ermöglichen. Der Patient wird gründlich informiert und aufgefordert, jede Veränderung (Schwellung, Druck, Schmerz) sofort zu melden.

liebe Grüße aus der blauweißen WM-Stadt

Uli :schal: