PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Holding Area



Anke
04.03.2005, 17:13
Hallo @all,

In unserem Haus soll eine Holding Area im Sinne eines 24 Std. Aufwachraumes installiert werden. Hier sollen Patienten sowohl präoperativ auf die OP vorbereitet, als auch postoperativ überwacht werden. Weiterhin sollen hier auch sechs bis acht Intermediate Care Betten integriert werden. Bis vor kurzem war mir der Begriff und der Sinn einer Holding Area völlig unbekannt, da ich jetzt in die Planung miteinbezogen bin habe ich folgende Fragen an euch:
Gibt es Kliniken, an denen eine Holding Area bereits etabliert ist, bzw. hat jemand von euch Erfahrungen damit?
Gibt es Literatur zu diesem Thema?

Ich freue mich auf eure zahlreichen Antworten

Anke

hobbit
04.03.2005, 19:36
hallo,
ich glaube die Universität in Tübingen macht soetwas, bin mir nicht sicher,..
Gruß
hobbit

R.Fischer
06.03.2005, 09:35
Liebe Kollgen!

Hast recht Hobbit, die Uni Tübingen hat (oder hatte früher zumindest) einen "Holding Room". Hat sich eigentlich dort auch recht gut bewährt. :mosh:
Kompetenter Ansprechpartner dort (hält auch Vorträge darüber): Reinhard Fesenmayer.Schönen Gruß von mir bei Kontakt.

Viele Grüße-
Rainer.

Ambu das Beuteltier
20.03.2005, 20:16
Leider gibt es zu dem Thema AWR und dessen personelle und räumliche Aufteilung nur wenig Literatur in der sich wirklich festgelegt wird.

Die Holding Area ist ne tolle Sache wenn die Ressourcen es hergeben das dort auch gearbeitet werden kann. Leider kenne ich es bisher so das die Patienten in den vorhandenen AWR bestell werden und dort z.B. präoperativ mitversorgt werden. Was die dabei so alles sehen und erleben lässt sich nicht immer steuern. Das ist für mich ein Grund das nicht so gut zu heissen.
Will sagen: in einen AWR gehören für mich keine wachen, nicht prämedizierten Patienten, schon des Persönlichkeitsschutzes der halb-narkotisierten postoperativen Patienten halber.

ansonsten geh doch mal auf die Seite des Bundes deutscher Anästhesisten
www.bda.de
und gib dort "Aufwachraum" in das Suchfeld ein, dort sind einige Dokumente zum download zu finden, vieleicht ist etwas dabei!

Gruß, T.

Anke
21.03.2005, 20:54
Hallo Rainer, Hobbit und Ambu,

danke für eure Antworten auf meine Anfrage,

über Tübingen habe ich bisher noch nichts rauskriegen können, der Tipp mit dem BDA war sehr interessant und aufschlußreich. Ich kann mir im Moment auch nicht wirklich vorstellen, wie das präoperativ für die Patienten sein soll, habe allerdings auch keine Ahnung von der Arbeit in einem Aufwachraum. Wenn ich neuere Info`s habe, bzw. das Ganze bei uns konkretere Formen annimmt werde ich mich noch mal melden. im Moment ist der aktuelle Stand der Dinge Folgender: auf einer noch umzubauenden Intensivstation mit derzeit 14 Betten sollen 18 Holding Area und 12 IMC Betten etabliert werden.

Gibt es noch Menschen mit praktischen Erfahrungen mit einer Holding Area?

Anke

fridolin
25.03.2005, 18:16
Hallo allerseits,
ein spannender Begriff: "Holding Area"
War mir neu.
Aber die Idee der Integration einer Intermediate Care in einen Aufwachraum hat für jeden Arbeitgeber ewas bestechendes. Geldsparen ist angesagt, Personalpooling ein neues Zauberwort, Zusammenfassung von ehemals auch sinnvoller Weise getrennten Abteilungen der neue Trend.
Der Patient: ist nur als "Melkkuh" (Zahler") interessant; der Mitarbeiter notwendiges Übel, Pflege können in Zukunft die Angehörigen machen.
Das geplante "Holding Area" paßt wunderbar in dieses Konzept. Wenn Ihr in der Lage seit, dies zu verhindern und Aufwachraum sowie Intermediate Care getrennt zu behalten, so tut es. :bravo:
Viele wache Grüße
fridolin

Ambu das Beuteltier
25.03.2005, 18:31
ich hatte bis jetzt unter einer "holding area" eher einen Art Warte- und Vorbereitungsraum für präoperative Versorgung der Patienten verstanden. Also zum PDK legen, Konsil-ZVK-Anlage, usw.
Gruß, T.

R.Fischer
26.03.2005, 09:55
Liebe Kollegen!

Genauso habe ich den Holding-Room auch kennegelernt.

Die Patienten kommen präoperativ dorthin, bekommen ihre Prämedikation, venösen Zugang, EKG-Kleber, PDK etc. und werden dann von dort aus in die Säle abgerufen.

Ich fand das Konzept überzeugend, die Wechselzeiten werden verkürzt, die Wartezeit auf Station entfällt und die prämedizierten Patienten werden engmaschig überwacht.

Doch, hat man die personellen Kapazitäten und die Räumlichkeiten- Empfehlung!! :mosh:

Viele Grüße aus dem sonnigen Schwaben und frohe Ostern-
Rainer.

Fluchtzwerg
22.10.2008, 12:03
Moinsen!

Ich wärme mal alten Kaffee auf, aber der schmeckt uns Pflegekräften ja eh am Besten, wenn er schon sämig ist.....:)

In meinem Heimathaus - Klinikum-Bremen-Nord - haben wir eine funktionierende Holding Area. Sie ist räumlich mit dem AWR verbunden und verfügt über 4 Patientenplätze. Bei 6 Sälen reicht das absolut. Wir betreiben die AWR/HA-Einheit mit 3 Kollegen von 7.45 bis max. 18.45.

Unsere Aufgaben in der HA:

nachdem die Patienten von den Kollegen im OP ihre Prämed auf Station angesagt bekommen haben, werden sie zu uns gebracht. Hier überprüfen wir als allererstes die Personalien, Nüchternheit, OP-Seite . . . also das ganze Programm.

Dann bekommen die Patienten einen I.V.-Zugang und die EKG-Klebchen.

Prewarming ist eine Möglichkeit hier, die leider an personellen Strukturen - und hiermit meine ich nicht Personalmangel! :wut: - oft scheitert.

PDK's, Plexen (seltener als die blaue Mauritius) und ZVK's für Patienten von den Stationen werden hier auch reingeschraubt.

Im großen und ganzen bin ich mit unserem Konzept sehr zufrieden. Wenn unsere liebe Ulla uns nicht immer wieder neue Striche durch die Rechnung machen würde, und uns in Unterzahl auflaufen lässt. Aber was stöhne ich, das kennt ihr alle ja auch selbst....:motz:

R.Fischer
05.11.2008, 10:02
Hallo Kollegen,

wir werden die "Holding- Area" bei uns jetzt auch einführen.
Es geht nicht nur um die Befindlichkeiten des OP- Programms (keine Wartezeiten auf Station, Femoraliskatheter legen, PDK's...) sondern auch um den Patienten:
lieber in Ruhe im Holding- Room vorbereitet werden als in der Hektik in der Einleitung, weil wieder einmal zu spät bestellt wurde, die Station nicht gleich Zeit hatte etc.
Ob es für die Patienten besser ist prämediziert im Zimmer zu liegen und dann ("schnell, schnell...") in den OP gebracht zu werden oder schon mal in einer geschützten Athmosphäre in aller Ruhe vorbereitet zu werden kann wohl jeder selbst beurteilen.
Wir haben bisher leider keine Räumlichkeiten dafür, so daß wir konsequent nur die zweiten Patienten in die Aufwachräume frühzeitig bestellen können und danach nur nach Rücksprache (ist ein Platz frei?), aber der Anfang ist getan.:jubel:

Gruß, Rainer

andreasuhl
17.11.2008, 14:17
Hallo Kollegen,

wir betreiben seit ca 5 Jahren eine präoperative Wartezone. Der Raum ist unmittelbar vor der OP-Schleuse.
3 Bettplätze, Arbeitspult, Narkosegerät.
Besetzt von 8:00 bis 14:00 Uhr, eine Pflegekraft Anästhesie und ein Zivi.

Die Patienten werden dort so zur Narkose vorbereitet wie in einem Einleitungsraum.

Wenn möglich werden dort auch subax. Plexusanästhesien oder andere regionale Verfahren durchgeführt.

Da die Patienten frühzeitig dort einbestellt werden verkürzt sich die Wartezeit im OP.

Viele Fragen die sonst im OP noch von den Patienten gestellt werden, fehlende Papiere etc. und andere den Ablauf verzögernde Faktoren können dort abgearbeitet werden.

Mit der richtigen, engagierten Pflegekraft ein echter Gewinn.

Gruß aus Hamburg

Andreas Uhl