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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hygiene-Skandal



ostfriesland
10.07.2010, 12:08
Moin,

Hygieneskandal an zwei Münchner Kliniken
An den städtischen Kliniken Bogenhausen und Neuperlach kann nicht mehr operiert werden - wegen mangelnder Hygiene. Oberbürgermeister Ude erstattet Anzeige. ...
Mehr dazu: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen/vermischtes/kaum-noch-operationen-moeglich-hygiene-skandal-an-zwei-muenchner-kliniken-1.972122
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/hygiene-skandal-verschmutzungen-mit-blossem-auge-zu-sehen-1.972200
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen/vermischtes/klinik-skandal-in-muenchen-saubere-skalpelle-dringend-gesucht-1.972938
http://www.merkur-online.de/lokales/nachrichten/klinik-skandal-zwei-weitere-manager-suspendiert-835703.html
Gruß

arnold kaltwasser
22.08.2010, 21:30
ein anderer,,,
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,713150,00.html
so long arnold

arnold kaltwasser
23.08.2010, 15:37
oder hier....
http://www.bibliomed.de/cps/rde/xchg/bibliomed/hs.xsl/90_19376.htm
so long arnold

fridolin
23.08.2010, 18:59
Hi, @all,
ich wage zu behaupten, dass die Kontamination von i.v. - applizierten Medikamenten (inklusive Infusionen und Perfusoren) an der Tagesordnung ist.
Tragisch ist es (für alle Beteiligten) wenn dadurch nachweislich ein Mensch zu Schaden oder gar Tode kommt...

Begründung:
Wer kennt es nicht: aus organisatorischen Gründen werden Infusionslösungen und Persusoren für eine ganze Schicht bei Schichtbeginn mit Zusätzen versehen und dann im Patientenzimmer gelagert...
Es werden Medikamente teilweise i.v. appliziert, die Reste werden ohne Datum und Uhrzeit neben dem Bett gelagert...
Die Hände werden zwischen zwei Tätigkeiten nicht desinfiziert - und schon gar nicht vor dem Wechsel von Infusionen...
Um Kurzinfusionen zu verabreichen werden die Ernährungslösungen von den Infusionssystem diskonnektiert und offen! ohne Abdeckung stehen gelassen, um sie nach der Kurzinfusion weiter zu verwenden...
(Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)
Ein Wunder nur, dass nicht mehr passiert.
Oder?
Ist es etwa so, dass ganz viele Patienten Schäden (oder gar versterben) davon tragen, die nicht als Schäden aufgrund von Hygienemängeln erkannt werden?
Viele liebe Grüße
fridolin

WomBat
23.08.2010, 20:00
Leider, Fridolin, Leider erscheint das in keiner Statistik.

Die Kette ist nur so stark wie das schwächste Glied. Und die Sparmaßnahemen bauen immer mehr schwacher Glieder ein.

Leidtragende sind Patienten (und deren Angehörige).

Ich wünsche mir mehr starke Glieder in der Kette und eine Fehlerkultur die präventiv arbeitet, die mit Fehler offensiv umgeht und rasch Abhilfe schafft.

WomBat, träumt Träume

martin.jentzsch
23.08.2010, 21:14
Hallo,

ich arbeite an der Universitätsmedizin Mainz, allerdings auf AnInt, wir haben verschiedene Medikamente die in der Apotheke selbst hergestellt werden.
KCL, Agatroban usw. bisher sind mir keine Probleme bekannt geworden.
Ich bin gespannt, ob sich nun etwas ändert.
Nur die Corporate Identity "Unser Wissen für ihre Gesundheit" ist jetzt für den Popo.....

LG Martin

Dave
24.08.2010, 10:23
Jetzt schreit die Regierung nach Vorschriften..., wieder ohne Sinn und Verstand! Jeder der in der KLinik arbeitet, weiss doch über die Wichtigkeit der Hygiene Bescheid. (Naja, Chefärzte und Chirurgen lassen wir mal außen vor ;) )
Evtl. überlegen sie sich ja mal, einen Stellenschlüssel zu etablieren, der auch genügend Zeit lässt sich nach JEDEM Patientenkontakt die Hände zu desinfizieren bzw. zu waschen!

arnold kaltwasser
24.08.2010, 14:25
siehe auch:
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,713264,00.html
und weiter aktuell:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,713515,00.html

so long arnold

arnold kaltwasser
24.08.2010, 15:13
bin mal gespannt wann der Zusammenhang (Hygiene/Stellen) in der Politik thematisiert wird?!!
http://www.bibliomed.de/cps/rde/xchg/bibliomed/hs.xsl/90_19382.htm
so long arnold

fridolin
24.08.2010, 16:48
Sorry, Arnold.
Dein Link betrifft leider nur wieder einmal reine Medizinerintressen.
Hier aber sind alle in der Kette am Patienten tätigen Menschen zu schulen, sonst sind Mängel (siehe MRSA) nicht zu beseitigen.
Natürlich stimmt es, dass Mediziner in Punkto Hygiene Therapieresistent sind, aber auch Pflege benötigt Zeit und ebenso wie die Mediziner mehr Kontrolle ohne böse Worte vor Ort, um die Hygiene zu verbessern. Das kostet natürlich...

Das eigentlich Schlimme an dem Fall aus Mainz ist, dass nun schon der Staatsanwalt seine Daseinsberechtigung im Ermitteln und Anklagen sieht...
Ist doch ein Fehler in der Regel aus der Verknüpfung von vielen, einzelnen unglücklichen Umständen entstanden und somit in der Regel keiner Einzelperson zu zuordnen.
Hier muss zwingend ein funktionierendes Fehlermanagement eingeführt werden, und zwar bundesweit das gleiche System vollkommen identisch und ohne Einzelpersonen zu nennen bzw. zu bestrafen.
Viele liebe Grüße
fridolin

WomBat
24.08.2010, 18:40
Ich kann mir die Trauer der Eltern nicht ganz vorstellen, es muss noch viel mehr Wehtun nach dem Wissen, dass es kontaminierte Infusionslösungen waren woran die Säuglinge starben.

Schade, dass Hygiene im Alltag ganz oft in den Hintergrund gerät – aus vielen Gründen, die uns allen bekannt sind.

Mich erschreckt die Tatsache, dass wir die Gefahren schon lange, lange kennen, dass es aber immer noch keine wirkungsvolle Durchsetzung der Hygieneregeln gibt.

Der „Teamgedanke“ (richtige Teams, keine Pseudo-Teams) könnte hilfreich sein: ein Operateur wird während der OP „unsteril“ (warum auch immer), dann muss es zur Normalität gehören, dass die Instrumentierende OP Schwester dass nicht nur sagen darf, sondern dass der dann wirklich einen Handschuh-Wechsel macht. Jemand „vergisst“ die Händehygiene: normal müsste sein, dass andere des Teams ihn freundlich darauf aufmerksam machen (auch Patienten können das tun) und dass zu einer Händedesinfektion führt. Punkt.

Am meisten stört mich der lockere Umgang damit, das giftige Lächeln, das nicht-Ernst-genommen werden (als sei man ein sonderliches Blümchen dass die Praxis und ihre Hektik einfach nicht versteht). Wie kommt es, dass fachlich gut vorbereitetes Personal (Ärzte, Pflegende, Physios usw.) genauestens über Hygiene Bescheid wissen, im Alltag jedoch locker darüber hinweg arbeiten? Wie kam es zu dieser (mir scheint recht weitverbreitete) Einstellung? Wo sind diejenigen, die ernsthaft sagen: Hey, so geht das nicht! Mache mal Deine Hände sauber! Hey, so wirst Du nicht den Katheter legen, Hey, Stopp! Mach’s das richtig oder lass’ jemand dran, der’s richtig kann.

Nein, ich bin kein Kontroll-Freak, aber im Angesicht von Toten oder sonst wie geschädigten Menschen, denkn ich, dass mehr Führung in Hygiene dringend nötig ist. Die pflegerische Ltg. muss mal den Mund aufmachen, der Stationsarzt, der Chefarzt, die ausgebildete Krankenschwester usw. Und wenn wir es nicht auf die Reihe kriegen, dann müssen die Patienten uns fragen: „Haben Sie ihre Hände desinfiziert?“ Im Zweifelsfall müssen Sie uns sagen, wir sollen unsere Hände desinfizieren oder uns nicht dran lassen. Das wäre eine ganz andere Kultur. Keine Ausreden. Nur Handeln. Und zwar hygienisch.

Und endlich das Ende der Ära der sog. „sterilen Chefärzten“, die jede Hygieneregel lächelnd missachten dürfen, nur weil sie die Macht dazu haben und keiner sich traut sie in die Schranken zu weisen.

http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article9174468/Babytod-loest-Hygiene-Debatte-in-Deutschland-aus.html

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,713538,00.html

WomBat, traurig wegen den kleinen Menschen

PS Fridolin, etwas Positives fällt mir doch noch ein. Bei den Tausenden von Infusionen, Injektionen die täglich verarbeicht werden, die auch direkt auf der Intensivstation oder in der Anästhesie vorbereitet werden, scheint es dennoch größtensteils hygienisch zuzugehen. Und das machen wir Pflegende.

arnold kaltwasser
25.08.2010, 13:58
wahrscheinlich war meine Ironie zu feinsinnig...
Mir geht es darum:
Hygiene funktioniert nur bei ausreichendem Personal!
so long arnold

Monty
25.08.2010, 14:18
"Zeitdruck und Personaleinsparungen verschlechtern die Situation. Eine gründliche Händedesinketion dauert 30 Sekunden. Was kurz wirkt, wird zum Zeitproblem, wenn es wiederholt ausgeführt werden und in Pflegepläne eingepasst werden muss, in denen alle Handlungen minutengenau getaktet sind. "Wenn Hygieniker dann von Pflegern verlangen, dass sie sich nun nicht nur zehn Mal, sondern zwanzig Mal pro Stunde die Hände desinfizieren sollen, kommen sie bereits in Zeitnot"
http://www.sueddeutsche.de/wissen/hygiene-in-krankenhaeusern-im-griff-der-keime-1.991283
http://www.sueddeutsche.de/politik/hygiene-im-krankenhaus-kein-luxus-sondern-pflicht-1.991991

Kann mal einer die Rechnung nicht über die Häufigkeit der Desinfektionsmaßnahmen machen, sondern über die Zahl der Patientenwechsel einer Pflegekraft. Weniger Patientenwechsel unter Zeitdruck, weniger nötige Händedesinfektionen? Heißt das auch weniger Patienten oder mehr Personal, wenn die Gleichung aufgehen soll?

:confused: Monty

fridolin
25.08.2010, 17:51
@Wombat,

Am meisten stört mich der lockere Umgang damit, das giftige Lächeln, das nicht-Ernst-genommen werden (als sei man ein sonderliches Blümchen dass die Praxis und ihre Hektik einfach nicht versteht). Wie kommt es, dass fachlich gut vorbereitetes Personal (Ärzte, Pflegende, Physios usw.) genauestens über Hygiene Bescheid wissen, im Alltag jedoch locker darüber hinweg arbeiten? Wie kam es zu dieser (mir scheint recht weitverbreitete) Einstellung? Wo sind diejenigen, die ernsthaft sagen: Hey, so geht das nicht! Mache mal Deine Hände sauber! Hey, so wirst Du nicht den Katheter legen, Hey, Stopp! Mach’s das richtig oder lass’ jemand dran, der’s richtig kann.
Eben!

Und: wenn es etwa etwas positives ist, dass bei vielen tausend Infusionen und Injektionen die negativen Folgen nicht erkannt werden (wir Menschen sind doch unheimlich zäh...), na dann sind wir weit gekommen...
(Sorry, ich wollt`nicht so böse sein...)

@Arnold, @Monty,
Eben! Hygiene definiert sich zum Teil auch als Zeit- oder vermeintlichen Zeitproblem.

Warum aber in aller Herrgottsnamen funktioniert die Hygiene denn auch nicht, wenn kein Arbeitsdruck und Zeit ist?

Wer kann mir das denn einmal einleuchtend erklären?
Ein Mangel an Wissen?

rettungsmaus
25.08.2010, 20:58
Warum aber in aller Herrgottsnamen funktioniert die Hygiene denn auch nicht, wenn kein Arbeitsdruck und Zeit ist?

Wer kann mit das denn einmal einleuchtend erklären?
Ein Mangel an Wissen?

Ich glaube ganz ehrlich, dass es im großen Maße Bequemlichkeit ist. Es geht doch viel schneller "mal eben schnell beim Lagern helfen usw...." wenn keine Händedesinfektion statt findet. Der zweite Grund wird Gedankenlosigkeit sein. Auch hier "mal eben schnell..."

Ich glaube, da sollten wir uns nichts vormachen. :(
Da brauchen wir keine neuen Gesetze sondern ein Umdenken im großen Stil. Hier geht es um Verantwortung übernehmen und nicht einfach "mal eben schnell....":(

Nix desto trotz spielt natürlich auch die Hektik ect. und demnach auch die Personalentwicklung eine große Rolle.
Die größten Schmierfinken sind allerdings bei uns eindeutig unsere ärztlichen Kollegen bei der Visite ect.

Gruß
Heike

WomBat
25.08.2010, 21:00
Bayern zum Thema Mainz:
http://www.bild.de/BILD/regional/muenchen/dpa/2010/08/25/bayern-fordert-schaerfere-hygieneregeln.html

in Opposition zu anderen Meinungen, siehe z.B. Marburger Bund usw.

Mal sehen wie die Diskussion weiter geht.

Es gibt Unfälle, und es gibt Schlampigkeit. Die auseinanderzuhalten ist recht schwer.

Zeitfaktor: spielt eine Rolle, aber nicht immer. Ich habe irgendwo eine Studie gesehen, die sich mit den benötigten Zeiten für Händedesinfektion auf Intensiv beschäftigt hat. Finde es jetzt nicht gerade, ist auch schon eine Weile her.

WomBat

Hermelin
25.08.2010, 21:22
Liebe Kollegen,
den Gedanken von Arnold und die Links sind doch völlig richtig.
Sich hier zu äußern "es wären nur die Interessen der Mediziner" ist etwas
oberflächlich. Anscheinend sind die Mediziner nur besser und globaler organisiert um sofort in den Medien zu sein.

Und was mich wundert, das keiner die schon bestehenden Regeln anspricht.

Vom RKI und aktueller der CDC gibt es klare Grundregeln. (z.B.Standrad Hygiene Maßnahmen und Vermeidung Katheter assoziierter Infektionen etc.) Diese werden aber nicht Bundeseinheitlich im Sinne einer freiwilligen Selbstkontrolle akzeptiert, sondern es wird immer nach dem "Ja, aber.." gefragt. Aus meiner Unterrichttätigkeit weiß ich, das häufiger das Argument kommt: Das ist realitätsfremd, dafür haben wir nicht genug Personal, ich würde ja, aber es geht nicht weil…. etc. und das bei ganz leichten Sachen.

z.B. ist es bei uns Standard alle Medikament streng Patienten bezogen vorzubereiten. (Nicht einer macht schon mal für die Kollegen).

Oder: NaCl, als Spüli und Trägerlösung bedeutet eine Flasche pro Patient. Und nicht eine für zwei oder drei oder mehr.

Jedes Mal wenn Propofol gewechselt wird, dann immer mit ganzer Leitung und mit Mehrwegehahn. Das gleiche für Fett. max. Laufzeit 12 Stunden.

Und diese einfachen Sachen werden immer hinterfragt. (Muss das, können es nicht mal 7 Stunden sein, wenn mein Kollege nicht aufziehen darf, dann darf ich auch die laufenden Spritzen nicht übernehmen use, usw, usw.

Oder: Mo – Fr werden die Ernährung und die Chemo aus der Apotheke geliefert. Sa-So müssen wir das machen, weil sonst die Patienten nicht versorgt werden.

Ich glaube, dass wir klare verbindliche Regeln brauchen. Diese müssen aber auch überprüft und ggf. sanktioniert werden.

Ferner benötigen wir, gerade in der Intensivpflege, mehr Fachpflegekräfte und einen Patienten schlüssel der nicht über 1:2 liegen darf! Mehr ist dilettantisch und Improvisation.

Und wir müssen uns endlich über unsere Tätigkeiten, unsere Fachlichkeit und unsere Spezifikationen definieren und nicht darüber was nicht „unsere Job“ ist.

Abschließend möchte ich klar betonen, das es zu tiefst erschütternd ist das so kleine Menschen, die noch alles vor sich hatten betroffen sind. Aber leider sind jetzt erst die Medien erwacht. Die tausenden Todesfälle vermeidbarer nosokomialer Infektionen jedes Jahr sind nicht ausreichend gewesen um öffentliches Gehör zu finden.

Mein Mitgefühl den Eltern - meine Hoffnung der Zukunft und vor allem der Tatsache das wir lernen Probleme mit dem geistigen Auge zu sehen.

Hermelin

fridolin
26.08.2010, 09:34
Lieber Hermelin,
was genau meinst Du, wenn Du schreibst:
Und wir müssen uns endlich über unsere Tätigkeiten, unsere Fachlichkeit und unsere Spezifikationen definieren und nicht darüber was nicht „unsere Job“ ist.Unser "Job" ist doch eben genau eine hohe Fachlichkeit, gepaart mit Spezialwissen und einer hohem empathischen Fähigkeit. Oder??
Viele liebe Grüße
fridolin

WomBat
26.08.2010, 18:14
How much time is needed for hand hygiene in intensive care? A prospective trained observer study of rates of contact between healthcare workers and intensive care patients, McArdle et al, 2006
“One hundred percent hand hygiene compliance by all healthcare workers would require about 230 min/patient/day”

Bei perfekter Händehygiene würden 230 Minuten / pro Patient / pro Tag nötig sein (alle Mitarbeiter); d.h. fast 4 Std/Patient/Tag
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16406198

2,5 Std./Schicht braucht eine Intensivschwester für Händehygiene lt. diesem Artikel; d.h. 7,5 Std
http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2008/08/01/AR2008080102591.html

18 min. pro Std. in einer Schicht, dabei 7x Händedesinfektion a 20 sek.; d.h. 7,2 Std/Tag
http://www.cec.health.nsw.gov.au/files/clean-hands/resources/alcohol-hand-rub.pdf

Personalreduktion und nosokomiale Infektionen, 1997Didier Pittet, Genf; Hansjakob Furrer, Bern
http://www.chuv.ch/swiss-noso/d41a1.htm

fridolin
26.08.2010, 19:03
Danke, WomBat!
Super gut aufgearbeitet, sehr gute Recherche.
Leider ein Artikel aus dem deutschsprachigem Raum (Schweiz).
Wird das Thema hier etwa (absichtlich) verschwiegen?
Fakt ist, eine gute Hygiene kostet - vor Allem Personal (=Zeit).
Aber seien wir doch einmal ehrlich: ist es nicht auch oft die Zeit, die wir in "der Ecke" stehen und quatschen - mit dem Patienten, den Angehörigen, anderen Berufsgruppen - der eigenen Berufsgruppe?
Effizient eingesetzt ist es gerade diese Zeit, in der eine gute Händedesinfektion ohne Mehrbelastung möglich wäre - es wäre unheimlich viel an Patientensicherheit gewonnen (und mit Sicherheit auch an Kosten gespart) - es muss nur erst einmal in die Köpfe... und genau das ist das Problem aus meiner Sicht.
Viele liebe Grüße
fridolin

arnold kaltwasser
26.08.2010, 21:16
und noch ein interessanter VortragzumThema:
http://www.lagus.mv-regierung.de/land-mv/LAGuS_prod/LAGuS/Gesundheit/Weiterbildungs-veranstaltungen/Downloads_der_Vortraege/Fortbildungsveranstaltung_fuer_Hygienebeauftragte_ Aerzte_PflegedienstleitungHygienefachkraefte_der_K rankenhaeuser_und_Rehakliniken_M-V_am_07.07.2010_in_Guestrow/Haendehygiene-Guestrow-7-7-2010.ppt-Internetversion.pdf
so long arnold

martin.jentzsch
27.08.2010, 16:50
Hallo,


hier die Entlastung, sicherlich fällt unserem Vorstand ein Stein vom Herzen.

http://www.unimedizin-mainz.de/presse/pressemitteilungen/aktuelle-mitteilungen/newsdetail/article//hohe-keimzah.html?no_cache=1&cHash=9e88c22a47ab14023fbfcf8ffb82ab5b

LG Martin Jentzsch

WomBat
08.09.2010, 00:50
Es ist so ruhig geworden.

Als wäre Nichts passiert.

WomBat :confused:

arnold kaltwasser
08.09.2010, 18:03
ganz so schlimm ist es nicht...
http://www.bibliomed.de/cps/rde/xchg/bibliomed/hs.xsl/90_19473.htm
so long arnold

ostfriesland
17.01.2011, 18:15
Und wieder gibt's einen:

Klinikum Fulda
Ermittlungen nach Hygiene-Skandal Erst Salmonellen, dann Legionellen, jetzt verschmutztes OP-Besteck ...
siehe: http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=36094&key=standard_document_40605733
Gruß

WomBat
17.01.2011, 23:11
Persönliche Hygiene Schau und Rückschau: Wann werden Hygiene Prinzipien missachtet?

OP – OP Frequenz riesengroß, kein QM, keine interdiszi Kommunikation. Ein OA stellt sich an eine OP Tafel und schreibt und schreibt (seine Zwänge von den gemachten Termine aus der Ambulanz sind mir nicht bekannt – es gibt ja keine Info, keine Absprachen, kein Mit-Denk-Recht). Das Programm läuft und läuft. Dazwischen ein infektiöser Pat. Die ltd. OP Sr. Motzt (sie erklärt, sie begründet, sie kämpft). Sie verliert. Order Mufti setzt sich durch. Keine Zeit zur ordentlichen Reinigung des Saals, keine Zeit zur ordentlichen Desinfektion. Das Programm läuft und läuft weiter und weiter. Noch Fragen? Ach, der 95ig Jährige Diabetikerin? Wiese steht die am Ende und kein Ende absehbar? Hoffentlich denkt jemand an den Zucker. Keiner denkt jetzt an Hygiene. Nur noch an Zucker.

Stationäre Pflege – Zu viele Patienten und zu wenig Pflegepersonal. Patienten mit dringenden Notwendigkeiten, Patienten mit menschlichen Bedürfnissen Telefone klingeln, weitere Forderungen und Anforderungen. Das Labor will, Rö. braucht, Dr. sucht Akte, Angehörige will Info, Pat. klingelt, Tel. klinget weiter, Material und Apotheke noch nicht geschrieben, Mein Gott, eine stupide Injektion, weit und breit kein Desinfekt. Spender. Was macht die Sr.? Drei mal darfst Du raten.

Intensivstation: 7-8 Patienten, 2 junge, motivierte Pflegende, eine Hilfskraft. Beide Pflegende trotzdem noch keine 2 Jahre Erfahrung. (Wer hat die Schicht so besetzt? Unter welchen Zwängen stand die/der? Wer kontrolliert und sagt: So geht das nicht? Niemand.) 6 stabil, aber überwachungs- und pflegebedürftig. Einer muss reaninimiert werden. Die jungen Wilden können das und tun das, Cortisol oberkante Augenbrauen. Sie kriegen es hin. Nächster blutet, die ganze Schose (buchstabierung?). Von Arzt-Info, Diagnostik bis Transfusion und OP-Vorbereitung. Antibiose für 4 schon viel zu spät, geht auch nicht, noch schnell eine CT-Fahrt, keine VW’s, keine Pflegemaßnahmen, angeordnetes CPAP (Oh Mist, packe ich das noch? So zwischen dem Wechsel der Infusionsflaschen, mist, Perfusor leer und klemmt. Wieso, verdammt, tutet die Evita da drüben? Mal schauen, OK, Fehlalarm, Entspann). So, und jetzt noch schnell die i.v. Medikamente. Mist, Desinfektion leer. OA steht in der Tür und brüllt. Und Zack, die Injektion in den ZVK ist drin. Die Desinfekt-Flasche immer noch leer.

Wer wundert sich da noch?

Nicht falsch verstehen, ich bin für Hygiene. Aber nicht jede/jeder da draußen ist so stark, dass sie/er die ganze Stress-Kiste auch noch mit der letzten Händedesinfektion hinkriegt. Schon gar nicht wenn das Labor haben will, das CT zum 3. mal gemault hat (wo bleibt ihr denn?), der BTM Schlüssel verschwunden ist (Mist, hier in meiner Kitteltasche ist er doch!) Mist, Mist, Mist.

Ähhhh, die Ablösung. Hechel, Hechel. Was hast Du gesagt? Händedesinfektion?

WomBat, Satire PRO Hygiene.
Es muss auch irgendwie passen und machbar sein. Auch für Anfänger, totale gestresste alte Hasen und was sonst noch so da rumläuft. Auch Ärzte (die müssen für sich selbst sprechen), auch das Labor, die Physios, die Rö/CT Menschen usw. und alle anderen mit dreckigen Händen.

PS und über den Steri sage ich heute Nichts. (Qualifikation, Personalzahlen usw.)

PS nochmal: Danke Ostfriesland!

fridolin
18.01.2011, 16:59
Wer wundert sich da noch?

ICH!
Nämlich darüber, dass nicht viel mehr passiert.
Lt. WomBat müsste JEDER Krankenhauspatient an einer Infektion sterben - tun sie aber nicht. Ein Wunder? Oder etwa nur schweinisch viel Glück? Wer weiß...
Viele liebe Grüße
fridolin

P.S.: Der Mensch an sich ist eben doch ein extrem zähes Wesen...

WomBat
18.01.2011, 22:36
Ganz so schlimm habe ich das nicht gemeint, Fridolin. Wollte auf die kleinen Auslasser aufmerksam machen, vor allem die Auslasser, bei denen nicht alle wirklich eine Chance haben so zu handeln, wie es ein Papst tun würde. :D

Die Zahlen (oder nicht vorhandenen Zahlen) sprechen für sich :( .
Wie viele leiden an nosokomialen Infektionen in unseren Land? Wie viele müssen ihr Leben dafür hergeben? Das sind keine „Peanuts“. Es ist wie ein Krieg. Nur verdeckt, versteckt, unheimlich.

Und die, die gesund bleiben? Gute Frage. Habe schon vor vielen Jahren gedacht: Der Mensch muss verdammt gesund sein, um einen stationären Aufenthalt zu überleben.

WomBat, Get your desinfektion or ask your friendly department of hygiene how to get it

arnold kaltwasser
25.02.2011, 09:57
Hygiene Mängel gibt es überall:
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,747631,00.html
so long arnold

fridolin
25.02.2011, 15:40
Lieber Arnold,
wie ungewöhnlich - dieser Link von Dir.
Sprechen wir hier doch über Deutschland und über unsere Verhältnisse - und eben DIESE sind verbesserungswürdig im Hinblick auf die Hygiene.
Natürlich ist dies ein weltweites Problem - in den weniger finanziell gut gestellten Staaten ist es viel größer als bei uns (btw: die USA haben vor MRSA kapituliert...).
Weiterhin bin ich der Meinung, dass das Hygiene-Problem bei uns relativ einfach zu beseitigen wäre - wenn wirklich JEDER sich an die Regeln halten würde...
Viele liebe Grüße
fridolin

Hermelin
27.02.2011, 21:41
Weiterhin bin ich der Meinung, dass das Hygiene-Problem bei uns relativ einfach zu beseitigen wäre - wenn wirklich JEDER sich an die Regeln halten würde...
Viele liebe Grüße
fridolin

Aber, wenn sich „Alle“ an die Regeln halten und Keiner Fehler macht, bräuchten wir keine Gesetzte und Kontrollen.

100% geht nicht - schon gar nicht, wenn sich „Alle“ immer nur an die eigene Nase fassen sollen.

Was wir brauchen ist ein kollektives Bewusstsein für die Sache und die Umsetzung.
Sowie eine kollektive Bewusstseinsveränderung hin zu einer Kultur in der über Fehler und Mängel offen gesprochen wird und in der ich jeden Kollegen hierauf hinweisen kann und darf, ohne dass dieser sich persönlich denunziert fühlt. Und die Kollegen mich natürlich auch.

ostfriesland
08.08.2011, 11:17
Moin,

Nach Hygiene-Skandal: Klinikum Fulda hat neue Zentralsterilisation
FULDA (dpa). Ohne großes Aufsehen hat das Klinikum Fulda am 25. Juli seine neue Zentralsterilisation in Betrieb genommen. Vorausgegangen war ein Hygiene-Skandal um verunreinigtes OP-Besteck. Der Skandal kostet viel Geld: Das Klinikum rechnet mit Gesamtkosten von zehn Millionen Euro. ...
siehe hier: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/default.aspx?sid=665108
Gruß

Pericardinchen
14.08.2011, 11:51
...und es gibt sehr viele Kliniken in Deutschland, die ich leider auch kenne...die Hygienerichtlinien als zu teuer ansehen oder sich eben überhaupt nicht daran halten.
Es gibt Schimmel, alte Topfspülen (die nicht mehr gescheit aufheizen) und es gibt Überschwemmungen. Ebenso gibt es Probleme über das ganze Jahr mit Infektionen (nicht genügend Wäscheabwürfe für die Stationen im peripheren - und ebenso Intensivbereich). Oft gibt es in KTQ- zertifizierten + rezertifzierten Häusern noch sehr viele Hygienemängel, die ich ebenso wenig nachvollziehen kann- genauso wie, dass diese Häuser überhaupt durch die Zertifizierung gekommen sind.

Die Klinikbetreiber müssen umdenken und vorallem nicht so kurzfristig denken. Denn Hygienemangel ist teurer, als sich an die Hygienerichtlinien zu halten. Die Empfehlungen des RKI sind doch glasklar. Also wieso nicht das Geld für eine adäquate Hygiene im Krankenhaus ausgeben ? Um dann die höheren Kosten in Kauf zu nehmen? Das ist eine kluge Entscheidung und wird das Vertrauen in das Gesundheitswesen garantiert steigern.:wut: Herzlichen Glückwunsch. Wow....was für eine verkehrte Welt.

fridolin
14.08.2011, 12:57
Liebe Pericardienchen,

Die Empfehlungen des RKI sind doch glasklar.Das ist durchaus richtig. Nur fängt Hygiene nicht eben nur bei den Arbeitgebern und den von Ihnen geschaffenen Arbeitsbedingungen an, sondern im Kopf der Arbeitnehmer, hier insbesondere Pflegepersonal und Ärzteschaft.
Wenn das nicht klappt, nützen auch verbesserte Arbeits- Umfeldbedingungen nichts.
Leider.

Einer meiner Standardsprüche: "Desinfizier` Dir die Flosse, Genosse!" ;)

Mittlerweile wissen meine Schülerinnen und Schüler genau, dass ich auf Hygiene viel wert lege.
Leider aber werden sie von meinen KollegInnen oft bei Hygienefragen mit den Worten: "Frag`lieber "fridolin" oder "...weiß ich auch nicht..." abgespeist.
Und das auf einer ITS! :wut:

Viele liebe Grüße
fridolin

WomBat
14.08.2011, 23:29
Was ist nur mit uns los? Warum interessiert sich "oben" für Hygiene nur wenig (oder nur auf Druck wenn mal selbst in der Presse)? Warum sind MA hier so renitent? Wir wissen doch alle, wo es hinführt....

Die Sprüche "brauche keine Händedesinfektion, Pat. hat doch Antibiose",
"Ärzte sind von Haus aus steril, die brauchen das nicht", und dann noch vom Po an den ZVK "wieso, ist doch derselbe Pat.?"

Was ist nur los, das Basis-Hygiene so ein Unthema ist?
Die Pest is vorbei, dafür haben wir die Resistenten, von MRSA bis....

WomBat, kann man da noch Patient sein?

PS stell Dir ein Familienmitglied vor mit MRSA im Gelenk....oder sonstwo...das kein doch niemand wollen....

zauberin
22.08.2011, 00:40
Wow, die Sprüche sind ja gut...
Ich bekomme immer wieder zu hören "so oft sitze ich doch gar nicht im Bett des Patienten" OH DOCH, SCHON WIEDER!!! :motz:
Oder "das bett ist doch frisch bezogen"

Und dann tagelang mit der gleichen Hose, dem gleichen, schmutzigen Kittel unterwegs, die Ärzte der Nation. EKELIG :vomitus:


Andere Frage:
Habt ihr Erfahrungen mit Acinetobacter baumanii?
Wir hatten am Wocheende den ersten Patienten damit, multiresistent zumindest.
Wie ist die Abschlussdesinfektion? Wir haben unseren Haushygieniker nicht erreicht am Wochenende. Müssen das morgen früh alles klären.
Was sind eure Erfahrungen? Wenn man dem Internet glauben darf, ist das unter Umständen ganz schön dramatisch. Hat wohl schon ganze STationen lahm gelegt.

Liebe Grüße

Pericardinchen
22.08.2011, 22:29
http://de.wikipedia.org/wiki/Acinetobacter

bpdl
23.08.2011, 13:23
Aus dem ersten Google-Treffer:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/article/609483/acinetobacter-baumanii-diesem-keim-klinik-feuer-unterm-dach.html



So wurde A. baumanii an der MHH eliminiert

...
Reduktion der Patienten pro Pflegekraft auf ein Verhältnis von 1 : 1

arnold kaltwasser
24.08.2011, 10:45
Reduktion der Patienten pro Pflegekraft auf ein Verhältnis von 1 : 1

jetzt wäre interessant ob die Reduktion dann wieder zurückgenommen worden ist?
so long arnold

arnold kaltwasser
25.11.2011, 15:30
und es gibt es auch wo anders...
http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/recht/article/680774/orthopaede-schweigt-prozessauftakt.html?sh=7&h=1129134468
arnold

Pericardinchen
07.12.2011, 20:45
...da fällt mir noch ein: Vorallem gibt nicht genügend Desinfektionsspender in Deutschlands Kliniken.
Das ist mir nicht nur als Festangestellte aufgefallen, sondern auch als Freiberuflerin. Da liegt sozusagen der Hund begraben...oft ...meistens...immer;)

arnold kaltwasser
11.01.2012, 16:07
http://www.divi-org.de/fileadmin/pdfs/Presse/20111110_Pflege_Fachkompetenz.pdf
interessant oder?
arnold

fridolin
11.01.2012, 17:35
Und wenn es
...genügend Desinfektionsspender in Deutschlands Kliniken...gibt, dann sind sie an den falschen Stellen angebracht!
Viele liebe Grüße
fridolin

fridolin
11.01.2012, 17:44
@arnold,
tja, wenn ich mir so ansehen, wie meine Fachweitergebildeten KollegInnen "herumsauen" in Punto Hygiene (Hand-; Infusions-),
na dann:vomitus:
Es geht nur über eine fortlaufende Qualifikation der Pflegenden vor Ort, d.h. speziell geschulte KollegInnen (z.B. PA`s) schauen während der Arbeit den KollegInnen zu und machen Verbesserungsvorschläge.
Nur so ist meines Erachtens nach dauerhaft eine nachhaltige Qualitätssteigerung zu erreichen.
Ist ja ansatzweise bei der DIVI - Stellungnahme vorhanden.
Viele liebe Grüße
fridolin

WomBat
11.01.2012, 19:46
Fridolin, arbeitest Du bei uns? :D

WomBat

fridolin
11.01.2012, 20:08
@WomBat,
wo ist den bei uns?

Vielleicht verrate ich Dir es ja...

Ich glaube aber, unsere Heimathäfen dürften weit entfernt liegen.

Wenn dem so ist, ist es ein Zeichen, dass die Probleme überall gleich bzw. ähnlich sind - - - - - - - - - - - - - - - - -- - - - - - - - - - - - - -
- - - - - - - - - - - - - > und dies sollte uns gemeinsam Auftrieb geben, effiziente Lösungen zu finden und gegebenenfalls zu implementieren.

Viele liebe Grüße
der saubere
fridolin

WomBat
11.01.2012, 21:50
Wenn dem so ist, ist es ein Zeichen, dass die Probleme überall gleich bzw. ähnlich sind - - - - - - - - - - - - - - - - -- - - - - - - - - - - - - -
- - - - - - - - - - - - - > und dies sollte uns gemeinsam Auftrieb geben, effiziente Lösungen zu finden und gegebenenfalls zu implementieren.

Bin völlig Deiner Meinung. Allerdings kann ich die Vorgänge in anderen Kliniken nicht beurteilen. Dazu muss irgendjemand Einblick haben und...es veröffentlichen, dass tut aber niemand (gern).

Versagt die Selbstkontrolle? Oder gab es die nie? CIRS Systeme befassen sich selten damit.

WomBat

arnold kaltwasser
23.01.2012, 14:53
und es geht leider weiter:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,810776,00.html
arnold

fridolin
23.01.2012, 15:33
Die tagtäglichen kleine Hygieneskandale werde (leider) nicht aufgedeckt und wenn wir Glück haben, mit Erde zugedeckt...

Im täglichen Leben ist die Verletzung von Hygienestandards aus arbeitsablauf-technischen Gründen leider Alltag.
(Beispiele: es werde für eine ganze Schicht zu Beginn die Perfusorspritzen aufgezogen vorbereitet, es werden die für den gesamten OP-TAg benötigten Standardmedikamente morgens vor OP-Beginn aufgezogen - ...armer Patient am Nachmittag...)
Und: es wird konsequent die Händedesinfektion "vergessen"....
Nun: es kann immer einmal eine Verletzung von Hygienerichtlinien geben, dass darf aber nie Absicht sein um die Arbeit besser planen zu können!
Viele liebe Grüße
der hoffentlich immer desinfizierte
fridolin

Elisabeth
23.01.2012, 17:46
Frühchenstation in Stade
Sechs Babys mit multiresistenten Keimen infiziert

Sechs Säuglinge in einem Krankenhaus in Stade haben sich mit einem Darmkeim infiziert. Die Babys sind offenbar nicht erkrankt - und bereits von anderen Kindern isoliert worden.
...
http://www.sueddeutsche.de/panorama/fruehchenstation-in-stade-sechs-babys-mit-multiresistenten-keimen-infiziert-1.1265269

Rätselhafte Virusinfektionen im Krankenhaus

In der Uniklinik Heidelberg haben sich 19 Menschen mit dem RS-Erkältungsvirus infiziert. Drei Leukämie-Patienten starben. Experten suchen nun nach einer Erklärung für die rätselhafte Häufung von Infektionen.
...
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/heidelberg-raetselhafte-virusinfektionen-im-krankenhaus-11620502.html
Wie kommt Keim von A nach B? Legen wir zuviel wert auf die, eigentlich selbstverständlich sein sollende, Händehygiene und vergessen dabei die anderen Wege?

Elisabeth

arnold kaltwasser
17.02.2012, 08:34
zur info:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,815728,00.html
arnold

ostfriesland
24.02.2012, 08:21
Moin,
betrifft den Hygieneskandal in Fulda - das letzte Verfahren ist eingestellt worden. Siehe: http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/nach-hygiene-skandal-letztes-verfahren-am-klinikum-fulda-eingestellt-11659668.html
Gruß

arnold kaltwasser
29.02.2012, 13:10
mmhh
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,818373,00.html
arnold

fridolin
29.02.2012, 20:39
Fazit: Geschäftsführer und Neonaten leben gefährlich... :-o
Viele liebe Grüße
fridolin

arnold kaltwasser
30.03.2012, 16:37
aber auch andere:
http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/recht/article/809388/ueble-hygiene-orthopaede-muss-knast.html?sh=8&h=1405708693
arnold

fridolin
31.03.2012, 11:45
Leider nur die Spitze des Eisberges...

Zeitdruck, finanzieller Druck und schlechte Ausbildung (und natürlich oft auch die berühmte Mauer in den Köpfen) verhindern hier eine Besserung.

Es kommt gar noch viel schlimmer: ziehen doch immer mehr schlecht bis gar nicht ausgebildete KollegInnen in die Fachabteilungen(und auch in die OP`s) ein!
Z.B. Arzthelferinnen und und und...
Fragt sich nur, wann der Tischler Knochen operieren darf!
Es hängt natürlich alles am Gelde...
Viele liebe Grüße
fridolin

Elisabeth
31.03.2012, 14:21
Nur so am Rande- die Arzthelferin heißt heutzutage MFA- Medizinsiche Fachangestellte und lernt weit mehr als nur hinterm Tresen zu sitzen. Die Ärztekammer SH (?) bildet eigene OTAs aus, die im ambulanten Bereich durchaus gute Arbeit leisten.

Die Konkurrenz sitzt allerorten und wartet nur auf die freiwerdenden Plätze. Zur Erinnerung: man trennt sich gerne von zu teurem, weil für die Stelle überqualifizierten, Personal um billigeres einzustellen.

Welche Kompetenzen haben Pflegekräfte eigentlich? Ich meine, was kann man uns net wegnehmen. Mir fällt da im Moment sogar nix ein. :(

Elisabeth

Hermelin
07.07.2013, 10:46
und es doch immer noch ignoriert: :motz:

[...]"Vorwurf aus Mitarbeiterkreisen, dass mangelnde Hygiene, verursacht durch personelle Überlastung, Grund für den Ausbruch sei"

siehe:

http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/bonn/venusberg/Intensivstation-der-Uniklinik-bleibt-geschlossen-article1087324.html

Elisabeth
07.07.2013, 17:47
Das Problem bei solchen Aussagen- du kannst es net nachweisen. Wenn das Personalproblem die alleinige Ursache wäre, dann müsste es in ALLEN Problembereichen zu ähnlichen Situationen kommen.

Und sein wir mal ehrlich- auch als wir noch genug Leute vor Ort waren, hatten wir mit der Händehygiene schon ein Problem. Denn etwas, was dir als essentiell wichtig ins Blut übergegangen ist, wirst du nicht so einfach ablegen können. Da wirst eher andere Sachen wie die überbordende Bürokratie schleifen lassen.

Elisabeth

Hermelin
07.07.2013, 19:15
Elisabeth, bitte richtig lesen.

Dort steht nix! von Pflegepersonal, Händehygiene etc.

Dort steht: aus Mitarbeiterkreisen wird die personelle Überlastung angegeben....

es wird nicht zwischen Berufsgruppen unterschieden!

fridolin
07.07.2013, 19:20
Zitat von Elisabeth:

Nur so am Rande- die Arzthelferin heißt heutzutage MFA- Medizinsiche Fachangestellte und lernt weit mehr als nur hinterm Tresen zu sitzen.
Das die Damen (und in Ausnahmen auch Herren) heute MFA`s heißen, ist mir bekannt.
Und was lernen sie denn mehr als nur hinter dem Tresen zu sitzen, gut auszusehen, mit dem Wimpern zu klimpern und Abrechnungen in den PC zu hauen?

Hier würde ich noch dichten wollen:
MFA, du bist so wunderbar,
es klimpern die Wimpern,
MFA
du klapperst so wunderbar,
es drucken die Rechnungen...

Und diese Aussage:

Welche Kompetenzen haben Pflegekräfte eigentlich? Ich meine, was kann man uns net wegnehmen. Mir fällt da im Moment sogar nix ein. finde ich einfach nur traurig für eine engagierte Pflegefachkraft...

Viele liebe Grüße
der um die (Kern-) Kompetenz der Pflegenden trauernde
fridolin

Elisabeth
07.07.2013, 20:44
Oh, oh- lese ich da ein bisschen Frust? *ggg* Ich weiß ja net, welche MFAs du so kennst. Die ich kenne, können bei weitem mehr als nur Thresendekoration sein.

Ein bisschen Achtung vor der Qualifikation anderer kann net schaden.

Elisabeth

arnold kaltwasser
07.07.2013, 20:58
finde ich einfach nur traurig für eine engagierte Pflegefachkraft...

fridolin

echt korrekt ;)

Elisabeth
07.07.2013, 21:55
*ggg* Scheine ich ja mal wieder mitten ins Schwarze getroffen zu haben.
Das Gesetz sieht ff. vor: http://www.gesetze-im-internet.de/krpflg_2004/__3.html . Die Kernkompetenzen fangen nicht erst ab 1.d) an. Wie ist das noch mal mit der flächendeckenden Umsetzung? Hatten wir nicht gerade andernorts den Verfall unseres Berufes beklägt?

Elisabeth

Elisabeth
08.07.2013, 10:30
...
Dort steht: aus Mitarbeiterkreisen wird die personelle Überlastung angegeben....
Das hätte ich dann gerne genauer erklärt. Wieso führt eine personelle Überlastung zu Hygieneproblemen. Ich hatte bisher immer gedacht, dass der Keim XYZ per Hand transportiert wird und man dies per entsprechender Hygienemaßnahme unterbinden kann.

Elisabeth

PS Huch- wie kommt das Post hierher? Sollte eigentlich zum Hygiene-Skandal. Entwickelt das Forum oder mein PC ein Eigenleben?

Hermelin
08.07.2013, 10:33
Wie soll ich das näher erklären? Ich habe weder den Artikel geschrieben noch stand ich für das Interview zur Verfügung - ich habe nur den Link gefunden und hier reingestellt!

Abgesehen davon gibt es mehr als nur die Hände - auch wenn diese den Löwenanteil an Übertragung übernehmen - und den Satz mit dem Personal überlese ich jetzt mal, das kann ja wohl nicht ernst gemeint sein


Hermelin

arnold kaltwasser
08.07.2013, 10:34
Das hätte ich dann gerne genauer erklärt. Wieso führt eine personelle Überlastung zu Hygieneproblemen. Ich hatte bisher immer gedacht, dass der Keim XYZ per Hand transportiert wird und man dies per entsprechender Hygienemaßnahme unterbinden kann.

Elisabeth


na das kann ja wohl keine ernste Frage sein oder?
arnold

Elisabeth
08.07.2013, 13:12
Doch, dass ist eine ernstgemeinte Frage. Die unzureichende Händehygiene ist es ja nicht.

Elisabeth

arnold kaltwasser
08.07.2013, 13:14
Doch, dass ist eine ernstgemeinte Frage. Die unzureichende Händehygiene ist es ja nicht.

Elisabeth
durch Zeitmangel entstehen Hygienefehler...belegen quasi alle Studien...
gerne über pubmed ;-)
so long arnold

Elisabeth
08.07.2013, 13:28
Konkreter geht es nicht? Hier steht ja das Problem, dass net flächendeckend solche Skandale auftreten.

Wenn man was verändern will- und man will es doch hoffentlich- dann reicht es nicht zu sagen: liegt am Personalmangel laut Studie XYZ. Hygieneprobleme gab es bekanntlich schon vor dem Personalmangel.

Ergo: es braucht ganz konkrete Beschreibungen der Situation. Und auf die bin ich nun gespannt.

Elisabeth

arnold kaltwasser
08.07.2013, 13:32
Sehr geehrte Frau E. Dinse,
erstaunlich...

aber zur Erinnerung:
"Bei 2470 Intensivpatienten konnte festgestellt werden, dass ein günstigeres Pflege-zu-Patient-Verhältnis zu einer verminderten Häufigkeit von Pneumonien bei beatmeten Patienten und einer Verkürzung der Intensivstationsliegezeit führte [45, 46]."
aus:
http://www.divi-org.de/fileadmin/pdfs/struktur/Langversion_201105.pdf

so long arnold

aber wie gesagt pubmed kann helfen;)

Elisabeth
08.07.2013, 13:48
Es dürfte dir doch net entgangen sein, dass die Politik sich vehement gegen die Personalbemessungsgrenzen wehrt. Begründet wird das mit bedauerlichen Einzelfällen. Die Studien reichen also net als Begründung.

*neugierigbin* Was sagen denn die Studien konkret aus, warum weniger Personal mehr Infektionen bringt. Welche Maßnahmen werden vernachlässigt?

Elisabeth

arnold kaltwasser
08.07.2013, 13:50
...*neugierigbin* Was sagen denn die Studien konkret aus, warum weniger Personal mehr Infektionen bringt. Welche Maßnahmen werden vernachlässigt?

Elisabeth
Sehr geehrte Frau Dinse,
soll ich die Studien jetzt vorlesen?
:confused: und das ist die höfliche Form...
arnold

habukareta
08.07.2013, 13:55
liegt am Personalmangel laut Studie XYZ. Hygieneprobleme gab es bekanntlich schon vor dem Personalmangel.

Elisabeth

Vielleicht bin ich ja zu jung, aber wann war daas denn mit dem ausreichenden Personalschlüssel?

400 Jahre vor der Erfindung von Messer und Gabel?

Elisabeth
08.07.2013, 20:34
@Arnold- versuch ich es mal anders.
Wenn ich eine Überlastungsanziege schreibe, dann kann ich da nicht alleine mit der Studie wedeln. ich muss ganz konkret benennen, welche Maßnahmen ich nicht mehr leisten kann und welche Folgen das haben wird. Die Studie kannst du lediglich zum Unterstreichen deiner Aussage nutzen.
Das gleiche gilt bei Auseinandersetzungen mit der Politik. Auch hier musst konkret werden.
Btw.-Wenn das Team sich einigt, etwas zu reduzieren oder gar wegzulassen, dann muss dies konsequent eingehalten werden. Und hier stößt leider an die Grenzen. Die entscheidenden Stellen wissen um das Phänomen und wenden die Taktik "Kohl" an- aussitzen.

@habukareta - wenn du so fragst, dann gab es nie genug Personal und wird auch nie genug Personal geben. *fg* Stellt sich die Frage, ob dich das weiter bringt.

Elisabeth

Pericardinchen
08.07.2013, 20:53
"...es gibt wahrscheinlich fünf Gründe, warum Forschungsergebnisse von Pflegepersonal nicht genutzt werden: Sie wissen nicht (sic) darüber...verstehen sie nicht....misstrauen ihnen ...wissen sie nicht anzuwenden....und dürfen sie nicht anwenden." (Seidel 1993)

Dieses Zitat passt perfekt ;)

Elisabeth
09.07.2013, 10:28
Und genau dies gilt es zu bedenken, wenn ich mit Politikern anfange zu diskutieren, wo wir warum mehr Personal baruchen. Nur diffus rumjammern bringt nix. Es braucht ganz konkrete, für den Laien nachvollziehbare Argumente.

Und es dürfte duchaus auch Sinn machen, zu überprofen, warum ist in Klinik A das Outcome besser als in Klinik B- obwohl der Personalspiegel identisch ist. Es ist ja net so, dass wir sklavisch an Studien hängen. Pflege ist ja veränderungsbereit- hoffe ich zumindest. Und da braucht es nun mal die maximale Transparenz wenn wir weiter kommen wollen.

*grübel* Warum gibt es eigentlich so wenig deutsche Studien zu dem Thema? Weil "Nestbeschhmutzung" gesetzlich geahndet wird?

Elisabeth

habukareta
09.07.2013, 18:33
@habukareta - wenn du so fragst, dann gab es nie genug Personal und wird auch nie genug Personal geben. *fg* Stellt sich die Frage, ob dich das weiter bringt.

Elisabeth

Aber dann erkläre doch bitte was Du genau meinst: Zu welcher Zeit mit wie viel Personal an welcher Stelle? Kann ja nicht sein, selber immer "genaue Beschreibungen" einzufordern und selber auszuweichen, was das denn für nen Art?:(

Elisabeth
11.07.2013, 00:35
*ggg* Kann net sein, was net sein darf. Gelle? Ich empfehle einen Blick in die Statistik. Da findest sogar verläßliche Zahlen unabhängig vom Fachgebiet. Du solltest in deine Betrachtung die Liegedauer mit einbeziehen. Kürzere Liegedauer bringt einen höheren Pflegeaufwand.

Elisabeth

habukareta
13.07.2013, 15:35
*ggg* Kann net sein, was net sein darf. Gelle? Ich empfehle einen Blick in die Statistik. Da findest sogar verläßliche Zahlen unabhängig vom Fachgebiet. Du solltest in deine Betrachtung die Liegedauer mit einbeziehen. Kürzere Liegedauer bringt einen höheren Pflegeaufwand.

Elisabeth


Es darf schon alles sein, sofern es eine Quellenangabe hat. (wenn ich hier richtig lese legst Du Doch immer so einen wert auf korrekte Angaben, machst aber selber keine, nur Ausflüchte - ganz schlechter Stil finde ich!

Also nochmal:
Welche Statistik, welches Jahr und welcher Personalschlüssel war wann, zu welcher Zeit in Deinen Augen ausreichend?

Elisabeth
13.07.2013, 16:36
Du wirst dich wohl oder übel durch die https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Gesundheit.html durchwühlen müssen. Und welches Jahr? Ganz einfach- schaust, wann die PPR offiziell ausgesetzt wurde. Von da an ging es bergab- analog zur sinkenden Verweildauer.

Wundert mich übrigens, dass diese Zahlen net präsent sind im Kopf einer jeden Pflegekraft. Obwohl- es erklärt, warum man sich immer an der eigene Befindlichkeit orientiert: wir sind zu wenige. Damit lässt sich kein Blumentopf gewinnen.

Elisabeth

fridolin
13.07.2013, 16:58
Wundert mich übrigens, dass diese Zahlen net präsent sind im Kopf einer jeden Pflegekraft.Wow, Elisabeth. Hast Du aber einen schönen großen Kopf mit viiieeellennn Zahlen drin - echt nee, echt.
Und dann sind sie Dir auch noch alle präsent - beneidenswert. :mosh:

Viele liebe Grüße
der nicht neidische
fridolin

Elisabeth
13.07.2013, 21:34
*ggg* Szehz jedem fei sich auch zu belesen.

Und nun wieder zum Hygieneskandal. Wo bekommen wir Zahlen her, die aussagen, dass mit dem Sinken der Personalzahlen die Infektionsrate pro Patentenzahl anstieg. Die hält destatis nicht vor. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt.

Aber vielleicht lässt sich das indirekt ableiten. Nur dann müssten wir konkret überlegen, was die Probleme bereitet.
Nehmen wir mal an... Die Händedesi wird vernachlässigt- die Verringerung der Ausgaben für das Händedesi lässt sich net mit der Reduzierung des Personals begründen. Die notwendigen Handgriffe bleiben ja immer noch dieselben.
Aber wo bekommt man solche Zahlen her?

Es muss doch möglich sein, Nägel mit Köpfen zu machen. Es kann dioch net sein, dass Politiker uns immer und immer wieder erklären: es braucht keine Personalbemessungsgrenze weil es ja alles bestens läuft- von Ausnahmen abgesehen. Ich tu mich sehr schwer, dass anzunehmen.

Elisabeth

arnold kaltwasser
13.07.2013, 21:37
die zahlen gibt es und sind schon genug gepostet worden...
hat schon seine Gründe das der Händedesinfektionsmittelverbrauch als Qualitätsindikator bei der DIVI aufgenommenwurde und weiterhin Bestand hat...
so long arnold

Pericardinchen
13.07.2013, 22:41
Genau so ist es :-)

habukareta
14.07.2013, 19:00
Du wirst dich wohl oder übel durch die https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Gesundheit.html durchwühlen müssen. Und welches Jahr? Ganz einfach- schaust, wann die PPR offiziell ausgesetzt wurde. Von da an ging es bergab- analog zur sinkenden Verweildauer.

Wundert mich übrigens, dass diese Zahlen net präsent sind im Kopf einer jeden Pflegekraft. Obwohl- es erklärt, warum man sich immer an der eigene Befindlichkeit orientiert: wir sind zu wenige. Damit lässt sich kein Blumentopf gewinnen.

Elisabeth

Ich glaube Du möchtest uns veralbern.

1. PPR wurde 1992 eingeführt, 1996 ausgesetzt und 1997 ganz raus genommen

2. Die Statistiken des statistischen Bundesamtes gehen auf das Jahr 1991 zurück und somit ist ein massiver Rückgang nicht in Verbindung mit dem kurzen Zeitraum zu bringen

3. Beziehe ICH mich ausschließlich auf Intensivstationen - PPR galt dort noch nie und das war und ist gut so!

4. Das statistische Bundesamt (und ich habe mich sehr damit befasst) unterscheidet nur zwischen ärztlichen und nicht-ärztlichen Personal, in dem wie der Name schon sagt, alle nicht ärztlichen Personen enthalten sind.

5. Eine Bezifferung der VK Anteilen auf den deutschen Intensivstationen hat es ebenfalls zu keinem Zeitpunkt gegeben - alles nur Schätzungen!

Daraus schließe ich, dass zu keinem Zeitpunkt die von dir aufgestellte Behauptung mit harten und beweisbaren Zahlen aufrechterhalten werden kann

Irgendwie ist es also doch alles nur Polemik von Dir?

Ich denke, auch Elisabeth muss lernen das Demokratie harte Arbeit und Anstrengung bedeutet. Entweder Du mobilisierst die „Stillen“ und schickst diese auf die Barrikaden oder Du - wie auch diese angebliche Masse der Ablehnenden - wird lernen, das es dann doch ein paar wenige „Aktive“ sind die dann eine relative Mehrheit haben und sagen wo es lang geht.

Basta

Elisabeth
15.07.2013, 10:40
Was mich am elitären Intensivpersonla schon immer gestört hat- diese ICH-Bezogenheit. Den Politiker dürfte es freuen. Schon die Römer liebten das Prinzip: Teile und Herrsche.

Wenn du was bewegen willst in der Pflege, was auch Auswirkungen auf deinen Bereich haben soll, dann wirst wohl oder übel on den sauren Apfel beißen müssen und dich mit denen zusammentun, die nicht zur "Elite der Nation" gehören.

Und vielleicht gelingt es dir dann sogar, die Daten so zu interpretieren, wie sie zu verstehen sind. Dein Arbeitsbereich leidet übrigens unter der Annahme, dass mit der Zunahme der Technik die Pflegekräfte reduziert werden können. Diese Aussage bekamen wir vor Jahren zu hören, als wir nach mehr Personal fragten. Und wie wurde NICHt von einer unwissenden Verwaltungskraft geäußert sondern kam aus den eigenen Reihen der Pflege.

Btw.- auf welcher Barrikade stehst gerade? Und sitzt du eher dahinter?

Elisabeth

habukareta
15.07.2013, 10:48
Elisabeth - wieder faslsch verstanden. Antworte doch bitte einmal und endlich auf die eigentlich gestellte Frage!

Ohne das ganze abschweifen und Nebenschaulätze aufmache. Interprteire uns doch bitte die Statistik und zahlen die keiner versteht und sage deutlich

In welchem Jahr in Deutschland in welcher Situation genügend Pflegekräfte da waren! :wut:

Hermelin
15.07.2013, 11:01
Was mich am elitären Intensivpersonla schon immer gestört hat- diese ICH-Bezogenheit.
Elisabeth

Oh man ---- Immer die gleiche Leier

Abgesehen davon, das wir Intensivpflegenden keine Elite sind, sondern eine eigenständige Gruppe innerhalb des Gefüges (genau wie andere (Berufs)Gruppen auch), ist eine Ich-Bezogenheit, also Egoismus, ein normaler menschlicher Vorgang. Dabei gilt: Wir sind nicht besser, nur anders!

Wobei ich wirklich glaube das WIR Intensivpflegenden eher einen Altruismus pflegen aber dennoch total Solidarisch mit allen anderen Pflegekräften sind.

Hermelin -

Elisabeth
15.07.2013, 13:14
@habukareta - deine Wirklichkeit und meine Wirklichkeit sind scheinbar net identisch. Du interpretierst deine Wahrnehmung- ich meine. Dabei dürfte die entsprechenden Lebens- und Berufserfahrungen eine große Rolle spielen.

Ich stelle fest- jeder von uns hat seine Meinung und mag keinen Schritt auf den anderen zugehen und dabei sollten wir es dann belassen. Der geneigte Leser soll sich selber ein Urteil bilden, wem er sich mehr verbunden fühlt.

Elisabeth

fridolin
15.07.2013, 14:48
@Hermelin:

Wir sind nicht besser, nur anders!:bravo: :bravo: :bravo:


@Elisabeth:
Bitte bitte bitte mehr Sachebene und weniger Gefühl. :peace:
@habukareta:
Sollten wir nicht mehr beim Thema bleiben (Hygiene-Skandal) als auf Abschweifungen in die Gefühlsebene eingehen? :mosh:

Viele liebe Grüße
der umher-ab-schweifende
fridolin

Pericardinchen
15.07.2013, 17:26
Was mich am elitären Intensivpersonla schon immer gestört hat- diese ICH-Bezogenheit. Den Politiker dürfte es freuen. Schon die Römer liebten das Prinzip: Teile und Herrsche.

Wenn du was bewegen willst in der Pflege, was auch Auswirkungen auf deinen Bereich haben soll, dann wirst wohl oder übel on den sauren Apfel beißen müssen und dich mit denen zusammentun, die nicht zur "Elite der Nation" gehören.

Und vielleicht gelingt es dir dann sogar, die Daten so zu interpretieren, wie sie zu verstehen sind. Dein Arbeitsbereich leidet übrigens unter der Annahme, dass mit der Zunahme der Technik die Pflegekräfte reduziert werden können. Diese Aussage bekamen wir vor Jahren zu hören, als wir nach mehr Personal fragten. Und wie wurde NICHt von einer unwissenden Verwaltungskraft geäußert sondern kam aus den eigenen Reihen der Pflege.

Btw.- auf welcher Barrikade stehst gerade? Und sitzt du eher dahinter?

Elisabeth


Elitäres Intensivpflegepersonal ? Gab es nicht auch mal die elitären Akademiker ?! Ganz ehrlich was denn nun - wie definierst Du eigendlich Basis- Pflegepersonal ? Ich blick es bei Dir echt nicht mehr. :confused:

Es wäre super, wenn Du auch mal mehr die Ich- Form benutzen würdest,anstatt ständig in der dritten Person.

Du bist selbst Intensivschwester, also bist Du jetzt auch elitär ?:confused:

Pericardinchen
25.07.2013, 16:21
Also wie findet Ihr das ?

Eine Intensivstation mit 14 Betten verfügt über nur einen Wäscheständer mit vier Abwürfen für unterschiedliche Textilien im Fäkiraum. In den Zimmern befinden sich einschließlich der Iso- Zimmer kein seperater Wäscheabwurf. Es wird also im Mülleimer gesammelt in einem Kopfkissenbezüg, der dort eingespannt wird und zwar gemischt. Damit läuft man dann quer über die Station und sortiert dann im Fäkiraum nochmal die unterschiedlichen Textilien. Ich finde das unhygienisch. Es gab schon im Team schwere Diskussionen mit den Verantwortlichen, Hygienebeauftragten u.s.w. Keine Reaktion bzw. dies war nicht erwünscht. Einige Mitarbeiter sagen, dass dies von der Klinik nicht gewünscht sei und andere sagen, dass dies ein finanzieller Aspekt sei. Wie kann das sein, wenn es viel zu viele andere Luxusprodukte auf dieser Station gibt und gerade an der Hygiene gespart wird. Oder gibt es dafür eine Begründung ?
Was für Empfehlungen könnt Ihr geben und wie kann man bei den Verantwortlichen eine Umdenke erzeugen oder ist das seit Neuestem vollkommen hygienisch ?

fridolin
25.07.2013, 18:35
@Pericardinchen,
wenn Deine Geschichte tatsächlich wahr wäre...
bliebe den Mitarbeitern der Gang zum Betriebsrat und/oder zur Geschäftsführung und last but not least der Gang zu den Behörden. Hier wäre parallel das Gesundheitsamt sowie das Amt für Arbeitsschutz zu informieren.
Bleibt nur die Frage: wie stelle ich das an ohne erkannt zu werden?

Viele liebe Grüße
der lieber Horrorgeschichten lesende als in Natura sehende
fridolin

Pericardinchen
25.07.2013, 21:48
@Pericardinchen,
wenn Deine Geschichte tatsächlich wahr wäre...
bliebe den Mitarbeitern der Gang zum Betriebsrat und/oder zur Geschäftsführung und last but not least der Gang zu den Behörden. Hier wäre parallel das Gesundheitsamt sowie das Amt für Arbeitsschutz zu informieren.
Bleibt nur die Frage: wie stelle ich das an ohne erkannt zu werden?

Viele liebe Grüße
der lieber Horrorgeschichten lesende als in Natura sehende
fridolin

Die Geschichte ist die Realität :schock:

Elisabeth
26.07.2013, 11:09
Wie können solche Situationen entstehen? Doch eigentlich nur, weil es vom Personal mitgetragen wird. Und das Fehlen von gegenständen kann nun nicht mit dem Personalmangel begründet werden. Im Gegenteil. Man vergeudet noch Zeit beim zusätzlichen Sortieren.

Elisabeth

Pericardinchen
26.07.2013, 15:24
@Elisabeth: Absolut korrekt...ich bin die Letzte, die da augenblicklich ein Fass auftreten sollte. Denn davon hängt meine Existenz ab.

Elisabeth
26.07.2013, 16:28
Dazu fällt mir nix mehr ein... außer, dass dich da net Pat. sein möchte.

Elisabeth

Pericardinchen
26.07.2013, 21:14
Was ich machen könnte ? Mir eigene Wäscheabwürfe mit Fußteil besorgen und mitbringen (aber dies ist wieder hygienisch eine kritische Angelegenheit) oder ggfs. mit dem Auftraggeber vereinbaren- gegen ein Entgelt doch bitte dafür Sorge zu tragen. mmmmh.

Hermelin
10.02.2014, 09:34
hier mal ein Urteil das bekannt wird...

http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-brilon-marsberg-und-olsberg/mrsa-keime-im-brilonerkrankenhaus-
schmerzensgeld-id8936551.html

fridolin
10.02.2014, 13:53
@Hermelin,
was ist los mit dem "Krönungsornat (http://de.wikipedia.org/wiki/Hermelinfell)?
Stellt er doch hier einen defekten Link herein...



"Fehler Seite wurde nicht gefunden - 404
Liebe Leserin, lieber Leser,

die von Ihnen gewählte Seite existiert leider nicht oder nicht mehr. Möglicherweise verwenden Sie einen veralteten Link oder ein altes Lesezeichen. Sollten Sie weitere Fragen haben, schreiben Sie uns gerne eine E-Mail."

Viele liebe Grüße
fridolin

WomBat
10.02.2014, 18:07
Ein Pelz-Tier zum anderen Pelz-Tier: probier mal :)

http://www.derwesten.de/staedte/nach...erkrankenhaus-schmerzensgeld-id8936551.html

WomBat
11.02.2014, 18:06
Fridolin :) !

Das war von WomBat an Hermelin. :D

WomBat, Hat noch nie einen pelzigen Fridolin gesehen!